KI-Betrug: Schäden könnten bis 2027 auf 40 Mrd. Euro steigen
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Betrugswelle mit künstlicher Intelligenz nimmt dramatisch zu. Allein in den USA könnten die Schäden bis 2027 auf über 40 Milliarden Euro steigen.
KI-gestützte Cyberangriffe sind im vergangenen Jahr um 72 Prozent gestiegen. Mittlerweile nutzen 82,6 Prozent aller Phishing-Versuche KI-Komponenten. Das belegen aktuelle Branchendaten. Besonders perfide: Stimmklone und Deepfakes machen Betrugsmaschen kaum noch erkennbar.
Alarmierende Zahlen aus Asien
Die Dimension des KI-Betrugs zeigt sich besonders in Südostasien. Malaysia verzeichnete 2025 Verluste von umgerechnet rund 600 Millionen Euro durch verschiedene Betrugsmaschen. Besonders betroffen: junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren. In Singapur registrierten die Behörden im selben Jahr 37.308 Betrugsfälle mit Gesamtschäden von etwa 850 Millionen Euro.
Interpol dokumentierte einen Anstieg von 600 Prozent bei Diskussionen über Deepfakes auf Plattformen wie Telegram – innerhalb von nur vier Monaten im Frühjahr 2024. Kriminelle tauschen sich dort aus, wie sie hochrangige Beamte imitieren können, um Kryptowährungsbetrug zu begehen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 zählten die Philippinen 16.619 Phishing-Angriffe.
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Ein Hacker namens Mr. X prahlte damit, über vier Jahre umgerechnet rund sechs Millionen Euro erbeutet zu haben. Seine Masche: Mit KI-Deepfakes gab er sich als Firmenchef japanischer Start-ups aus und ließ sich Überweisungen autorisieren.
Polizei warnt vor neuen Maschen
In den USA schlägt die Polizei Alarm. Die Polizeibehörde von York County in Pennsylvania warnt vor Betrügern, die mit KI-Stimmklonen Sheriffs imitieren. Die Täter manipulieren die Telefonnummern im Display und verschicken offiziell wirkende E-Mails. Sie fordern Geld für angebliche Haftbefehle oder versäumte Gerichtstermine.
In Pune, Indien, zerschlug die Polizei kürzlich eine KI-gestützte Erpresserbande. Die Verdächtigen nutzten Abo-basierte Telefon-Apps und KI-generierte Stimmen, um von Geschäftsleuten Summen zwischen 230.000 und 5,7 Millionen Euro zu fordern. Ein Gericht in Seoul verurteilte Mitglieder eines Voice-Phishing-Rings, die sich als Staatsanwälte ausgegeben hatten. Sie kassierten Bargeld und Gold von Opfern und wandelten die Beute in Kryptowährung um.
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Besonders dreist: Ein älteres Ehepaar im indischen Kanpur verlor umgerechnet rund 22.000 Euro. Betrüger gaben sich als Bundesermittler aus und hielten die Opfer drei Tage lang unter einem „digitalen Hausarrest" – mit der Behauptung, sie stünden im Zusammenhang mit internationalem Terrorismus.
Neue Opfergruppen im Visier
Die Täter passen ihre Methoden an. Während ältere Menschen weiterhin Hauptziele von Liebes- und Anlagebetrug sind – die Fallzahlen bei Über-60-Jährigen haben sich zwischen 2020 und 2024 vervierfacht – geraten zunehmend auch junge, technikaffine Menschen ins Visier automatisierter KI-Systeme. In Malaysia waren 2025 fast 8.800 junge Erwachsene Opfer von Telekommunikationsbetrug.
Experten warnen: KI hat die klassischen Erkennungsmerkmale eines Betrugs beseitigt. Rechtschreibfehler oder grammatikalische Patzer gibt es kaum noch. Moderne Betrugsoperationen setzen sogar auf Zwangsarbeit: Berichte internationaler Beobachter zeigen, dass verschleppte Arbeiter in einigen Regionen gezwungen werden, mit KI-Werkzeugen über 100 Chat-Profile gleichzeitig zu betreuen – und so monatlich Zehntausende Opfer erreichen.
Die australische Steuerbehörde meldete allein im Mai 2026 insgesamt 1.386 Identitätsdiebstähle. Ihr Rat: Seriöse Stellen fordern niemals Zahlungen per Geschenkkarte oder Kryptowährung. Sie verschicken auch keine klickbaren Links per SMS. Wer einen verdächtigen Anruf oder eine Nachricht erhält, sollte sofort auflegen und die Behauptungen über offizielle, unabhängige Kanäle überprüfen.
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