Körber-Preis: Finnische Zellbiologin Sara Wickström ausgezeichnet
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 13:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie finnische Medizinerin und Zellbiologin Sara Wickström hat den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2026 erhalten.
Preisverleihung in Hamburg
Die Auszeichnung wurde im Hamburger Rathaus übergeben und ist mit einer Million Euro dotiert. Wickström erforscht, wie mechanische Kräfte auf Zellen wirken und welche Rolle Druck oder Zug für die Aktivität von Genen spielen.
Mechanik statt nur Chemie
Nach Angaben der Stiftung hat Wickström einen Mechanismus beschrieben, nach dem Zellen physische Belastungen bis in ihr Erbgut hinein verarbeiten. Damit wird erklärt, wie sich Gewebe entwickelt und wie Heilungsprozesse nach Verletzungen ablaufen.
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hob hervor, dass sich daraus neue Ansätze für die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen ergeben.
Forschung mit medizinischer Perspektive
Wickström zählt zu den Begründerinnen der Zellkern-Mechanobiologie. Ihre Forschung soll langfristig neue Perspektiven für Therapien gegen Krebs, Organvernarbungen und weitere Erkrankungen eröffnen.
Die Wissenschaftlerin ist Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Forschungsdirektorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Helsinki.
Preis mit langer Tradition
Der Körber-Preis wird seit 1985 vergeben. Ausgezeichnet werden Forschende, die bedeutende Erkenntnisse in den Physical oder Life Sciences gewonnen haben.
Einordnung des Preises
Der Körber-Preis zählt zu den renommierten deutschen Auszeichnungen für die Naturwissenschaften und rückt Forschung in den Mittelpunkt, die nicht nur neue Erkenntnisse liefert, sondern auch medizinische Folgen haben kann. Mit Sara Wickström wird eine Forscherin geehrt, deren Arbeiten an der Schnittstelle von Zellbiologie, Mechanik und Medizin liegen.
Besonders relevant ist der Befund, dass Zellen ihre Umgebung nicht nur chemisch, sondern auch physikalisch auswerten. Das erweitert das Verständnis darüber, wie Gewebe entsteht, sich regeneriert und unter Belastung verändert. Für die Medizin ist das wichtig, weil Vernarbungen, Krebs und altersbedingte Erkrankungen oft mit gestörten Zellprozessen verbunden sind.
Die Auszeichnung in Hamburg setzt zugleich ein Signal für Grundlagenforschung mit längerem Zeithorizont. Solche Erkenntnisse führen selten unmittelbar zu Therapien, schaffen aber die Basis für neue diagnostische Ansätze und Behandlungsstrategien. Dass der Preis seit 1985 vergeben wird und mit einer Million Euro dotiert ist, unterstreicht seinen Charakter als Förderinstrument für Forschung mit internationaler Strahlkraft.
