Oberwart, TAVI-Eingriff

Klinik Oberwart: 100. TAVI-Eingriff nach nur einem halben Jahr

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 03:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oberwart meldet steigende kardiologische Behandlungszahlen; nach aufgehobener Bewilligung will das Land einen neuen Bescheid erreichen.

Klinik Oberwart erreicht 100 TAVI-Eingriffe und plant Herzzentrum
Ein heller, menschenleerer Krankenhausflur in einer modernen Klinik mit reflektierendem Boden und einer TĂŒr am Ende. Illustration mit AI erstellt.

Die Klinik Oberwart hat rund ein halbes Jahr nach EinfĂŒhrung der Methode ihren 100. TAVI-Eingriff verzeichnet. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine kathetergestĂŒtzte Implantation von Herzklappen. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 rechnet der Standort mit mehr als 140 solcher Eingriffe, wie aus Berichten von Anfang Oktober 2026 hervorgeht.

Die Etablierung des Verfahrens erfolgt vor dem Hintergrund einer hohen Relevanz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Andreas Ochsenhofer, Abteilungsleiter an der Klinik Oberwart, wies darauf hin, dass die MortalitĂ€t bei einer unbehandelten Aortenklappenstenose bei 50 Prozent pro Jahr liege und die Überlebenschance in solchen FĂ€llen maximal zwei Jahre betrage. Oberarzt Vock verwies auf eine persönliche Erfahrung von ĂŒber 4.000 TAVI-Eingriffen und sah damit die geĂ€ußerte Kritik an den Fallzahlen widerlegt.

Deutlicher Anstieg der kardiologischen Fallzahlen

Neben den TAVI-Implantationen verzeichnet die Klinik Oberwart auch in weiteren kardiologischen Bereichen wachsende Behandlungszahlen. Bei strukturellen Herzerkrankungen wurden im Jahr 2026 bis einschließlich September 76 Eingriffe durchgefĂŒhrt, nachdem es im gesamten Jahr 2025 noch 33 Eingriffe gewesen waren. Bis zum Jahresende werden hier ĂŒber 100 Behandlungen erwartet.

In der Elektrophysiologie stieg die Zahl der Eingriffe von 158 im Jahr 2025 auf 256 bis September 2026; fĂŒr das Gesamtjahr liegt die Hochrechnung bei 340 Eingriffen.

Im Jahr 2024 waren an der Klinik zudem 797 Koronarangiographien registriert worden. Die Auslastung der Einrichtung ist hoch, wobei auch Patientinnen und Patienten aus der benachbarten Steiermark versorgt werden.

Rechtlicher Konflikt um den Versorgungsauftrag

Trotz der steigenden Fallzahlen steht der Standort in einer juristischen und gesundheitspolitischen Auseinandersetzung. Das Landesverwaltungsgericht Burgenland (LVwG) hob Ende September den Bewilligungsbescheid fĂŒr die Herzchirurgie der Klinik Oberwart auf. Das Land Burgenland kĂŒndigte an, gegen diese Entscheidung in Revision zu gehen.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erklĂ€rte laut Berichten vom 2. Oktober 2026, der laufende Echtbetrieb bestĂ€tige den ursprĂŒnglichen Aufbauplan. Man könne nun mit realen Fallzahlen anstelle von Prognosen arbeiten, weshalb ein neuer Bescheid auf Basis der tatsĂ€chlichen Behandlungsdaten angestrebt werde.

Anzeige

Wer sich mit der langfristigen StĂ€rkung der Herzgesundheit befasst, findet in diesem kostenlosen Ratgeber eines deutschen Olympia-Experten 17 gezielte Übungen fĂŒr den Alltag. Kostenlosen Ratgeber mit 3-Minuten-Übungen jetzt sichern

Zudem ĂŒbte Doskozil Kritik am Gesundheitsministerium sowie der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) wegen einer Verunsicherung der Patientinnen und Patienten. Als nĂ€chster strategischer Schritt des Landes ist die Schaffung eines Herzzentrums geplant, das Kardiologie und Herzchirurgie vereint.

