KI-Chips, USA

KI-Chips: USA stoppt Schlupfloch für chinesische Unternehmen ab Mai

01.06.2026 - 05:09:52 | boerse-global.de

Verschärfte US-Exportkontrollen stoppen Chinas Zugriff auf Hochleistungschips über ausländische Töchter. Deutsche Tech-Konzerne spüren die Folgen.

KI-Chips: USA stoppt Schlupfloch für chinesische Unternehmen ab Mai - Foto: über boerse-global.de
KI-Chips: USA stoppt Schlupfloch für chinesische Unternehmen ab Mai - Foto: über boerse-global.de

Die US-Regierung hat ein wichtiges Schlupfloch gestopft, das chinesischen Unternehmen den Zugang zu modernsten KI-Chips ermöglichte. Betroffen sind auch deutsche und europäische Technologiekonzerne.

Seit dem 31. Mai 2026 benötigen alle als "China-zentriert" eingestuften Firmen eine Exportlizenz – unabhängig von ihrem tatsächlichen Firmensitz. Das US-Handelsministerium schließt damit eine Regelungslücke, die es chinesischen Unternehmen bislang erlaubte, über Tochtergesellschaften im Ausland an Hochleistungschips zu gelangen.

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Betroffene Hardware und regionale Auswirkungen

Die neuen Beschränkungen zielen auf die neuesten Generationen von Hochleistungsprozessoren ab. Dazu gehören Nvidias Blackwell- und Rubin-Architekturen sowie der AMD MI350x. Bisher konnten chinesische Tochterfirmen – besonders in Malaysia – diese Chips fast ein Jahr lang ohne Lizenz erwerben.

Branchenkreise schätzen das Volumen der auf diesem Weg transferierten Chips auf Hunderttausende Einheiten. Die neuen Richtlinien stoppen künftige Lieferungen an diese Unternehmen ohne spezielle Genehmigung. Bereits in Übersee-Rechenzentren installierte Chips bleiben von der Regelung unberührt.

Klarstellung der Exportanforderungen

Ein Sprecher des Bureau of Industry and Security (BIS) betonte, die neue Direktive diene der Klarstellung von Exportlizenzanforderungen, die seit 2023 in Entwicklung seien. Die Politik solle sicherstellen, dass frühere Beschränkungen für moderne Computertechnologie nicht durch die Verlagerung von Einkäufen auf internationale Zweigstellen chinesischer Firmen umgangen werden.

Nvidia reagierte gelassen auf die Regeländerung. Der Konzern erklärte, die Formalisierung dieser Regeln werde seine aktuellen Geschäfte nicht wesentlich beeinflussen. Man habe bereits ähnliche Lizenzanforderungen erfüllt, die durch frühere Regierungsschreiben kommuniziert worden seien.

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Verbleibende Herausforderungen in der Handelsdurchsetzung

Branchenexperten wie McGuire sehen in der Maßnahme vom 31. Mai zwar die Schließung einer bedeutenden Lücke – Blackwell-Lieferungen an chinesische Überseefirmen seien damit wieder illegal. Doch sie weisen auf verbleibende Probleme hin.

Die Analyse zeigt: Während dieses spezielle Schlupfloch bei Tochtergesellschaften geschlossen wird, bedürfen andere Bereiche weiterer Aufmerksamkeit. Besonders die Sorgfaltspflichten für Hersteller wie TSMC könnten noch verschärft werden, um eine vollständige Kontrolle der Halbleiter-Lieferkette zu gewährleisten.

Der Schritt ist Teil der anhaltenden Bemühungen der US-Behörden, die Kontrolle über KI-Technologien zu verschärfen, die als kritisch für die nationale Sicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gelten. Für deutsche Unternehmen wie SAP oder Siemens, die auf diese Chips angewiesen sind, bedeutet dies: Die geopolitischen Risiken in der Lieferkette bleiben hoch.

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