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KI-Phishing: 86 Prozent aller Angriffe nutzen Künstliche Intelligenz

21.06.2026 - 04:44:28 | boerse-global.de

KI-gestützte Phishing-Angriffe erreichen 54 Prozent Klickrate. Betrügerische Jobangebote und manipulierte QR-Codes nehmen zu.

KI-Phishing: 86 Prozent aller Angriffe nutzen Künstliche Intelligenz
KI-Phishing - Eine Hand tippt auf einer Laptoptastatur, während auf dem Bildschirm ein gefälschtes Stellenangebot zu sehen ist. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Erfolgsquote ist alarmierend.

Jeder zweite Klick ist gefährlich

86 Prozent aller Phishing-Angriffe basieren inzwischen auf KI-Technologien. Das zeigt der aktuelle Phishing-Trends-Report von KnowBe4. Die Methode ist erschreckend effektiv: Während klassische Kampagnen nur auf 12 Prozent Klickrate kommen, klicken bei KI-gestützten Angriffen 54 Prozent der Empfänger auf den Link.

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Besonders die Reisebranche ist betroffen. Check Point Research verzeichnet im Mai einen Anstieg der Cyberangriffe um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Beispiel: Die Kampagne „Reservation Hijack“ auf Booking.com. Bitdefender Labs entdeckte die Masche bereits in über zehn Ländern.

176.000 Dollar verloren – durch einen Fake-Job

Ein Fall aus Kalifornien zeigt die neue Professionalität. Eine Frau verlor Ersparnisse von 176.000 US-Dollar. Sie hatte ein vermeintliches Remote-Jobangebot von Meta angenommen. Die Kommunikation lief über WhatsApp und eine manipulierte App. Meta löschte die betroffenen Konten – und gab bekannt, weltweit bereits über 6,8 Millionen betrügerische Accounts gesperrt zu haben.

Noch höher sind die Schäden beim „Pig Butchering“. Die Masche kombiniert Liebesbetrug mit Anlagebetrug. Eine US-Managerin verlor rund 790.000 Euro an einen angeblichen Bauunternehmer, der sie zu Kryptoinvestitionen drängte. Die Ermittler vermuten die Täter in Singapur und Nigeria.

Falsche Behörden, falsche Rechnungen

Auch in Europa schlagen Betrüger immer dreister zu. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt vor Anrufern, die sich als deren Mitarbeiter ausgeben. Sie locken Opfer auf gefälschte Websites und stehlen persönliche Daten.

Unternehmen und Vereine erhalten derzeit Rechnungen einer „Datenschutzdienst Deutschland UG“. Die angebliche „Jahrespauschale DSGVO-Absicherung“: rund 46 Euro. Die IHK Potsdam stellt klar: Die Firma firmiert unter nicht existenten Adressen. Betroffene sollten Anzeige erstatten.

Vor dem Amazon Prime Day (23. bis 26. Juni) warnen Experten vor einer Welle gefälschter Benachrichtigungen. Amazon schaltete im Vorjahr über 70.000 Phishing-Websites und 14.000 Telefonnummern ab.

Schweiz: Rekord bei Scheinselbstständigkeit

In der Schweiz missbrauchen Kriminelle die Personenfreizügigkeit. 2025 stellten Kontrolleure bei 9 Prozent der geprüften Selbstständigen aus dem EU/EFTA-Raum Scheinselbstständigkeit fest – ein neuer Rekord. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit entdeckte zudem 1456 gefälschte Dokumente.

Das Staatssekretariat für Migration erließ Anfang des Jahres eine neue Weisung zu gefälschten Ausweisen. Der Verband der Schweizer Einwohnerdienste plant für Herbst 2026 ein spezielles Kontroll-Kit. KI-Datenbanken, UV-Lampen und Lupen sollen die Prüfung ausländischer Ausweise verbessern.

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Das rät das BSI

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt: Reiseunterlagen nur über verifizierte Portale abrufen. Öffentliche WLANs ausschließlich per VPN nutzen. Starke Passwörter plus Zwei-Faktor-Authentisierung oder Passkeys verwenden.

Und Vorsicht vor QR-Codes: Unter „Quishing“ verstehen Sicherheitsbehörden manipulierte Codes, die auf schädliche Zahlungsseiten führen.

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