KI-SchriftsÀtze vor Gericht: Verwaltungsrichter fordern klare Regeln
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Spitzen der deutschen Verwaltungsgerichtsbarkeit fordern klare gesetzliche Leitplanken fĂŒr den Umfang und Aufbau von Dokumenten in Gerichtsverfahren.
Zum Abschluss ihrer 65. Jahrestagung in LĂŒneburg, die am 3. Oktober 2026 zu Ende ging, sprachen sich die PrĂ€sidentinnen und PrĂ€sidenten der Oberverwaltungsgerichte und Verwaltungsgerichtshöfe sowie des Bundesverwaltungsgerichts fĂŒr verbindliche Vorgaben in der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) aus.
Ăberlastung durch fehleranfĂ€llige und ĂŒberlange Texte
Hintergrund der Initiative ist die zunehmende Verbreitung von SchriftstĂŒcken, die mithilfe kĂŒnstlicher Intelligenz verfasst werden. Nach EinschĂ€tzung der Konferenzteilnehmer binden KI-generierte, besonders umfangreiche und unĂŒbersichtliche SchriftsĂ€tze erhebliche richterliche Arbeitskraft.
HĂ€ufig seien zentrale AntrĂ€ge darin nur schwer auffindbar, wĂ€hrend beigefĂŒgte Nachweise und Fundstellen einer intensiven ĂberprĂŒfung bedĂŒrften. Diese Entwicklung belaste die Gerichte spĂŒrbar und gefĂ€hrde letztlich die GewĂ€hrung von effektivem Rechtsschutz in angemessener Zeit.
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Vor diesem Hintergrund wandten sich die GerichtsprÀsidentinnen und -prÀsidenten direkt an die Bundespolitik. Sie forderten die Bundesregierung auf, noch im laufenden Gesetzgebungsverfahren zur VwGO eine hinreichend bestimmte Rechtsgrundlage zu verankern, die verbindliche Regelungen zu Umfang und Struktur von SchriftsÀtzen ermöglicht.
Eine bereits bestehende Initiative des Bundesrates, die verbindliche Vorgaben fĂŒr den Umgang mit KI-SchriftsĂ€tzen anstrebt, wurde von den Teilnehmern der Jahrestagung ausdrĂŒcklich begrĂŒĂt.
Gerichtsinterne KI gilt nicht als Ausweg
Zugleich erteilte die Konferenz der Idee eine Absage, die Problematik auf technischem Wege innerhalb der Justiz aufzufangen. Der Einsatz von Gerichts-KI zur automatisierten Strukturierung oder Zusammenfassung ĂŒberlanger und ungeordneter SchriftsĂ€tze stelle keine tragfĂ€hige Lösung fĂŒr das Problem dar.
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Die Spitzen der Verwaltungsgerichte betonten in diesem Zusammenhang das prozessuale RollenverstĂ€ndnis: Die Verantwortung fĂŒr einen sachgerechten, geordneten und strukturierten Vortrag der Tatsachen und Rechtsansichten verbleibe auch im Zeitalter automatisierter Texterstellung vollumfĂ€nglich bei den Verfahrensbeteiligten und deren BevollmĂ€chtigten.
