Kognitive, Reha

Kognitive Reha per Telemedizin: Studie belegt 1,72-Punkte-Vorteil

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Digitale Rehabilitation zeigt bei Long-Covid-Patienten signifikante Erfolge in einer neuen UCL-Studie.

Long-Covid: Tele-Reha verbessert kognitive Fähigkeiten deutlich
Eine Person nutzt ein Tablet für eine Telemedizin-Sitzung, im Hintergrund verschwommen medizinische Elemente. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt nun: Telemedizinisches Training kann helfen.

Forschende des University College London (UCL) haben die Wirksamkeit eines digitalen Rehabilitationsprogramms untersucht. Die Ergebnisse, veröffentlicht am 1. Juli 2026 in JAMA Network Open, sind vielversprechend.

Studie belegt: Tele-Reha wirkt

78 Long-Covid-Patienten nahmen an der klinischen Studie teil. Die eine Hälfte erhielt eine telemedizinische kognitive Rehabilitation, die andere die Standardbehandlung. Das Programm umfasste zehn wöchentliche Sitzungen à einer Stunde.

Nach drei Monaten zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Die digitale Gruppe erreichte auf einer Zielerreichungsskala von eins bis zehn einen Wert von 7,84. Die Vergleichsgruppe lag bei 4,97. Auch nach sechs Monaten blieb der Effekt stabil – die Behandlungsgruppe lag weiterhin 1,72 Punkte vorne.

Die Patienten berichteten von subjektiven Verbesserungen im Alltag. Interessant: In objektiven kognitiven Tests gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Neue Ambulanzen für Post-Covid-Patienten

Parallel zur Forschung entsteht neue klinische Infrastruktur. Im Klinikum Wels in Oberösterreich ist eine spezialisierte Ambulanz für Patienten mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) und ME/CFS geplant. Die Betroffenen leiden unter extremer Erschöpfung, Schmerzen und Reizempfindlichkeit – typische Folgen einer Corona-Infektion.

Allein im Bundesland Salzburg schätzt man die Zahl der ME/CFS-Betroffenen auf rund 5.000 Personen.

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Forschung zu genetischen Ursachen

Ein Epidemiologe der MedUni Wien erhielt im Juli 2026 den WE&ME Award. Die Förderung: 450.000 Euro. Ziel des Projekts: die genetischen Grundlagen von postakuten Infektionssyndromen entschlüsseln. Dadurch sollen Patienten besser stratifiziert und zielgerichtete Therapien möglich werden.

Skepsis gegenüber digitalen Formaten

Trotz der positiven Studienergebnisse bleibt die Bevölkerung zurückhaltend. Der STADA Health Report 2026 zeigt: 87 Prozent der Österreicher bevorzugen Arzttermine vor Ort. Die Hälfte lehnt Diagnosen durch Künstliche Intelligenz ab.

Dennoch laufen Pilotprojekte. Die Tirol Kliniken setzen etwa die App „Modularis“ ein. Sie unterstützt Lebertransplantierte mit Medikamentenerinnerungen und Chat-Funktionen. Ziel: weniger Klinikaufenthalte.

Reformen im Gesundheitswesen

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Der Nationalrat beschloss im Juli 2026 Anpassungen in der Ausbildung: Die Basisausbildung für Ärzte wird ab 1. August von neun auf sechs Monate verkürzt. Zudem bleibt die Fax-Übermittlung von Gesundheitsdaten bis 30. Juni 2027 erlaubt – eine administrative Übergangslösung.

Berufsverbände wie MTD-Austria fordern derweil eine stärkere Einbindung der medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufe in die Personalplanung. Auch der Zugang zur elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) müsse verbessert werden, um die Versorgung chronisch Kranker langfristig zu sichern.

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