KI-Nutzung, Schweiz

KI-Nutzung: Schweiz mit 49% führend, Deutschland bei 23%

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schweizer Beschäftigte nutzen KI am Arbeitsplatz deutlich häufiger als der europäische Durchschnitt. Die Studie zeigt Produktivitätsgewinne, aber auch Sorgen um den Berufseinstieg junger Menschen.

Accenture-Studie: Schweiz führt Europa bei KI-Nutzung an
Eine Person arbeitet in einem modernen Schweizer Büro an einem Computer, während digitale KI-Schnittstellen visualisiert werden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Untersuchung des Beratungsunternehmens Accenture bescheinigt der Schweiz eine führende Rolle bei der Adaption künstlicher Intelligenz (KI). Die Studie mit dem Titel „Pulse of Change“ identifiziert das Land als europäischen Spitzenreiter bei der täglichen Anwendung dieser Technologie im beruflichen Umfeld.

Hohe Nutzungsraten im Vergleich zum europäischen Durchschnitt

Die Erhebung verdeutlicht einen signifikanten Vorsprung der Schweiz gegenüber anderen europäischen Volkswirtschaften. Demnach nutzen 49 % der Schweizer Beschäftigten KI-Anwendungen auf täglicher Basis. Dieser Wert liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt, der in der Studie mit 28 % angegeben wird. Im direkten Vergleich mit großen Nachbarstaaten zeigt sich eine deutliche Differenz: In Frankreich liegt die tägliche Nutzungsrate bei 27 %, während Deutschland mit 23 % und das Vereinigte Königreich mit 22 % noch weiter zurückfallen.

Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung scheint die hohe Verfügbarkeit der Technologie am Arbeitsplatz zu sein. Laut den Studienergebnissen haben 88 % der Schweizer Angestellten Zugang zu KI-Werkzeugen, die ihnen direkt von ihren Arbeitgebern bereitgestellt werden. Zudem nutzen bereits 60 % der Beschäftigten in der Schweiz regelmäßig sogenannte KI-Agenten, um ihre Aufgaben zu bewältigen.

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Steigerung von Produktivität und Arbeitszufriedenheit

Die Integration der Technologie wirkt sich nach Einschätzung der Befragten positiv auf die Arbeitswelt aus. Insgesamt 77 % der Schweizer Beschäftigten berichten von einer gesteigerten Produktivität durch den Einsatz von KI. Zudem geben 88 % an, dass die Technologie zu einer höheren Arbeitszufriedenheit beitrage. Auch das wirtschaftliche Vertrauen ist hoch: 72 % der Teilnehmenden sehen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ein vergrößertes Geschäftspotenzial für ihre Unternehmen.

Interessant ist zudem die Entwicklung des Sicherheitsempfindens am Arbeitsmarkt. Rund 65 % der Schweizer Angestellten fühlen sich trotz oder gerade wegen der technologischen Veränderungen in ihrem Job sicher. Dies entspricht einem deutlichen Zuwachs von 21 Prozentpunkten im Vergleich zu Werten von Anfang des Jahres.

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Bedenken hinsichtlich der beruflichen Zukunft junger Generationen

Trotz der überwiegend positiven Resonanz in der aktuellen Belegschaft zeigt die Studie auch kritische Aspekte auf. Marco Huwiler von Accenture Schweiz bezeichnete die aktuelle Lage als eine paradoxe Situation. Während die derzeitige Belegschaft profitiert, blicken viele mit Sorge auf den Nachwuchs.

So stimmen 52 % der Schweizer Beschäftigten der Aussage zu, dass künstliche Intelligenz den Berufseinstieg für junge Menschen erschweren könnte. Zudem äußerten 54 % der Befragten konkrete Sorgen um die allgemeine Arbeitsplatzstabilität für die kommende Generation.

Für die Erhebung der Daten befragte Accenture in der Schweiz eine Gruppe von 100 Führungskräften auf C-Level-Ebene sowie 100 Angestellte, um ein differenziertes Bild der aktuellen Stimmungslage und Nutzungsintensität zu erhalten.

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