KI-Desktops, Dell

KI-Desktops: Dell und HP bringen NPU-Systeme ab heute

26.05.2026 - 05:30:00 | boerse-global.de

Dell und HP bringen neue KI-Desktops mit NPUs auf den Markt. Die Geräte zielen auf lokale KI-Berechnungen im Büro und signalisieren einen Wandel in der IT-Ausstattung.

KI-Desktops: Dell und HP bringen NPU-Systeme ab heute - Foto: ĂĽber boerse-global.de
KI-Desktops: Dell und HP bringen NPU-Systeme ab heute - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Dell und HP bringen ab heute leistungsstarke KI-Desktops auf den Markt – ein Signal für den Wandel der Büro-IT.

Die beiden Hardware-Riesen haben am Dienstag eine Reihe neuer Desktop-Computer und Workstations vorgestellt, die speziell für künstliche Intelligenz ausgelegt sind. Im Zentrum stehen dabei Prozessoren mit integrierten neuronalen Recheneinheiten (NPUs), die KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät ausführen können – ohne Umweg über die Cloud. Während KI bisher vor allem in Laptops Einzug hielt, zielen die neuen Modelle nun gezielt auf den stationären Arbeitsplatz.

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Dells Dreifach-Offensive: Vom Mini-PC bis zur Gaming-Maschine

Dell Technologies hat gleich mehrere neue Desktop-Systeme auf den Markt gebracht – mit deutlichen Preisnachlässen zum Start.

Der Dell Pro Micro Desktop ist das Flaggschiff der professionellen Mini-PC-Reihe. Mit einer Breite von nur 3,5 Zentimetern passt er selbst in die engsten Arbeitsumgebungen. Angetrieben wird er von einem Intel Core Ultra 5 235T mit dedizierter NPU, 16 GB DDR5-RAM und einer 256-GB-SSD. Das Windows-11-Pro-System kostet zum Start rund 1.010 Euro – ein satter Rabatt von 23 Prozent gegenüber dem regulären Preis von knapp 1.310 Euro.

Etwas anders konfiguriert ist der Pro Max Micro Desktop: Er setzt auf den Intel Core Ultra 5 235, kommt aber mit nur 8 GB RAM und 256 GB Speicher. DafĂĽr bietet er WLAN 6 und Bluetooth 5.2. Der Preis liegt bei etwa 1.225 Euro (statt 1.365 Euro).

Ganz andere Dimensionen eröffnet Dells Gaming-Tochter Alienware. Der neue Aurora Gaming Desktop ist mit einem 20-Kern-Intel Core Ultra 7 265F, 32 GB DDR5-RAM und einer 1-TB-PCIe-NVMe-SSD ausgestattet. Für die Grafik sorgt die NVIDIA RTX 5070 mit 12 GB GDDR7-Speicher. Der Preis: rund 2.600 Euro.

Diese Markteinführungen folgen auf die Dell Technologies World 2026 Anfang Mai, wo das Unternehmen unter anderem neue PowerStore- und PowerEdge-Server sowie eine Ausweitung seiner KI-Factory-Initiative in Zusammenarbeit mit NVIDIA präsentierte.

HP setzt auf All-in-One und High-End-Workstations

HP konzentriert sich bei seinen heutigen Veröffentlichungen auf die Integration von KI in All-in-One-Geräte und mobile Workstations.

Der HP OmniStudio X 27 All-in-One Desktop AI ist ab sofort für rund 1.750 Euro erhältlich. Herzstück ist der Intel Core Ultra 7 256V, dessen NPU 47 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) bewältigt – genug für anspruchsvolle lokale KI-Berechnungen. Dazu kommen Intel Arc Graphics 140V, 16 GB DDR5-RAM und eine 2-TB-SSD, alles integriert hinter einem 27-Zoll-Full-HD-Touchscreen.

