Kinderübergewicht: Jedes fünfte Kind in Dortmund betroffen
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 22:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das ergaben Schuluntersuchungen aus dem Jahr 2025. Die Zahl ist alarmierend – und sie steht stellvertretend für einen bundesweiten Trend. Kommunen, Krankenkassen und Vereine ziehen deshalb an einem Strang.
Prävention mit System: Coaches und Kochkurse
Ein neues Projekt in Bremen und Bremerhaven zeigt, wie die Offensive aussehen kann. Bis 2028 sollen rund 4.000 Kinder in Grundschulen und Kitas erreicht werden. Die BKK firmus hat das Vorhaben gemeinsam mit dem Bremer Senat gestartet. Spezielle Coaches kommen direkt in die Einrichtungen und fördern Bewegung vor Ort.
Dortmund geht einen ähnlichen Weg. Ab dem 1. Januar 2027 gibt es dort eine unbefristete Stelle für eine Gesundheitsfachkraft an Grundschulen. Ihre Aufgaben: Kochkurse organisieren, Elterncafés aufbauen und Bewegungsparcours koordinieren. Ziel ist ein doppelter – mehr Sport und bessere Ernährung.
In der Region Bamberg stattet die AOK Ganztagesklassen mit Sportgeräten aus. Laufstelzen und Sprungseile sollen Bewegung ganz selbstverständlich in den Schulalltag integrieren.
Spielerische Anreize für die Kleinsten
Im Kreis Minden-Lübbecke setzt der Kreissportbund auf einen einfachen Trick. Mitte Juli nahmen rund 700 Kinder aus 19 Kitas an einer Aktion teil: Wer zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zur Einrichtung kommt, sammelt Stempel für seinen „Bewegungspass“. Die Organisatoren berichten von einem positiven Nebeneffekt – die Verkehrssituation vor den Kitas hat sich spürbar entspannt.
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Spendenlauf mit Rekordambitionen
Die Initiative „Ostalb läuft und schwimmt“ startete im Juli in ihre 21. Auflage. Das Ziel: die Marke von einer Million Euro Gesamtspenden knacken. Seit 2006 kamen durch die Bewegungsprojekte bereits über 926.000 Euro für den Kinder- und Jugendhospizdienst zusammen. Die Teilnehmerzahlen sind beeindruckend: 2025 machten über 10.800 Kinder aus 112 Einrichtungen mit und absolvierten mehr als 324.000 Bewegungsminuten.
Neue Spielplätze und kostenlose Freibäder
In Koblenz-Rübenach wurde im Juli eine neue Bewegungsfläche eröffnet. Kostenpunkt: rund 191.000 Euro. Die Anlage bietet Trampoline und eine Calisthenics-Anlage. Bei der Planung hatten 40 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren ein direktes Mitspracherecht.
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Bonn geht einen anderen Weg: Während der Sommerferien ist der Eintritt in Freibäder für unter 18-Jährige kostenlos. Finanziert wird das aus frei gewordenen Haushaltsmitteln. Ferienprogramme in Schlitz oder Mettmann bieten zusätzlich Klettern und Hüttenbau – und legen dabei Wert auf Inklusion. Anfang Juli nahmen in Schlitz bereits 17 Kinder an einem integrativen Treff teil.
Die Initiativen sind vielfältig: Von Sportakrobatik in Aalen bis zu Kreissportfesten mit über 140 Teilnehmenden in Niederbayern reicht das Spektrum. Die Botschaft der Experten ist klar: Nur durch enge Kooperation zwischen Schulen, Vereinen und Fachstellen lässt sich der Bewegungsmangel nachhaltig bekämpfen.
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