KI-Phishing springt auf 56 Prozent: Device-Attacken +1.300%
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 11:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
BetrĂŒger nutzen KI-generierte Echtzeit-Videoanrufe, um sich als der dubaische Kronprinz auszugeben und Opfer um ihr Geld zu bringen. Die Professionalisierung von Online-Betrug erreicht damit eine neue Eskalationsstufe.
IdentitÀtsdiebstahl per Deepfake
In einem international beachteten Fall verlor eine philippinische Hausangestellte 100.000 Pesos an BetrĂŒger. Die TĂ€ter gaben sich als Kronprinz Hamdan bin Mohammed aus und nutzten KI-generierte Videoanrufe, um eine persönliche Beziehung vorzutĂ€uschen. Nach der ersten Zahlung forderten die HintermĂ€nner â laut Ermittlungen nigerianische Syndikate â eine weitere Summe fĂŒr ein angebliches Treffen.
Die QualitĂ€t dieser Echtzeit-Deepfakes nimmt rasant zu. WĂ€hrend frĂŒher statische Bilder oder Textnachrichten ausreichten, setzen Kriminelle nun auf manipulierte Audioaufnahmen und Video-Streams. FĂŒr Laien ist eine IdentitĂ€tsprĂŒfung kaum noch möglich.
Milliardenverluste durch KI-KriminalitÀt
Die wirtschaftlichen SchĂ€den sind massiv. Laut Global Anti-Scam Alliance beliefen sich die weltweiten Verluste durch Betrug 2025 auf 442 Milliarden US-Dollar. Allein fĂŒr Imposter-Scams bezifferte die US-Handelsbehörde FTC den Schaden auf rund 3,5 Milliarden US-Dollar.
Auch im deutschsprachigen Raum steigen die Zahlen. Das Landeskriminalamt Baden-WĂŒrttemberg meldete fĂŒr 2025 SchĂ€den von 212 Millionen Euro durch Deepfake-Betrug. Die Dunkelziffer wird auf bis zu eine Milliarde Euro geschĂ€tzt. Neben romantischen Betrugsmaschen nutzen Kriminelle prominente Gesichter fĂŒr gefĂ€lschte Werbevideos von Anlageprodukten oder Gesundheitspillen.
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KI-Phishing auf dem Vormarsch
Die technologische Entwicklung zeigt sich in der rasanten Verbreitung von KI-Phishing. Marktanalysen zufolge stieg der Anteil KI-gestĂŒtzter Phishing-Angriffe im Dezember 2025 auf 56 Prozent aller VorfĂ€lle â verglichen mit nur 4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Besonders aggressiv entwickelten sich Device-Code-Attacken. Sie verzeichneten in der ersten JahreshĂ€lfte 2026 ein Wachstum von ĂŒber 1.300 Prozent.
Technologieunternehmen reagieren mit neuen Sicherheitsmechanismen. Apple integriert in iOS 27 ein Framework namens Trust Insights. Es analysiert Verhaltensmuster und Transaktionskontexte auf dem GerĂ€t, erkennt Betrugsversuche frĂŒhzeitig und kann Zahlungen verzögern oder zusĂ€tzliche Verifizierungen verlangen. Parallel dazu konnten Ermittlungsbehörden Erfolge erzielen. Google und das FBI zerschlugen das Popa-Botnetz, das zuvor rund zwei Millionen GerĂ€te kontrolliert hatte.
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Wachsamkeit bleibt der beste Schutz
Polizeibehörden mahnen zur Vorsicht. Sie raten dringend, niemals Geld an Internetbekanntschaften zu ĂŒberweisen, ohne deren IdentitĂ€t unabhĂ€ngig geprĂŒft zu haben. Experten empfehlen die Nutzung der BildrĂŒckwĂ€rtssuche und kritische PrĂŒfung von unaufgeforderten Kontaktanfragen in sozialen Medien.
FĂŒr das Klonen einer Stimme reichen bereits drei Sekunden Audiomaterial. Skepsis gegenĂŒber digitalen Inhalten bleibt das wichtigste Werkzeug der PrĂ€vention.
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