Patientenströme und regionale Versorgungsdaten

Das Land Burgenland investiert jĂ€hrlich rund 200 Millionen Euro zusĂ€tzlich in seine Klinik, um die medizinische Eigenversorgung zu stĂ€rken. Aktuell finden 65 Prozent der stationĂ€ren Spitalsaufenthalte der burgenlĂ€ndischen Bevölkerung im eigenen Bundesland statt, wĂ€hrend 35 Prozent außerhalb erfolgen.

Binnen Jahresfrist stieg der landeseigene Versorgungsanteil in der interventionellen Kardiologie von 58 Prozent auf 67 Prozent, bei Augenbehandlungen von 38 Prozent auf 50 Prozent und bei Krebsbehandlungen von 46 Prozent auf 50 Prozent. Über alle medizinischen Bereiche hinweg verbesserte sich die Gesamtbilanz um einen Prozentpunkt.

Gleichzeitig verzeichneten die burgenlĂ€ndischen SpitĂ€ler im Vorjahr 11.538 stationĂ€re Aufenthalte von Personen aus anderen BundeslĂ€ndern. Der Austausch mit der Steiermark verlief dabei weitgehend ausgeglichen: 5.313 steirischen Aufenthalten im Burgenland standen 5.386 Aufenthalte von BurgenlĂ€nderinnen und BurgenlĂ€ndern in der Steiermark gegenĂŒber.

Anzeige

Neben der modernen GerĂ€temedizin rĂŒcken natĂŒrliche Methoden zur UnterstĂŒtzung des Herz-Kreislauf-Systems immer stĂ€rker in den Fokus von Experten. Dieser Gratis-Report erklĂ€rt, wie Betroffene ihre Werte durch spezifische Atem- und EntspannungsĂŒbungen ohne Medikamente verbessern können. 8 natĂŒrliche Maßnahmen gegen Bluthochdruck kostenlos herunterladen

Deutlich asymmetrischer fielen die Patientenströme Richtung Wien aus, wo 9.292 BurgenlĂ€nder stationĂ€r behandelt wurden, wĂ€hrend 1.376 Wiener im Burgenland versorgt wurden. Bei Niederösterreich lag das VerhĂ€ltnis bei 7.367 Aufenthalten burgenlĂ€ndischer Patienten gegenĂŒber 4.639 Behandlungen niederösterreichischer Patienten im Burgenland.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben fĂŒhrende Todesursache

Die bundesweiten Kennzahlen verdeutlichen die Bedeutung spezialisierter kardiologischer KapazitĂ€ten. Angaben der Statistik Austria zufolge waren im Jahr 2025 insgesamt 33,4 Prozent aller TodesfĂ€lle in Österreich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurĂŒckzufĂŒhren, was 29.300 Verstorbenen entspricht. Dennoch sank die altersstandardisierte Sterberate bei diesen Erkrankungen im Vergleich zur Periode 2015 bis 2019 um 11 Prozent.

Von den 87.902 Toten des Jahres 2025 wiesen 23.081 zusÀtzlich eine essenzielle Hypertonie auf dem Totenschein auf. Bezogen auf spezifische Herzkrankheiten entfielen 14,0 Prozent auf eine nicht nÀher bezeichnete Herzinsuffizienz, 10,3 Prozent auf Vorhofflimmern und 9,2 Prozent auf eine atherosklerotische Herzkrankheit.

Im Bereich der PrĂ€vention und Risikofaktoren verwies die Kardiologin Mascherbauer auf prĂ€ventive Lebensstileffekte: Demnach senken zehn Stunden moderate Bewegung pro Woche das Herzinfarktrisiko um ĂŒber 30 Prozent, wobei 150 Minuten intensiver Sport denselben Effekt erzielen. Zudem gehe bis zum 70. Lebensjahr ein Drittel der Muskelmasse verloren. Bluthochdruck betreffe ab dem Grenzwert von 140 zu 90 mindestens ein Viertel der Bevölkerung.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70222375 |