Kindersicherheit: Aktionsrat fordert Smartphone-Verbot an Grundschulen
01.06.2026 - 07:12:25 | boerse-global.de
Sie fordern strukturelle Konsequenzen im Bildungssystem.
Der Aktionsrat Bildung spricht sich für ein generelles Verbot von sozialen Medien an Grundschulen aus. Die Bildungswissenschaftlerin Nele McElvany von der Universität Dortmund sagt: Die Gefahren dieser Plattformen überlagerten die positiven Aspekte für diese Altersgruppe deutlich.
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Ein Gutachten belege eine Zunahme von Suchterscheinungen und Mobbingvorfällen unter Grundschulkindern. Als neues Bildungsziel schlug das Gremium die sogenannte mediale Integrität vor.
Smartphone-Nutzung beginnt viel zu früh
Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen empfiehlt bereits ein generelles Smartphone-Verbot an Grundschulen. Die Realität sieht anders aus: Laut einer Bitkom-Studie nutzen Kinder Smartphones durchschnittlich ab dem siebten Lebensjahr. Das erste eigene Gerät bekommen sie mit neun Jahren.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt Smartphones dagegen erst ab zwölf Jahren. Eine gewaltige Lücke zwischen Empfehlung und Realität.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Cybergrooming, Datenmissbrauch und Kostenfallen. Nur 47 Prozent der Eltern von 6- bis 13-Jährigen sprechen regelmäßig mit ihren Kindern über deren Online-Aktivitäten. Bei den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar nur 42 Prozent.
Schüler lernen zu wenig über KI und Datenschutz
Aktuelle Umfragen des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigen deutliche Defizite: Rund 63 Prozent der befragten 10- bis 17-Jährigen geben an, zu wenig über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz zu lernen. 52 Prozent sehen das Thema Datenschutz in der Schule als nicht ausreichend behandelt.
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Das BSI hat reagiert und ein spezielles Medienpaket für 10- bis 14-Jährige bereitgestellt. Es soll in Schulen die Medienkompetenz stärken.
Internationale Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch
Die Cybersicherheitsbehörde VNCERT/CC warnt davor, Zeugnisse oder Geburtsurkunden in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Kriminelle könnten diese Daten für gefälschte Schockanrufe missbrauchen.
In Südostasien startete Ende Mai ein Programm zum Schutz von Kindern im digitalen Umfeld, das bis 2030 läuft. Die Behörden bearbeiteten dort zuletzt über 1.800 Fälle von Kindesmissbrauch im Netz und blockierten rund 350.000 schädliche Webseiten.
Verschiedene Regionen riefen zudem einen Aktionsmonat für Kinder aus. Unter dem Leitbild der Sicherheit in der digitalen Ära stehen Schulungen zu Online-Sicherheit und zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
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