KI-Selbstfinanzierung: Jeder sechste Beschäftigte zahlt 1,4 Mrd. Dollar
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deBeschäftigte in Großbritannien greifen zunehmend tief in die eigene Tasche, um Zugang zu generativer künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz zu erhalten. Laut der Studie „Deloitte UK GenAI Workforce Survey" gibt jeder sechste britische Beschäftigte eigenes Geld für KI-Tools aus, die er im Job nutzt.
In der Summe kommen so nach Angaben von Deloitte fast eine Milliarde Pfund zusammen – konkret 958 Millionen Pfund, umgerechnet rund 1,4 Milliarden US-Dollar, pro Jahr. Die Befragung wurde von Ipsos durchgeführt.
Generative KI ist im Arbeitsalltag angekommen
Die Erhebung zeigt, dass generative KI längst fester Bestandteil der Arbeitswelt in Großbritannien geworden ist. 63 Prozent der Beschäftigten nutzen entsprechende Werkzeuge für ihre Arbeit, ein Viertel davon sogar täglich.
Zwei Drittel der Beschäftigten haben demnach bereits Plattformen wie ChatGPT, Claude, Google Gemini oder Microsoft Copilot ausprobiert. Am häufigsten kommen die Tools laut der Studie bei der Informationssuche, beim Verfassen von E-Mail-Entwürfen und beim Erstellen von Zusammenfassungen zum Einsatz.
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Selbstzahler und Schatten-Nutzung
Besonders bemerkenswert ist der Studie zufolge, dass 17 Prozent der Beschäftigten mindestens ein KI-Tool aus eigener Tasche finanzieren. Gleichzeitig nutzt fast ein Drittel der Belegschaft – 31 Prozent – generative KI, ohne dass der Arbeitgeber davon weiß. Diese sogenannte Shadow AI entzieht sich damit weitgehend der Kontrolle der Unternehmen.
Bei der Wahl der Werkzeuge greifen 46 Prozent der Nutzer auf kostenlose Angebote zurück, während 34 Prozent Tools verwenden, die von ihrem Arbeitgeber bereitgestellt werden.
Zeitersparnis trifft auf fehlende Schulung
Trotz der teils inoffiziellen Nutzung berichten die Beschäftigten von spürbaren Effizienzgewinnen: Im Schnitt sparen sie laut der Deloitte-Studie 70 Minuten pro Woche durch den Einsatz generativer KI. Diesem Vorteil steht jedoch ein deutliches Qualifizierungsdefizit gegenüber – fast die Hälfte der Nutzer, nämlich 49 Prozent, hat keinerlei Schulung zum Umgang mit den eingesetzten KI-Tools erhalten.
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Die Ergebnisse zeichnen damit das Bild einer Belegschaft, die sich die Vorteile generativer KI eigenständig erschließt, teils auf eigene Kosten und teils am Arbeitgeber vorbei, während betriebliche Strukturen für Bereitstellung, Kontrolle und Schulung dieser Werkzeuge in vielen Fällen noch hinterherhinken.
