KI in der Ausbildung: Warum Azubis Ergebnisse kritisch prüfen müssen
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 12:27 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf einem Fachtag in Neckargemünd haben Experten über die tiefgreifenden Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die berufliche Bildung debattiert.
Wie aus einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 25. Oktober 2026 hervorgeht, ersetzen KI-gestützte Systeme zunehmend einfache Anfänger-Tätigkeiten in Betrieben. Für Auszubildende ergebe sich daraus die Notwendigkeit, bereits frühzeitig zu beurteilen, was KI leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
Neue Kernkompetenzen für Auszubildende
Auf der Fachveranstaltung sprachen unter anderem Philipp Jewak vom SRH-Bildungswerk sowie Klaus Kallenbrunnen, Daniel Jung und Jörg Trabold über die veränderten Anforderungen an Nachwuchskräfte.
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Wenn Routineaufgaben und vorbereitende Tätigkeiten wegfallen, verschiebt sich das Anforderungsprofil in Ausbildungsgängen: Auszubildende müssen die von Algorithmen generierten Ergebnisse kritisch prüfen, kontextualisieren und überwachen können, statt lediglich schematische Abläufe zu erlernen.
Auch die Bildungspolitik passt ihre Rahmenbedingungen an diese Transformation an. Bildungsminister einigten sich auf einen Rahmen, der Künstliche Intelligenz als Kernkompetenz in Schulen anerkennt. Lehrkräfte erhalten in diesem Zuge mehr Flexibilität beim Einsatz von KI-Werkzeugen zur Verbesserung von Lernergebnissen.
Konzerne zwischen Nachwuchssicherung und Stellenabbau
In der Praxis reagieren Arbeitgeber unterschiedlich auf den Produktivitätszuwachs durch Algorithmen. Bei Siemens betonte Personalchefin Judith Wiese, dass das Industrieunternehmen auch weiterhin junge Menschen einstellen werde. Dies gelte ungeachtet dessen, dass die rund 30.000 im Konzern beschäftigten Software-Ingenieure zunehmend KI-Werkzeuge zur Programmierung heranziehen. Die Aktie von Siemens verzeichnete in Frankfurt zeitweise einen Rückgang um bis zu 3,63 Prozent auf 256,55 Euro.
Andere Branchen verzeichnen bereits einen spürbaren Rückgang des Personalbedarfs. So plant die Bank Barclays Berichten zufolge den Abbau von rund 5.000 Stellen im laufenden Jahr, was mit Effizienzsteigerungen durch KI-Einsatz begründet wird.
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Globale Verschiebungen auf den Arbeitsmärkten
Die auf dem Fachtag diskutierten Herausforderungen für den Berufseinstieg spiegeln weltweite Prognosen wider. Der Internationale Währungsfonds warnt davor, dass KI bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze weltweit betreffen könnte.
Nach Einschätzung von IWF-Chefin Kristalina Georgieva könnten rund 40 Prozent aller Arbeitsplätze global durch KI verändert, abgewertet oder komplett eliminiert werden; in fortgeschrittenen Volkswirtschaften liege dieser Anteil bei 60 Prozent.
Parallel dazu rückt die Stärkung klassischer Ausbildungswege in den Fokus. Die Handwerkskammern Düsseldorf warnen davor, dass der Mangel an neuen Arbeitskräften in technischen Berufen die regionale Wirtschaft belasten könnte, und fordern vor diesem Hintergrund eine verstärkte Unterstützung für das duale Berufsausbildungssystem.
