Knochenschwund, Fraktur

Knochenschwund: Jede dritte Frau ab 50 erleidet eine osteoporotische Fraktur

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 11:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nur 20 Prozent der Betroffenen erhalten Diagnose oder angemessene Versorgung; Fachleute erlĂ€utern FrĂŒherkennung und Knochendichtemessung.
Anatomische Knochenmodelle in einem hellen, klinischen Untersuchungsraum bei natĂŒrlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Der am 20. Oktober 2026 begangene Weltosteoporosetag rĂŒckt unter dem Leitgedanken, Knochen ein Leben lang aufzubauen, zu schĂŒtzen und zu stĂ€rken, die weltweite Knochengesundheit in den Fokus.

Die von der International Osteoporosis Foundation koordinierte Initiative geht auf das Jahr 1996 zurĂŒck, als die britische National Osteoporosis Society gemeinsam mit der EuropĂ€ischen Kommission den ersten Aktionstag initiierte, der spĂ€ter auch von der Weltgesundheitsorganisation mitgetragen wurde.

Weltweit organisieren Kliniken, Fachgesellschaften und Apotheken Informationsveranstaltungen, um ĂŒber Risikofaktoren aufzuklĂ€ren und prĂ€ventive Untersuchungen anzubieten.

Große DiagnoselĂŒcken und erhebliche Frakturfolgen

Trotz der weiten Verbreitung von Knochenschwund bleibt die Erkrankung hĂ€ufig unbemerkt. Nach Erhebungen der PACE Hospitals erleiden weltweit eine von drei Frauen sowie einer von fĂŒnf MĂ€nnern ab dem 50. Lebensjahr osteoporotische Frakturen.

Zugleich erhalten lediglich 20 Prozent der Betroffenen eine gesicherte Diagnose oder eine adĂ€quate Behandlung. Ein wesentlicher biologischer Faktor betrifft Frauen in der Postmenopause: Laut PACE Hospitals verlieren Frauen innerhalb von fĂŒnf bis sieben Jahren nach den Wechseljahren rund 20 Prozent ihrer Knochendichte.

Die Konsequenzen unzureichender Versorgung zeigen auch regionale Daten. Im Rahmen einer AufklĂ€rungskampagne des pharmazeutischen Unternehmens Tecnimede wies der Rheumatologe Tiago Meirinhos darauf hin, dass in Portugal jĂ€hrlich rund 70.000 FragilitĂ€tsfrakturen auftreten, was fast 200 FĂ€llen pro Tag entspricht. Nach einer HĂŒftfraktur liege die MortalitĂ€tsrate im ersten Jahr bei 30 Prozent.

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Nach Angaben des Allgemeinmediziners Filipe Cabral besteht zudem eine diagnostische und therapeutische LĂŒcke bei Frauen von 75 Prozent, da nur eine von vier Betroffenen mit entsprechender Indikation eine Behandlung erhalte. Zudem verzeichne das am hĂ€ufigsten verordnete Medikament nach zwei Jahren lediglich eine Therapietreue von etwa 5 Prozent.

Kriterien fĂŒr FrĂŒherkennung und Diagnostik

Nach Angaben des Bundesinstituts fĂŒr Öffentliche Gesundheit erkranken Frauen mehr als viermal so hĂ€ufig an Knochenschwund wie MĂ€nner. Der OrthopĂ€de Uwe Maus von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie erlĂ€uterte, dass Wirbelkörper bei fortgeschrittenem Knochenschwund unbemerkt einbrechen können, was zu einem messbaren Schrumpfen der KörpergrĂ¶ĂŸe fĂŒhre. Die medizinische Leitlinie fĂŒhrt insgesamt 33 Risikofaktoren auf.

Der Knochenabbau setzt nach Angaben von JĂŒrgen Ropers von der Schön Klinik Neustadt bereits ab etwa 30 Jahren ein, wĂ€hrend sich die eigentliche Osteoporose meist erst nach dem 50. Lebensjahr manifestiert.

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Neben der Knochendichte spielen auch andere medizinische Kennwerte eine entscheidende Rolle fĂŒr die langfristige Vorsorge und Gesundheit im Alter. Dieser kostenlose PDF-Report erklĂ€rt verstĂ€ndlich, wie man wichtige Laborwerte selbst richtig deutet und Fehlinterpretationen vermeidet. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier anfordern

Fachleute empfehlen eine allgemeine Ă€rztliche Beratung ab 50 Jahren sowie einen Knochendichte-Check ab dem 70. Lebensjahr, bei Vorliegen von Risikofaktoren auch frĂŒher. FĂŒr den Knochenerhalt spielt zudem die NĂ€hrstoffaufnahme eine Rolle; als kalziumreich gilt Mineralwasser mit einem Gehalt von ĂŒber 150 Milligramm bis hin zu 600 Milligramm Kalzium pro Liter.

Als Standardverfahren zur Bestimmung der Knochendichte gilt die DXA-Messung, die nach Empfehlung von Fachleuten optimalerweise an beiden HĂŒften sowie an der LendenwirbelsĂ€ule durchgefĂŒhrt wird. Ein T-Wert zwischen 0 und -1 steht dabei fĂŒr eine gesunde Knochendichte, wĂ€hrend Werte unter -2,5 als Osteoporose eingestuft werden.

Sofern kein konkreter Krankheitsverdacht oder eine Fraktur vorliegt, mĂŒssen Patienten die Kosten von 30 bis 70 Euro selbst tragen. Liegt jedoch eine gesicherte Diagnose oder ein vorangegangener Knochenbruch vor, ĂŒbernehmen gesetzliche Kassen die Untersuchung, bei bestĂ€tigter Osteoporose im Abstand von fĂŒnf Jahren.

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigte allerdings, dass die Messung in der Praxis hÀufig vorrangig als individuelle Gesundheitsleistung angeboten wurde.

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