Kognitive, Probleme

Kognitive Probleme nach Brustkrebs: Oxaloacetat hebt Testwert um 26,4 Punkte

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 01:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer kleinen Phase-2-Studie stiegen kognitive Testwerte; eine placebokontrollierte Folgestudie mit 120 Personen wurde genehmigt.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum mit einem Glas Wasser und einer leeren Schale auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Viele Patientinnen leiden nach einer überstandenen Brustkrebstherapie unter anhaltenden Problemen mit Konzentration, Gedächtnis und geistiger Leistungsfähigkeit.

Eine am 20. Oktober 2026 im Fachjournal JCO Oncology Advances veröffentlichte einarmige Phase-2-Studie (NCT04290897) der University of California, Los Angeles (UCLA) liefert neue Hinweise auf einen möglichen Behandlungsansatz: Die Gabe von Anhydrous Enol-Oxaloacetat verbesserte bei Brustkrebs-Überlebenden die kognitive Leistungsfähigkeit deutlich.

Deutliche Verbesserungen in neuropsychologischen Tests

Unter der Leitung von Dr. Patricia Ganz untersuchte das Forschungsteam der UCLA 18 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium (Stadium 0 bis IIIA). Die Krebsdiagnose lag maximal fünf Jahre zurück, während der Abschluss der primären Krebsbehandlung mindestens zwölf Monate zurückliegen musste.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen betrug 49,6 Jahre. 61 Prozent von ihnen hatten zuvor eine adjuvante Chemotherapie erhalten, 72 Prozent eine Strahlentherapie und 89 Prozent befanden sich zum Untersuchungszeitpunkt unter einer laufenden endokrinen Therapie.

Die Studienteilnehmerinnen nahmen über einen Zeitraum von acht Wochen täglich zweimal 500 mg Anhydrous Enol-Oxaloacetat ein. Zur Messung der wahrgenommenen kognitiven Beeinträchtigungen diente der standardisierte FACT-Cog-PCI-Wert, bei dem Werte unterhalb der Schwelle von 54 Punkten als Beeinträchtigung eingestuft werden.

Im Laufe der achtwöchigen Einnahme stieg der durchschnittliche Wert von anfangs 29,1 auf 55,5 Punkte an, was einem Zuwachs von 26,4 Punkten über dem Ausgangswert entspricht.

Insgesamt schlossen 16 Teilnehmerinnen die Untersuchung ab, was einer Therapieadhärenz von 93 Prozent entspricht. Alle Frauen, die die Einnahme beendeten, zeigten statistisch signifikante Verbesserungen in standardisierten neuropsychologischen Tests.

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Neben Fortschritten bei der Exekutivfunktion und der Verarbeitungsgeschwindigkeit verzeichnete das UCLA-Team signifikante Rückgänge bei der Erschöpfung (MFSI-Fatigue) sowie Verbesserungen der allgemeinen körperlichen Funktion im SF-12 Physical Component Score. Keine statistisch signifikanten Veränderungen ergaben sich hingegen bei den Parametern Schlaf, Angst und Depression.

Nebenwirkungsprofil und Limitationen der Untersuchung

Die aufgetretenen gastrointestinalen Nebenwirkungen wurden in den Berichten überwiegend als mild eingestuft. Zu den erfassten Beschwerden gehörten Dyspepsie (38,9 Prozent), Obstipation (27,8 Prozent), Blähungen (22,2 Prozent), Übelkeit (16,7 Prozent) sowie Diarrhö (11,1 Prozent).

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht verzeichnet. Allerdings brachen zwei Teilnehmerinnen die Studie aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden vorzeitig ab, darunter ein Fall schwerer Diarrhö in der ersten Behandlungswoche.

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Studienleiterin Dr. Patricia Ganz wies im Rahmen der Veröffentlichung darauf hin, dass bislang keine zugelassenen Medikamente für kognitive Beschwerden nach einer Krebstherapie zur Verfügung stehen. Finanziert wurde das Projekt durch die Breast Cancer Research Foundation und das Jonsson Comprehensive Cancer Center.

Gleichzeitig verweisen die Forschenden auf wesentliche methodische Einschränkungen der Phase-2-Studie: Die Stichprobe fiel mit 18 Personen klein aus, es fehlte eine Kontroll- oder Placebogruppe, und der Nachbeobachtungszeitraum blieb mit acht Wochen vergleichsweise kurz.

Nächste Schritte in der klinischen Überprüfung

Um die Wirksamkeit fundierter abzusichern, soll die Substanz nun breiter getestet werden. Wie Medien am 26. Oktober 2026 berichteten, hat die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits eine placebokontrollierte Phase-2-Folgestudie mit 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern genehmigt. Zudem ist begleitend eine Tierstudie vorgesehen, um die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen von Oxaloacetat weiter aufzuschlüsseln.

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de | wissenschaft | 70423693 |