Kindertees im Test: Neun von 13 gut, aber Giftstoffe gefunden
26.06.2026 - 00:21:43 | boerse-global.de
Die Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern mit sicherer und nährstoffreicher Nahrung steht im Fokus aktueller Untersuchungen. Während Screening-Programme in Deutschland und Österreich seit Jahrzehnten erfolgreich Krankheiten frühzeitig erkennen, zeigen neue Produkttests und ein schwerwiegender Vorfall in Israel: Die Kontrolle von Lebensmitteln für die Kleinsten muss strenger werden.
Kritische Mikronährstoffe in der Bevölkerung
Deutsche Analysen zeigen: Vitamin D, Vitamin B12, Jod und Selen werden in der Bevölkerung häufig nicht ausreichend aufgenommen. Besonders Schwangere und Vegetarier sind betroffen. Dabei ist die Nährstoffversorgung bereits vor der Geburt entscheidend für die kindliche Entwicklung.
Die medizinische Diagnostik unterstützt diesen Prozess. Auf einem internationalen Kongress für Fetalmedizin Ende Juni in Wien diskutieren Experten Fortschritte in der pränatalen Diagnostik. Mithilfe fetaler Magnetresonanztomografien (MRT) lassen sich Anomalien bereits im Mutterleib erkennen. Eine häufige Beobachtung: Erweiterungen der Hirnventrikel von mehr als zehn Millimetern. Daten aus spezialisierten Kliniken zeigen: In rund 90 Prozent der Fälle handelt es sich um eine Normvariante, in zehn Prozent liegen Beeinträchtigungen vor. Künstliche Intelligenz unterstützt zunehmend die Bildanalyse.
Alarmierende Ergebnisse bei Kindertees
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Juni 13 Kindertees getestet. Neun Produkte schnitten mit „sehr gut“ oder „gut“ ab – doch einige Proben zeigten deutliche Mängel. Ein Produkt fiel durch hohe Werte an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) sowie Rückständen des verbotenen Insektizids Chlorpyrifos auf.
Besonders bei Fencheltees mahnen Experten zur Vorsicht. Sie enthalten Estragol, eine als krebserregend eingestufte Substanz. Die Empfehlung: Kinder bis vier Jahre sollten maximal eine Tasse Kräutertee pro Tag bekommen – und auf Fencheltee möglichst ganz verzichten.
60 Jahre Neugeborenen-Screening in Ă–sterreich
Der VKI-Test zeigt: Neun von 13 Kindertees sind gut, doch einige enthalten Giftstoffe wie Estragol oder Pestizidrückstände. Mit dem kostenlosen Wissens-Check erhalten Sie die Liste aller getesteten Produkte und eine Checkliste für sichere Tees. Wissens-Check per E-Mail anfordern
Ein zentraler Baustein der Gesundheitsvorsorge nach der Geburt ist das Neugeborenen-Screening. In Österreich blickt das Programm auf eine 60-jährige Geschichte zurück – seit 1966 wurden rund fünf Millionen Neugeborene untersucht. Bei etwa 3.500 Kindern konnten frühzeitig Behandlungen eingeleitet werden.
Jährlich analysieren Labore rund 78.000 Blutproben, die 36 bis 72 Stunden nach der Geburt entnommen werden. Das Screening umfasst aktuell mehr als 30 Krankheitsbilder. Pro Jahr werden so etwa 130 Säuglinge mit behandlungsbedürftigen Erkrankungen identifiziert. Das Programm ist für Eltern kostenlos und in die staatliche Gesundheitsvorsorge integriert.
Benzodiazepine in Babynahrung: Vorfall in Jerusalem
Dass die Sicherheit von Säuglingsnahrung keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt ein aktueller Fall aus Israel. In Produkten einer speziellen Babynahrungsmarke wurden Benzodiazepine nachgewiesen – konkret die Wirkstoffe Clonazepam und Lorazepam. Mehrere Kleinkinder mussten stationär behandelt werden, konnten das Krankenhaus aber inzwischen wieder verlassen.
Betroffene Verkaufsstellen wurden Mitte Juni 2026 geschlossen. Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat Ermittlungen aufgenommen, um die Ursache der Kontamination zu klären.
Betrifft Sie das? Fencheltee für Babys kann Estragol enthalten – eine als krebserregend eingestufte Substanz. Die kostenlose Checkliste zeigt, welche Tees für Ihr Kind unbedenklich sind. Checkliste anfordern
Neue UnterstĂĽtzung fĂĽr Alleinerziehende
Neben der medizinischen Absicherung rückt auch die soziale Unterstützung von Familien in den Fokus. Für Alleinerziehende wurde ein neuer Unterstützungsfonds beschlossen, der ab dem 1. Juli 2026 zur Verfügung steht. Mit einem jährlichen Volumen von 35 Millionen Euro sollen finanzielle Engpässe bei fehlenden Unterhaltszahlungen abgefedert werden. Für gewaltbetroffene Alleinerziehende sind zudem Starthilfen von bis zu 4.000 Euro vorgesehen – um die materielle Basis für die Versorgung der Kinder zu sichern.
