Knieschmerzen, Arthrose

Knieschmerzen durch Arthrose: Inulin senkt den Wert um 1,11 Punkte

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 117 Erwachsenen gingen Inulin-Einnahme und geringere Schmerzen mit besserer Griffkraft einher; lÀngere Studien sind nötig.
Nahaufnahme von ChicorĂ©e-Wurzeln und pflanzlichen Fasern auf einem Holztisch bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung von Knie-Osteoarthritis stĂŒtzt sich bislang vor allem auf Schmerzmittel und Bewegungstherapien. Eine im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Untersuchung der University of Nottingham vom 24. Februar 2026 liefert nun Hinweise darauf, dass auch die gezielte Beeinflussung der Darmflora Beschwerden verringern kann.

In der randomisierten INSPIRE-Studie fĂŒhrte die tĂ€gliche Einnahme des prĂ€biotischen Ballaststoffs Inulin ĂŒber sechs Wochen hinweg zu einer messbaren Schmerzlinderung, einer verbesserten Griffkraft sowie einer reduzierten Schmerzempfindlichkeit bei Betroffenen.

Schmerzreduktion im Vergleich zu Placebo und Bewegung

Die Forscher untersuchten 117 Erwachsene mit Knie-Arthrose in vier Gruppen: Inulin allein, digital unterstĂŒtzte Physiotherapie allein, eine Kombination aus beiden Maßnahmen sowie eine Placebogruppe. Die Teilnehmenden der Inulin-Gruppe nahmen tĂ€glich 20 g Inulin zu sich, wĂ€hrend die Kontrollgruppe 10 g Maltodextrin als Placebo erhielt.

Dabei senkte Inulin das Schmerzniveau auf einer Skala von 0 bis 10 um 1,11 Punkte stĂ€rker als das Placebo (95 %-KI 0,04–2,18; p=0,045). Die Physiotherapie-Übungen erzielten im gleichen Vergleich eine um 1,55 Punkte stĂ€rkere Schmerzreduktion gegenĂŒber Placebo (95 %-KI 0,58–2,52).

Neben der Schmerzlinderung zeigte sich unter Inulin eine signifikante Verbesserung der Griffkraft (p=0,002) und der Schmerzempfindlichkeit. Die Physiotherapie wiederum verbesserte funktionelle Tests wie den Timed-Up-and-Go sowie den 30-Sekunden-Stuhlstand.

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AuffÀllig war zudem die Therapietreue: Die Abbruchrate lag in der Inulin-Gruppe bei 3,6 Prozent, wÀhrend sie in der Gruppe mit digitaler Physiotherapie 21 Prozent betrug.

Vermutete Mechanismen entlang der Darm-Muskel-Schmerz-Achse

Die Studienleiterin Dr. Afroditi Kouraki von der University of Nottingham erklĂ€rte, dass bereits eine einfache ErnĂ€hrungsumstellung Schmerzen und Funktion verbessern könne. Als biologischer Hintergrund wird eine Darm-Muskel-Schmerz-Achse diskutiert. Inulin dient nĂŒtzlichen Darmbakterien als Nahrung, die in der Folge kurzkettige FettsĂ€uren wie Butyrat produzieren und das Hormon GLP-1 stimulieren.

In den Untersuchungen der University of Nottingham wurden unter Inulin tatsÀchlich erhöhte Butyrat- und GLP-1-Spiegel beobachtet, wobei höhere GLP-1-Werte mit einer besseren Griffkraft einhergingen. Seniorautorin Prof. Ana Valdes hob hervor, dass dieser Zusammenhang auf eine Verbindung zwischen Darm und Muskulatur hindeute.

Ein kausaler Nachweis liege damit jedoch nicht vor. Das Studienteam betonte zudem, dass die GLP-1-Analyse explorativ war, nicht vorab im Studienprotokoll festgelegt wurde und Inulin kein GLP-1-Medikament darstellt.

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Grenzen der Ergebnisse und VertrÀglichkeit

Weltweit sind hunderte Millionen Menschen von Knie-Arthrose betroffen. Nach Angaben einer Umfrage der Organisation Arthritis UK leben sechs von zehn Betroffenen die meiste Zeit oder sogar dauerhaft mit Schmerzen. Trotz der positiven Resultate mahnen die Autoren der Studie zur ZurĂŒckhaltung: Mit 117 Erwachsenen und einer Dauer von sechs Wochen sei die Untersuchung klein und kurz angelegt gewesen.

Umfassendere und lĂ€ngerfristige Studien seien erforderlich. Die Einnahme von Inulin ersetze weder regelmĂ€ĂŸige Bewegung noch andere etablierte Arthrose-Therapien. Zudem können hohe Dosen von Inulin BlĂ€hungen verursachen, weshalb bei bestehendem Reizdarmsyndrom Vorsicht angeraten ist.

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