KI-Betrug, Phishing-Angriffe

KI-Betrug explodiert: Phishing-Angriffe um 1.200% gestiegen

07.06.2026 - 10:20:37 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen KI fĂŒr tĂ€uschend echte FĂ€lschungen. Versicherer und Behörden melden drastische Anstiege bei Betrugsversuchen.

KI-Betrugswelle: GefÀlschte Unfallbilder und Phishing-Attacken
KI-Betrug - Nahaufnahme einer Hand, die ein Smartphone hĂ€lt, auf dem ein durch KI manipuliertes, gefĂ€lschtes Dokument angezeigt wird. 07.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Kriminelle nutzen KĂŒnstliche Intelligenz, um Dokumente, Schadensbilder und IdentitĂ€ten tĂ€uschend echt zu fĂ€lschen.

GefÀlschte Unfallbilder und Fake-Fahrzeugberichte

Die Allianz UK warnte Anfang Juni vor einer neuen Betrugsmasche: Kriminelle manipulieren online veröffentlichte Fahrzeugfotos mit KI-Werkzeugen und tÀuschen UnfallschÀden vor, die nie stattgefunden haben. Auf Basis dieser FÀlschungen reichen sie EntschÀdigungsforderungen ein.

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Der Versicherer HDI setzt mittlerweile eigene KI-Systeme ein, um solche manipulierten Bilddaten automatisiert zu erkennen. Wer erwischt wird, riskiert den Verlust des Versicherungsschutzes und strafrechtliche Konsequenzen.

Parallel dazu beobachten Ermittler eine weitere Masche beim privaten Autoverkauf. Kriminelle fordern KĂ€ufer oder VerkĂ€ufer auf, fĂŒr rund 20 Euro einen Online-Fahrzeugbericht zu erwerben. Die dafĂŒr genutzten Webseiten sind vollstĂ€ndig KI-generiert. Ziel ist nicht die GebĂŒhr selbst, sondern das Abgreifen von Finanzdaten, persönlichen Informationen und Fahrzeugidentifikationsnummern (VIN).

Phishing-Welle ĂŒber Messenger-Dienste

Ein weiterer Schwerpunkt: der Diebstahl persönlicher Zugangsdaten. Das Bundesamt fĂŒr Cybersicherheit (BACS) meldete fĂŒr Mai einen massiven Anstieg von Betrugsversuchen im Zusammenhang mit Hotelbuchungen. Die Fallzahlen haben sich im Vergleich zum Vormonat verdreifacht.

Als Quelle dient ein Datenabfluss bei Booking.com aus dem April. Damals wurden Namen, E-Mail-Adressen und Aufenthaltsdaten entwendet. Die TĂ€ter kontaktieren Betroffene vorwiegend ĂŒber WhatsApp und setzen auf zwei Strategien: Entweder drohen sie mit der Stornierung der Buchung, falls keine sofortige BestĂ€tigung der Zahlungsdaten erfolgt, oder sie stellen RĂŒckerstattungen in Aussicht. In beiden FĂ€llen geht es um Kreditkartendaten.

Google schließt 124 SicherheitslĂŒcken

Die IT-Branche reagiert auf die Professionalisierung der Angriffe. Google schloss Anfang Juni insgesamt 124 Schwachstellen im Android-System, darunter eine kritische Zero-Day-LĂŒcke. FĂŒr Pixel-Nutzer gibt es zudem eine neue Funktion zur Erkennung von Fake-Anrufen in Echtzeit.

Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen unterstreichen aktuelle FBI-Statistiken: Die Zahl der KI-gestĂŒtzten Phishing-Angriffe stieg innerhalb von zwei Jahren um 1.200 Prozent. FĂŒr 2025 bezifferte das FBI die Verluste durch InternetkriminalitĂ€t in den USA auf rund 19,2 Milliarden Euro – ein Plus von 26 Prozent. Interpol schĂ€tzt die weltweiten SchĂ€den durch IdentitĂ€tsbetrug fĂŒr denselben Zeitraum auf ĂŒber 370 Milliarden Euro.

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GefĂ€hrliche SelbstĂŒberschĂ€tzung der Nutzer

Ein aktueller Vorabbericht des Cybersicherheitsmonitors 2026 zeigt eine besorgniserregende LĂŒcke: 47 Prozent der Befragten sind ĂŒberzeugt, KI-generierte Inhalte erkennen zu können. Doch 32 Prozent der Nutzer haben noch nie konkrete Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Nur etwa 40 Prozent prĂŒfen Online-Inhalte systematisch auf ihre Echtheit.

Experten raten zu technologischen Lösungen wie Passkeys, um die AbhÀngigkeit von klassischen Passwörtern zu verringern. Unternehmen wie Nintendo, Microsoft und Coinbase haben bereits mit der Umstellung auf diese sichereren Authentifizierungsverfahren begonnen.

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