Kirschenanbau, Mahaleb

Kirschenanbau: Mahaleb CDR-1 trotzt extremem Salzstress am besten

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 12:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie aus Xinjiang vergleicht fünf Kirsch-Unterlagen und weist Mahaleb CDR-1 als robusteste Variante bei Salzstress aus.

Kirsch-Unterlagen im Salzstress: Mahaleb CDR-1 überzeugt
Nahaufnahme eines jungen Kirschbaums in einem Gewächshaus mit Fokus auf die Textur der Unterlage und die grünen Blätter. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die fortschreitende Bodenversalzung stellt den weltweiten Obstbau vor wachsende Herausforderungen. Besonders im intensiven Kirschenanbau ist die Auswahl geeigneter Unterlagen entscheidend, um Erträge auch unter ungünstigen Umweltbedingungen zu sichern.

Eine wissenschaftliche Untersuchung in der chinesischen Region Xinjiang hat nun die physiologischen Reaktionen verschiedener Kirsch-Unterlagen auf Salzstress analysiert. Dabei erwies sich die Varietät Mahaleb CDR-1 als die widerstandsfähigste Option im Vergleich zu anderen gängigen Unterlagen.

Physiologische Auswirkungen extremer Salzkonzentrationen

In der im Fachjournal „Plants“ unter dem Titel 15(5):737 veröffentlichten Studie von Zhang et al. untersuchten Forschungseinrichtungen das Verhalten von fünf verschiedenen Kirsch-Unterlagen unter kontrollierten Bedingungen. Dabei wurden die Pflanzen unterschiedlichen Konzentrationen von Natriumchlorid (NaCl) im Bereich von 0 bis 300 mmol/L ausgesetzt.

Die Ergebnisse verdeutlichen die erheblichen Belastungen, denen Obstgehölze bei hoher Salinität ausgesetzt sind, zeigen aber auch signifikante Unterschiede in der Anpassungsfähigkeit der Genotypen.

Bei einer extremen Salzbelastung von 300 mmol/L verzeichnete die Unterlage Mahaleb CDR-1 zwar deutliche Einbußen in der Stoffwechselaktivität, blieb jedoch im Vergleich zu den anderen Testobjekten am stabilsten. Die Nettophotosynthese reduzierte sich bei diesem Belastungsgrad um 55,77 % gegenüber der Kontrollgruppe.

Parallel dazu sank die Transpirationsrate um 19,82 %, während die stomatäre Leitfähigkeit, ein Maß für den Gasaustausch über die Spaltöffnungen der Blätter, um 58,31 % zurückging. Diese Werte belegen, dass die Pflanze ihre physiologischen Prozesse stark drosselt, um dem osmotischen Stress entgegenzuwirken.

Vergleich der Unterlagen und biochemische Marker

Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung war der Vergleich der Salztoleranz zwischen den verschiedenen Unterlagen. Die Forscher etablierten eine klare Rangfolge der Widerstandsfähigkeit gegen NaCl-Stress. Demnach erwies sich Mahaleb CDR-1 als am tolerantesten, gefolgt von Daqingye, Krymsk5 und Gisela 6. Die geringste Toleranz gegenüber Versalzung wurde bei der Unterlage Colt festgestellt.

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Biochemische Parameter stützen diese Einordnung. Ein wichtiger Indikator für die Stressbewältigung bei Pflanzen ist die Akkumulation von Prolin, einer Aminosäure, die den osmotischen Druck in den Zellen reguliert.

Bei einer moderaten Salzbelastung von 150 mmol/L erreichte Mahaleb CDR-1 eine maximale Prolin-Konzentration von 29,81 ?g/g. Im Vergleich dazu lag dieser Wert bei der Unterlage Colt mit 25,85 ?g/g deutlich niedriger, was auf eine schwächere physiologische Anpassungsreaktion hindeutet.

Zudem lieferte die Messung des Malondialdehyd-Gehalts (MDA), ein Marker für oxidative Schäden an Zellmembranen, wichtige Erkenntnisse über die Zellstabilität. Bei der salzempfindlichen Unterlage Colt stieg der MDA-Wert unter maximalem Salzstress von 300 mmol/L um 80,84 % an. Dieser massive Anstieg signalisiert eine erhebliche Schädigung der Zellstrukturen durch den Einfluss des Natriumchlorids.

Wissenschaftlicher Kontext und Bedeutung für die Landwirtschaft

Die Erkenntnisse über die spezifische Leistungsfähigkeit von Mahaleb CDR-1 gewinnen vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung und der damit verbundenen Degradation landwirtschaftlicher Flächen an Bedeutung.

Fachleute und politische Entscheidungsträger weisen vermehrt auf die Notwendigkeit einer krisenfesten Lebensmittelversorgung hin. So betonen beispielsweise Bundestagsabgeordnete der Grünen in einem aktuellen Positionspapier, dass der Klimawandel die landwirtschaftliche Produktion und etablierte Lieferketten gefährde.

Forschungsarbeiten wie jene von Zhang et al. liefern die notwendige Datenbasis, um Obstbaubetrieben Handlungsoptionen für die Standortwahl und Sortenplanung aufzuzeigen.

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Während Regionen wie Unterfranken oder Oberbayern laut Studien der Technischen Universität München (TUM) zwar teilweise von steigenden Temperaturen profitieren konnten, nähert sich die konventionelle Landwirtschaft in vielen Bereichen bereits ihrem klimatischen Optimum.

Die Identifizierung salzresistenter Unterlagen wie Mahaleb CDR-1 stellt somit einen wichtigen Baustein dar, um die Resilienz des Obstbaus gegenüber zunehmenden Umweltbelastungen zu stärken.

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