KI-Rechenzentrum: Microsoft-Partner betreibt 45 illegale Generatoren
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein durch Microsoft unterstütztes KI-Rechenzentrum im US-Bundesstaat New Jersey steht im Zentrum schwerer Vorwürfe wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Bundesrecht.
Der DataOne-Einrichtung in Vineland wird vorgeworfen, einen Großteil ihrer Energieinfrastruktur ohne die erforderlichen Genehmigungen zu betreiben. Dies erfolgt vor dem Hintergrund eines weltweit massiv zunehmenden Widerstands gegen die Expansion von Rechenzentren aufgrund ihres hohen Ressourcenverbrauchs.
Illegale Generatoren im Fokus der Behörden
Berichten zufolge betreibt die DataOne-Anlage in Vineland, etwa 40 Meilen von Philadelphia entfernt, insgesamt 62 Gasgeneratoren. Davon sollen 45 Einheiten ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigungen im Einsatz sein. Wärmebildaufnahmen von Drohnen, die durch Journalistenverbünde angefertigt wurden, belegen den Betrieb dieser nicht genehmigten Anlagen.
Ein ehemaliger Leiter der US-Umweltschutzbehörde EPA ordnete die Situation als Verstoß gegen geltendes Bundesrecht ein. Auch das Umweltministerium von New Jersey (NJ DEP) bestätigte, dass für die betreffende Einrichtung keine entsprechenden Genehmigungen erteilt wurden.
Die Anlage umfasst eine Fläche von rund 2,6 Millionen Quadratfuß und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Schulen, was die lokalen Bedenken hinsichtlich der Luftverschmutzung verstärkt. Das Projekt ist Teil eines weitreichenden Geschäftsabschlusses zwischen Microsoft und dem Unternehmen Nebius im Wert von 17 Milliarden US-Dollar.
Weltweite Debatte über Ressourcenverbrauch und Klimaziele
Der Fall in New Jersey ist kein Einzelfall, sondern spiegelt einen globalen Trend wider. In England forderte die Green Party kürzlich ein Moratorium für den Neubau von Rechenzentren und verwies dabei auf die Belastung der Wasser- und Stromnetze.
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Schätzungen zufolge verbrauchen die etwa 477 Rechenzentren in England jährlich rund 1,9 Milliarden Liter Wasser. Die britische Labour-Regierung lehnte einen solchen Baustopp jedoch mit der Begründung ab, eine Pause wäre verheerend für Arbeitsplätze und die nationale Sicherheit.
Branchenanalysten und Umweltbehörden warnen seit längerem vor dem steigenden Ressourcenbedarf. Ein Bericht der EPA zeigt, dass der Wasserverbrauch von US-Rechenzentren von 21 Milliarden Litern im Jahr 2014 auf 66 Milliarden Liter im Jahr 2023 gestiegen ist.
Bis zum Jahr 2028 wird ein weiterer Anstieg auf bis zu 124 Milliarden Liter prognostiziert. In Virginia erlauben Genehmigungen für Amazon-Standorte bereits den Ausstoß von jährlich 4.200 Tonnen Stickoxiden.
Zunehmender regulatorischer Druck in Nordamerika
Trotz geplanter Investitionen von über 700 Milliarden US-Dollar durch Branchengrößen wie Oracle, Meta, Google, Amazon und Microsoft in diesem Jahr wächst der politische Gegenwind.
In den USA hat die Debatte um Rechenzentren bereits Einfluss auf die politischen Diskurse im Vorfeld von Wahlen gewonnen. Während einige politische Akteure die Technologieentwicklung verteidigen, verschärfen Gouverneure in Bundesstaaten wie Texas und New York die Vorschriften.
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In Kalifornien befinden sich derzeit sieben Gesetzesentwürfe zur Regulierung von Rechenzentren im Gesetzgebungsprozess. Andere Regionen greifen zu drastischeren Maßnahmen:
- In der Chesapeake-Bay-Region haben 17 Kommunen Moratorien verhängt, in Maryland und Virginia wurden teilweise vollständige Bauverbote ausgesprochen.
- Im ersten Quartal 2026 wurden Projekte im Wert von 130 Milliarden US-Dollar abgelehnt.
- Der Bürgermeister von Chicago erließ im August 2026 eine Anordnung, die detaillierte Prüfungen zu Luftverschmutzung, Lärm und Ressourcenverbrauch vorschreibt.
- Im kanadischen Ontario genehmigte Oakville im August 2026 eine einjährige Pause für neue Projekte, während Entwickler dort künftig die vollständigen Kosten für den Netzausbau tragen müssen.
Umfragen verdeutlichen die gesellschaftliche Skepsis: Laut Daten von Gallup aus dem Frühjahr 2026 lehnen sieben von zehn US-Amerikanern den Bau neuer Rechenzentren ab. Neben Umweltaspekten treiben auch ökonomische Sorgen den Widerstand an, da steigende Netzkosten zunehmend auf die Endverbraucher umgelegt werden, was in betroffenen Gebieten zu Preiserhöhungen von bis zu 76 Prozent führen kann.
