Kniearthrose: Kraft- und Ausdauertraining schlägt Muskelschwund
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 14:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Orthopäden setzen zunehmend auf einen Mix aus gezielter Bewegung, moderner Chirurgie und innovativen Medikamenten.
Training ist die beste Medizin
Ein Orthopäde aus Trier betonte Mitte Juli: Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining ist die effektivste Waffe gegen altersbedingten Muskelschwund. Regelmäßigkeit entscheidet über den Erfolg. Empfohlen werden Übungen, die zweimal täglich mit je fünf schmerzfreien Wiederholungen durchgeführt werden.
Eine spezielle Gehmethode sorgt derzeit für Aufsehen. Das Prinzip: Drei Schritte einatmen, ein Schritt Pause, drei Schritte ausatmen, ein Schritt Pause. Drei- bis fünfmal pro Woche für 45 bis 60 Minuten soll diese Technik nicht nur die Fettverbrennung ankurbeln, sondern auch Stress abbauen.
Neues Gel macht Knorpel sichtbar
Die Forschung arbeitet an besseren Kontrollmöglichkeiten. Mitte Juli wurde ein neuartiges Injektionsgel auf Hyaluronsäure-Basis vorgestellt. Es enthält ein jodhaltiges Kontrastmittel – Ärzte können den Knorpel damit über Wochen per Röntgen oder CT live überwachen. Tierversuche zeigen: Das Gel schützt den Knochen, und die Abbaugeschwindigkeit steigt mit der Entzündungsintensität. Klinische Studien am Menschen stehen bevor.
Auch bei biologischen Verfahren gibt es Fortschritte. Eine Studie von 2024 belegt: Drei PRP-Injektionen (plättchenreiches Plasma) wirken besser als eine einzelne. Ein chinesisches Pharmaunternehmen erhielt zudem im Juli die Zulassung für klinische Studien zu einem neuen Medikament gegen Arthritis und Lupus.
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Hausmittel mit wissenschaftlicher Rückendeckung
Nicht nur die Schulmedizin liefert Ergebnisse. Eine Meta-Analyse von 2021 bestätigt die schmerzlindernde Wirkung von Kurkumin. Boswellia (Weihrauch) zeigte in einer Analyse von 2025 signifikante Effekte bei Gelenksteifigkeit. Sogar eine ältere Studie zu Kollagenhydrolysat aus dem Jahr 2008 deutet auf Vorteile bei belastungsbedingten Beschwerden hin.
Kritisch sieht die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) die verpflichtende Zweitmeinung vor einem Knie- oder Hüftgelenkersatz – sie hält die Regelung für überzogen.
Schneller wieder auf die Beine
Wenn konservative Methoden versagen, helfen minimalinvasive Eingriffe. Berliner Kliniken setzen auf das „Enhanced Recovery“-Prinzip: Patienten beginnen vier bis sechs Wochen vor der OP mit einer Prehabilitation. Ziel ist die Mobilisation am Tag nach dem Eingriff, die vollständige Genesung soll in rund drei Monaten möglich sein.
International zeigt Vietnam, wie moderne Technik funktioniert: Ein Kniegelenkersatz mit subvastusmuskelschonendem Zugang dauerte 90 Minuten. Der Patient konnte nach 48 Stunden wieder gehen.
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Infotage und TV-Sendung
Betroffene können sich im Spätsommer informieren. In Bonn-Bad Godesberg finden Ende August und Anfang September Beratungstage zu Knieorthesen, Fußstellung und Körperstatik statt. Der NDR widmet sich am 4. August dem Thema Bewegung als Medizin – unter anderem zur Rehabilitation nach einer Knieprothese.
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