Im High-End-Bereich hat HP bereits am vergangenen Wochenende das ZBook X G2i vorgestellt. Dieses 16-Zoll-Notebook nutzt Intels neue Panther-Lake-Architektur und NVIDIA RTX Pro Blackwell Grafik. Insgesamt sieben Konfigurationen stehen zur Wahl – die Spitzenversion mit Intel Core Ultra 9 386H, 64 GB RAM und 2-TB-SSD kostet stolze rund 10.430 Euro. Der Versand in den USA beginnt am 3. Juli 2026.

Der wachsende Markt fĂĽr KI-Hardware

Die Desktop-Offensive von Dell und HP ist Teil einer breiten Bewegung. Erst am Montag brachte ASUS in Indien den VM441 All-in-One PC auf den Markt – das erste AiO-Gerät mit der Snapdragon-X-Plattform und einer 45-TOPS-NPU. Das 24-Zoll-Gerät kostet umgerechnet zwischen 1.100 und 1.200 Euro.

ASUS kündigte zudem eine neue hybride KI-Architektur an, die Phisons aiDAPTIV-Technologie in NUC-Mini-PCs und ExpertCenter-Desktops integriert – mit dem Ziel, die Kosten für Token-Inferenzen bei großen Sprachmodellen zu senken.

Ein besonders anschauliches Beispiel für die praktische Anwendung lieferte Schneider Electric auf der Dell Technologies World. Das Unternehmen zeigte die APC PowerForge-Plattform, einen Rack-Server auf Basis von Dells Pro Max und NVIDIAs GB10-GPU. Das System generiert aus Texteingaben in nur 2,1 Sekunden pro Bild 3D-druckbare Objekte – und schickt die Daten direkt an integrierte Bambu-Lab-H2C-Drucker.

Auch andere Hersteller rüsten auf: ACEMAGIC kündigte den kompakten G3A-Desktop an (3,5 Liter Volumen, LGA1700-Sockel für selbst gewählte Intel-CPUs der 13. und 14. Generation), der am 30. Mai in China erscheint. Lenovo öffnete am Montag die Vorbestellung für seine überarbeiteten ThinkPad-Modelle E14 und E16 – der allgemeine Verkaufsstart ist für Mittwoch geplant.

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Intels Milliarden-Wette auf KI-Chips

Die treibende Kraft hinter diesem Wandel ist Intel. Der Chipriese drängt Hersteller in den USA, China und Taiwan zur Umstellung auf seine neuesten Panther-Lake- und Wildcat-Lake-Prozessoren, die auf dem modernen 18A-Fertigungsverfahren basieren. Branchenbeobachter sehen darin eine Strategie, um die Gewinnmargen zu sichern, während der Markt von älteren Silizium-Generationen Abschied nimmt.

Intels Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 zeigen ein gemischtes Bild: Der Umsatz stieg auf umgerechnet rund 12,7 Milliarden Euro – ein Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die bereinigte operative Marge lag bei 12,3 Prozent, der bereinigte Gewinn pro Aktie bei 0,17 Euro. Unterm Strich steht jedoch ein Nettoverlust von 3,5 Milliarden Euro. Die Börse bleibt dennoch optimistisch: Die Intel-Aktie hat seit Jahresbeginn um über 220 Prozent zugelegt. Die nächsten Quartalszahlen werden am 23. Juli erwartet.

Was die neue KI-Desktop-Welle bedeutet

Die heutige Markteinführung markiert einen Wendepunkt: KI-Funktionen wandern vom Experimentierstadium in die Standardausstattung von Bürocomputern. Während bisher vor allem Laptops als „KI-PCs“ beworben wurden, zielen die neuen All-in-One-Geräte und Mini-Desktops nun direkt auf den klassischen Arbeitsplatz.

Ob sich die Plattformen durchsetzen, hängt maßgeblich davon ab, ob die versprochenen Leistungssteigerungen in der Praxis ankommen. Marktforscher beobachten gespannt, ob die höheren Margen der KI-Produkte die Hersteller entlasten können – oder ob die Kosten für fortschrittliche Silizium-Lösungen und spezielle Kühlung den Druck erhöhen. Mit dem Versand der High-End-Workstations wie dem HP ZBook X G2i ab Juli 2026 wird die zweite Jahreshälfte zum entscheidenden Test für die Akzeptanz KI-nativer Desktop-Computer.

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