KI-Onkologie, Owkin

KI-Onkologie: Owkin lizenziert K-Pro-Plattform an Servier

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 01:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Owkin erweitert die Zusammenarbeit mit Servier: K Pro und MOSAIC-Daten sollen die KI-gestützte Entwicklung neuer Krebstherapien voranbringen.

Owkin lizenziert Servier KI-Plattform und Onkologie-Daten
Eine sterile Laborumgebung mit einer Petrischale für biologische Analysen in der onkologischen Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Das auf künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin spezialisierte Unternehmen Owkin stellt dem Pharmakonzern Servier weitreichende technologische Ressourcen für die onkologische Forschung zur Verfügung.

Wie aus Berichten vom 11. September 2026 hervorgeht, umfasst die Vereinbarung die Lizenzierung der Plattform K Pro sowie den Zugriff auf multimodale Patientendaten aus dem sogenannten MOSAIC-Netzwerk. Die Kooperation ist darauf ausgerichtet, die Identifikation neuer Therapieansätze und die Entwicklung von Medikamenten durch computergestützte Verfahren zu beschleunigen.

Funktionsumfang der K-Pro-Technologie

Bei der lizenzierten Technologie K Pro handelt es sich um ein System, das als digitaler KI-Wissenschaftler fungiert. Die Plattform deckt wesentliche Phasen der pharmazeutischen Wertschöpfungskette ab. Dazu gehören nach Unternehmensangaben die Identifikation von Zielmolekülen (Targets) und Biomarkern sowie die anschließende Moleküloptimierung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung des Designs klinischer Studien.

K Pro soll es Forschern ermöglichen, Patientensubgruppen präziser zu definieren und zu optimieren, was die Erfolgsaussichten klinischer Prüfungen erhöhen kann. Das System wird in zwei verschiedenen Varianten angeboten: Neben einem freien Tarif, der Zugang zu 19 öffentlichen Datensätzen bietet, existiert eine professionelle Version für den industriellen Einsatz, die nun auch bei Servier zum Einsatz kommt.

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Datengrundlage durch das MOSAIC-Netzwerk

Ein zentraler Bestandteil der Lizenzvereinbarung ist die Öffnung des MOSAIC-Netzwerks für die Forschungsprojekte von Servier. Dieses Netzwerk stellt eine umfangreiche Sammlung klinischer und biologischer Daten dar, die speziell für die Onkologie zusammengestellt wurde. Laut den vorliegenden Informationen umfasst der Datensatz Informationen von 2.725 Patienten aus elf verschiedenen Therapiebereichen.

Die Tiefe der Daten ist dabei ein wesentliches Merkmal für die KI-gestützte Analyse. Pro Patient werden sechs verschiedene Datenmodalitäten und 100 klinische Variablen erfasst.

Ergänzt wird dieser Pool durch hochspezialisierte biologische Daten: Das Netzwerk beinhaltet 2.371 Datensätze aus dem Bereich der räumlichen Omics (Spatial Omics) sowie 2.168 Datensätze zur Einzelzell-Omics. Diese Kombination aus klinischen Verläufen und molekularbiologischen Details soll es der KI ermöglichen, komplexe Zusammenhänge in der Tumorentwicklung zu erkennen.

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Fortsetzung einer strategischen Forschungspartnerschaft

Die aktuelle Lizenzierung, die aus den Standorten New York und Paris gemeldet wurde, stellt keine völlig neue Geschäftsbeziehung dar. Vielmehr baut die Vereinbarung auf einer bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen Owkin und Servier auf. Bereits im Jahr 2023 hatten beide Unternehmen eine Partnerschaft geschlossen, die sich auf die Identifikation von Patientensubgruppen in der Onkologie konzentrierte.

Owkin verfolgt mit diesem Abschluss seine Strategie weiter, technologische Werkzeuge an etablierte Akteure der Pharmaindustrie zu lizenzieren. In der Vergangenheit wurden bereits ähnliche Vereinbarungen mit Unternehmen wie AstraZeneca, Boehringer Ingelheim und Sanofi getroffen.

Mit dem Pharmakonzern Amgen bestand zudem ein im Jahr 2021 geschlossener Pakt über eine Laufzeit von drei Jahren. Für Servier bedeutet der erweiterte Zugang zu K Pro und den MOSAIC-Daten eine Intensivierung der digitalen Strategie in der Krebsforschung, um durch den Einsatz von KI-Wissenschaftlern die Effizienz in der frühen Entwicklungsphase zu steigern.

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