Klebefaden-Trick, Polizei

Klebefaden-Trick: Polizei Hamburg warnt vor unsichtbaren Einbruchsmarkern

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 00:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Polizei Hamburg erklÀrt die Abwesenheitskontrolle durch KlebefÀden und empfiehlt, verdÀchtige Funde zu dokumentieren und zu melden.

Hamburger Polizei warnt vor kaum sichtbaren FĂ€den an WohnungstĂŒren
Nahaufnahme einer dunklen WohnungstĂŒr in einem Altbau mit Fokus auf den TĂŒrspalt und die Schatten im TĂŒrrahmen. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizei Hamburg warnt vor einer Masche von Einbrechern, die als Klebefaden-Trick bekannt ist. Kriminelle befestigen dabei hauchdĂŒnne FĂ€den zwischen der TĂŒrzarge und dem TĂŒrblatt, um die Anwesenheit von Bewohnern gezielt auszukundschaften. Die Hamburger Ermittler veröffentlichten dazu entsprechendes Bildmaterial, um die Bevölkerung fĂŒr diese Vorgehensweise zu sensibilisieren.

Nahezu unsichtbare Markierungen zur Abwesenheitskontrolle

Das Prinzip hinter der Methode ist simpel: Bleibt der gespannte Faden ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum unbeschĂ€digt, gehen TĂ€ter davon aus, dass die Wohnung derzeit unbewohnt ist. Wird die TĂŒr hingegen geöffnet und der Faden zerrissen, signalisiert dies regelmĂ€ĂŸige Anwesenheit.

Nach Angaben von Medienberichten werden die FĂ€den hĂ€ufig mit Klebepunkten oder Heißkleber befestigt. Die spinnwebenartigen FĂ€den sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen und werden meist erst im gezielten Licht einer Taschenlampe sichtbar.

Die Vorgehensweise ist auch den Berliner Sicherheitsbehörden bekannt und könnte nach EinschÀtzung der Hamburger Polizei bundesweit zur Anwendung kommen.

Bereits am Wochenende vom 29. bis zum 30. August 2026 wurden im Teterower Ring im Berliner Stadtteil Kaulsdorf-Nord mehrere WohnungstĂŒren auf diese Weise markiert, wobei es in einem Fall zu einem Einbruch mit Entwendung von Bargeld kam. In der Nacht zum 11. September 2026 registrierte die Berliner Polizei dort erneut manipulierte TĂŒren; ein zweiter Einbruchsversuch scheiterte.

Die Methode gilt als Weiterentwicklung Ă€lterer Vorgehensweisen. VorlĂ€ufer war der sogenannte Klebefolientrick, bei dem TĂ€ter Folien- oder Plastikstreifen zwischen Zarge und TĂŒrblatt platzierten.

Neben Klebestreifen ĂŒber TĂŒrspalten oder Schlössern nutzen Kriminelle auch andere Indikatoren zur Abwesenheitskontrolle: Dazu gehören eingeklemmte Papier- oder Plastikschnipsel, auf Eingangsstufen platzierte Steine oder Äste sowie offensichtliche Merkmale wie ĂŒberquellende BriefkĂ€sten und dauerhaft unbenutzte MĂŒlltonnen.

Anzeige

Die Polizei Hamburg warnt vor dem Klebefaden-Trick: Kaum sichtbare FĂ€den zwischen TĂŒrzarge und TĂŒrblatt verraten Einbrechern, ob eine Wohnung lĂ€nger leer steht. Mit einer klaren Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung prĂŒfen Sie Ihre eigene TĂŒr und wissen beim Fund sofort, was zu tun ist. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Berichten zufolge entdeckten Nutzer in Online-Foren vereinzelt auch Papierreste im TĂŒrbereich, was fĂŒr sich allein jedoch keinen zweifelsfreien Beweis fĂŒr einen geplanten Einbruch darstellt.

Empfehlungen der Behörden zur PrÀvention

Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit verzeichnen die Ermittlungsbehörden traditionell steigende Einbruchszahlen. Bei der Entdeckung verdĂ€chtiger KlebefĂ€den rĂ€t die Hamburger Polizei dazu, den Faden keinesfalls eigenhĂ€ndig abzureißen.

Stattdessen sollten Betroffene den Fund sofort fotografisch dokumentieren, die genaue Uhrzeit notieren und umgehend den Polizeinotruf verstÀndigen. Zudem wird empfohlen, Nachbarn einzubinden, damit diese ein wachsames Auge auf den Eingangsbereich haben.

FĂŒr den allgemeinen Schutz von Wohnungen und HĂ€usern sprechen die Ermittler klare Verhaltensregeln aus. Fenster sowie Balkon- und TerrassentĂŒren sollten nachts und beim Verlassen der RĂ€ume stets vollstĂ€ndig geschlossen und nicht gekippt bleiben.

Anzeige

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigen traditionell die Einbruchszahlen — und neben KlebefĂ€den nutzen TĂ€ter auch Papierschnipsel, Steine auf der Eingangsstufe oder ĂŒberquellende BriefkĂ€sten als Abwesenheitssignale. Unser Leitfaden bĂŒndelt die wichtigsten Schutzmaßnahmen fĂŒr Wohnung und Haus in einer kompakten Checkliste. Checkliste Einbruchschutz jetzt sichern

Haus- und WohnungstĂŒren mĂŒssen stets fest abgeschlossen werden, wĂ€hrend das Deponieren von ErsatzschlĂŒsseln im Außenbereich tabu bleiben sollte. Geht ein SchlĂŒssel verloren, ist der Austausch des Schlosses angeraten. In MehrfamilienhĂ€usern sollte zudem darauf geachtet werden, dass die HaupteingangstĂŒr stets geschlossen bleibt.

Bei lĂ€ngerer Abwesenheit raten Experten dazu, Nachbarn um die regelmĂ€ĂŸige Leerung des Briefkastens zu bitten, Anwesenheit ĂŒber Zeitschaltuhren vorzutĂ€uschen und auf UrlaubsankĂŒndigungen in sozialen Netzwerken in Echtzeit zu verzichten. Die Hamburger Polizeikommissariate bieten zu diesen Themen kostenfreie Vor-Ort-Beratungen fĂŒr BĂŒrger an.

Mehr zum Thema bei t-online: „Einbruch durch Klebefaden-Trick: Polizei warnt vor neuer Masche“

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70306452 |