KI-Investitionen, Projekte

KI-Investitionen: 49% der Projekte scheitern an schlechter Abstimmung

01.06.2026 - 04:48:19 | boerse-global.de

Studien zeigen: Viele KI-Projekte scheitern an Organisation und fehlender Strategie, nicht an der Technik.

KI-Investitionen: 49% der Projekte scheitern an schlechter Abstimmung - Foto: über boerse-global.de
KI-Investitionen: 49% der Projekte scheitern an schlechter Abstimmung - Foto: über boerse-global.de

Das zeigt ein Blick auf aktuelle Studien.

Organisatorische Hürden bei der KI-Implementierung

Viele KI-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der internen Organisation. Eine Erhebung unter 150 C-Level-Führungskräften belegt: 49 Prozent der fehlgeschlagenen KI-Initiativen sind auf mangelnde Abstimmung zwischen IT, Fachbereichen und Compliance zurückzuführen.

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86 Prozent der Befragten glauben zwar an das Potenzial von KI. Doch nur 11 Prozent haben ein fortgeschrittenes Stadium bei der Einführung erreicht. Die Cloudflight-Studie zeigt: Rund 21 Prozent der Unternehmen verharren in der Pilotphase – ohne Weg in den produktiven Live-Betrieb. Nur 29 Prozent haben einen klaren Business Case für ihre KI-Projekte.

Ähnliche Tendenzen zeigen sich in Österreich. Laut einer Tieto-Umfrage unter 100 Verantwortlichen haben erst 4 Prozent der Unternehmen KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert. Größte Hemmnisse: rechtliche Aspekte und Datenschutzbedenken.

Digitale Ablenkung frisst Produktivität

Neben strukturellen Problemen beeinträchtigen täliche Störfaktoren die individuelle Leistungsfähigkeit. Der Slack Workplace Distraction Survey zeigt: Büroangestellte werden durchschnittlich zehnmal pro Tag bei der Arbeit unterbrochen.

Die Folgen sind gravierend. Die American Psychological Association weist darauf hin, dass Arbeitnehmer nach einer Unterbrechung bis zu 23 Minuten brauchen, um wieder volle Konzentration zu erreichen. Hauptquellen: E-Mails, soziale Medien, Instant Messaging und Smartphones.

In Finanzabteilungen zeigt sich eine weitere Diskrepanz zwischen Priorisierung und Umsetzung. Eine Studie der WHU und PwC unter 207 Finanzvorständen im deutschsprachigen Raum verdeutlicht: Weniger als die Hälfte der Unternehmen nutzt KI für automatisierte Berichtskommentierungen. Einem Viertel fehlen klare Richtlinien für den Umgang mit großen Sprachmodellen. Neben knappen Budgets identifizierten die Autoren fehlendes Know-how und Widerstand der Belegschaft als zentrale Barrieren.

Die menschliche Biologie lässt sich nicht wegdigitalisieren

In der Debatte um persönliche Produktivität warnen Experten vor pauschalen Erfolgsrezepten. Schlafforscherin Christine Blume betont: Extrem frühes Aufstehen ist kein garantierter Schlüssel zum Erfolg. Entscheidend sei die individuelle biologische Uhr – die Einteilung in „Lerchen“ und „Eulen“. Eine ausreichende Schlafdauer von sieben bis acht Stunden, wie von der Techniker Krankenkasse empfohlen, sei für die Leistungsfähigkeit essenzieller als feste Aufstehzeiten.

Auch im Bereich Gesundheitsprävention wird Kritik an der Überfokussierung auf Technik laut. Mediziner Dominik Pförringer beobachtet: Viele Menschen nutzen Fitness-Apps und Wearables, trainieren durchschnittlich drei Stunden pro Woche extrem – bewegen sich im restlichen Alltag aber zu wenig. Der Einsatz von E-Bikes oder Aufzügen führt zu einem Mangel an natürlicher Alltagsbewegung, den digitale Tools nicht kompensieren können.

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Plattform-IT: Der Weg aus der Krise?

Für eine erfolgreiche Digitalisierung scheint eine Verschmelzung von IT und Geschäftsbereichen unumgänglich. Eine Studie von kobaltblau prognostiziert: In zwei Jahren werden rund 75 Prozent der Unternehmen ein Modell der „Plattform-IT“ anstreben, bei dem die IT-Organisation eng mit dem Business verzahnt ist. Aktuell dominiert bei 41 Prozent der Befragten noch eine hybride IT-Struktur.

Doch die Analyse offenbart auch Defizite bei der Veränderungsbereitschaft: Lediglich 45 Prozent der Fachkräfte und 49 Prozent der Führungskräfte fühlen sich bereit für diesen tiefgreifenden Wandel. Experte Robert Glaser gibt zu bedenken: Der Erwerb von Softwarelizenzen führt nicht automatisch zu organisationalem Lernen. Um Produktivitätsgewinne durch KI dauerhaft zu sichern, sei der Aufbau einer Feedback-Infrastruktur notwendig, die die Fähigkeiten der Systeme kontinuierlich an die betrieblichen Erfordernisse anpasst.

Dass technologische Spezialanwendungen dennoch hohe Effizienzgewinne ermöglichen, zeigt ein Beispiel aus der Baubranche. Ein automatisiertes Prüfsystem konnte laut Berichten von Vanyee Technology Qualitätsmängel um 78 Prozent reduzieren und die Effizienz bei der Projektprüfung um das Sieben- bis Achtfache steigern. Das Potenzial gezielter Automatisierung ist enorm – sofern sie in eine klare Prozessstrategie eingebettet ist.

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