Klimaküche, Regionale

Klimaküche: Regionale Pflanzenproteine ersetzen Fleisch

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 01:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regionale Zutaten, pflanzliche Produkte und spezialisierte Kochkurse prägen die Gastronomie, während Zertifizierungen Qualität sichern und Nachwuchs fehlt.

Gastronomie im Wandel: Regionale Produkte und neue Grillkurse
Frische, unverarbeitete regionale Zutaten und Kräuter auf einer hölzernen Arbeitsfläche in einer professionellen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Die Weiterbildung im kulinarischen Bereich sowie die Profilierung regionaler Erzeugnisse gewinnen in der Gastronomie und für Privathaushalte zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Bildungsangebote und Produktentwicklungen zeigen einen Trend hin zu spezialisierten Zubereitungstechniken und der Nutzung lokaler Ressourcen.

Vielfalt moderner Grill- und Zubereitungskonzepte

Im Bereich der kulinarischen Weiterbildung konzentrieren sich Anbieter verstärkt auf themenspezifische Seminare, die über das klassische Grillen hinausgehen. In Benneckenstein steht beim Seminar „Harzhaft Lecker“ mit Andreas Rummel die Verarbeitung regionaler Rohstoffe wie Wild, Lamm, Forelle und Rind im Vordergrund. Das Konzept sieht ein mehrgängiges Menü vor, bei dem regionale Grillgerichte und Gemüse im Werk3 zubereitet werden.

Parallel dazu rücken in Dresden technische Aspekte in den Fokus. Die dortige Kochagentur-Kochschule thematisiert in ihren Kursen verschiedene Grilltechniken sowie den Einsatz von Smokern. Das Programm umfasst die Zubereitung von Steaks, die Überwachung von Gartemperaturen sowie die Herstellung von Dips und gegrillter Pizza.

Ein weiterer Trend zeigt sich in der Integration internationaler Einflüsse in das Grillhandwerk. In Werlte werden im Rahmen eines Streetfood-Grillkurses asiatische Gerichte, Tacos und exotische Speisen zubereitet. Das Angebot richtet sich für einen Preis von 99 € sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene.

Nachhaltigkeit und pflanzliche Alternativen

Neben der Fleischzubereitung gewinnen ökologische und gesundheitliche Aspekte an Gewicht. Ein Beispiel für produktseitige Innovationen ist das Projekt „Ryce“ in Brandenburg. Hierbei handelt es sich um einen Milchreis-Ersatz aus geschliffenem Lichtkornroggen, der von einer Kooperation aus sechs Bio-Landwirten und Forschungsinstituten entwickelt wurde.

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Seit dem 7. September 2026 wird das Produkt über Großhändler in Berlin und Brandenburg vertrieben, wobei die Einführung von kleineren Packungen für den Einzelhandel für den Winter geplant ist.

Zudem etablieren sich Bildungsformate zur klimabewussten Ernährung. In der Mittelschule Lengau ist für den 23. September 2026 eine Veranstaltung zum Thema proteinreiche Ernährung mit regionalen, pflanzlichen Lebensmitteln angesetzt.

Unter der Leitung einer Gastköchin liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung einer sogenannten Klimaküche. Ergänzend dazu werden traditionelle Konservierungsmethoden wiederentdeckt, wie ein Fermentier-Kurs am 25. September 2026 im Bauernhofmuseum Jexhof unterstreicht.

Qualitätssicherung und Nachwuchssituation im Handwerk

Die Förderung der Qualität im Gastgewerbe erfolgt verstärkt über regionale Zertifizierungen. Im Rahmen des Qualitätssiegels „Hessen à la carte“ wurden im Kreis Offenbach drei Betriebe – das Ebbelsche in Rödermark, die Blaue Blume in Dreieich und das Forsthaus in Mühlheim – mit jeweils zwei Landeslöwen ausgezeichnet. Insgesamt sind hessenweit 56 Gaststätten zertifiziert, wobei die Einhaltung der Kriterien alle drei Jahre überprüft wird.

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In Rheinland-Pfalz wird die Bedeutung des Genusshandwerks durch den Landesehrenpreis gewürdigt. Für den 20. September 2026 ist die vierte Vergabe dieses Preises in Trier geplant, bei der Betriebe durch das Wirtschaftsministerium für ihre Leistungen ausgezeichnet werden.

Trotz dieser Qualitätsbemühungen steht das Lebensmittelhandwerk vor personellen Herausforderungen. Berichte im Vorfeld des 13. Rhöner Wurstmarkts, der für den 10. und 11. Oktober 2026 in Ostheim terminiert ist, verdeutlichen die angespannte Ausbildungssituation.

Für das Schuljahr 2026/27 werden zwei Klassen mit voraussichtlich 35 Schülern aus vier Landkreisen erwartet. Im Jahr 2026 konnten lediglich ein Metzger und ein Verkäufer ihre Ausbildung erfolgreich abschließen, was den Bedarf an Nachwuchsgewinnung in der Branche unterstreicht.

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