Kollagen-Supplements, Hautfeuchtigkeit

Kollagen-Supplements: Hautfeuchtigkeit um 35% verbessert, aber Qualität fragwürdig

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbraucherzentrale meldet fehlende Wirksamkeitsnachweise für Tribulus-Produkte. Zusätzlich offenbaren Kontrollen erhebliche Qualitätsmängel bei Nahrungsergänzungsmitteln.

Verbraucherschützer warnen vor Tribulus terrestris: Kein Testosteron-Booster
Nahaufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Pulverform und Kollagen in einem modernen Laborumfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Verbraucherzentrale hat in einer aktuellen Analyse vor der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln gewarnt, die den Extrakt der Pflanze Tribulus terrestris enthalten.

Entgegen verbreiteter Werbeversprechen gebe es keine wissenschaftlich fundierten Belege für eine testosteronsteigernde Wirkung dieser Präparate. Die Experten mahnten Verbraucher zur Skepsis, da solche Produkte strengen EU-Regeln für gesundheitsbezogene Angaben unterliegen, die in vielen Fällen nicht erfüllt würden.

Strenge EU-Vorgaben für gesundheitsbezogene Angaben

Nahrungsergänzungsmittel, die mit Wirkungen auf den Hormonhaushalt oder die körperliche Leistungsfähigkeit werben, müssen innerhalb der Europäischen Union strikte Kriterien erfüllen. Die Verbraucherzentrale wies Mitte August darauf hin, dass die behauptete „Testosteron-Booster“-Wirkung von Tribulus terrestris bisher in keinem anerkannten Verfahren nachgewiesen werden konnte.

Neben der mangelnden Wirksamkeit wurde auch auf allgemeine Risiken beim Konsum von Supplementen hingewiesen. So berichteten Fachmedien im selben Zeitraum, dass bestimmte Präparate unerwünschte Nebenwirkungen wie Durchfall verursachen können.

Nestlé setzt auf KI zur Entwicklung von Begleitpräparaten

Während Verbraucherschützer die Wirksamkeit traditioneller Extrakte hinterfragen, reagieren Lebensmittelkonzerne auf neue Trends in der Pharmaindustrie. Nestlé gab bekannt, künftig verstärkt Produkte zu entwickeln, die Begleiterscheinungen von Abnehmspritzen wie Ozempic oder Wegovy adressieren.

Im Fokus stehen dabei das sogenannte „Ozempic-Gesicht“ – ein durch schnellen Gewichtsverlust eingefallenes Erscheinungsbild – sowie der drohende Muskelschwund.

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Das Unternehmen nutzt hierfür die KI-Plattform „Food Genie“, um klinische Studien zu analysieren und gezielte Wirkstoffe zu konzipieren. Das Portfolio umfasst bereits Kollagenproteine für Haut und Haare sowie Proteinshakes gegen Muskelabbau.

Ernährungsexperten wie Amanda Avery von der Universität Nottingham stehen diesen isolierten Lösungen jedoch kritisch gegenüber und betonten in einer Stellungnahme, dass die Aufnahme frischer Lebensmittel einer Supplementierung vorzuziehen sei.

Qualitätsmängel und Intransparenz im internationalen Handel

Untersuchungen im August machten zudem erhebliche Qualitätsunterschiede bei international gehandelten Wirkstoffen wie NMN (Nikotinamid-Mononukleotid) und NAD+ deutlich. Stichproben in den USA ergaben, dass mehr als die Hälfte der untersuchten NAD+-Produkte weniger als ein Prozent der deklarierten Wirkstoffe enthielten.

Auch der chinesische Zoll stellte bei der Prüfung von 116 Chargen importierter NMN-Produkte bei fast 20 Prozent der Proben Etikettenabweichungen fest. Weltweit verfügten weniger als drei Prozent der über 3.000 NMN-Marken über notwendige Zertifizierungen wie SGS-Prüfberichte oder Zollregistrierungen.

Demgegenüber stehen Bemühungen um Transparenz und Nachhaltigkeit. Der Anbieter Ningbo Inno Pharmchem wirbt für hydrolysiertes Kollagenpulver aus Fischhaut, das als Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie gewonnen wird.

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Das Unternehmen verwies auf Zertifizierungen nach GMP und ISO22000, um die Qualität im Großhandel sicherzustellen. Auch das Unternehmen Seoyun Wells meldete ein Patent für eine Kollagen-Mischtechnologie an, die in Tests eine Verbesserung der Hautfeuchtigkeit um 35,1 Prozent erzielt haben soll.

Warnungen vor unlauteren Geschäftspraktiken und nicht zugelassenen Substanzen

Neben Qualitätsmängeln rücken auch fragwürdige Vertriebsmethoden in den Fokus. Das Verbraucherschutzforum warnte Mitte August vor Online-Shops wie alimora.shop. Dort werde das Produkt „DetoxMini“ mit unbelegten Versprechen zur Schwermetallausleitung beworben. Kunden berichteten zudem von versteckten Abonnements und Schwierigkeiten bei der Rückerstattung.

Zusätzlich verschärfen Behörden ihre Warnungen vor nicht zugelassenen Substanzen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA und nationale Antidoping-Agenturen warnten Ende August erneut vor sogenannten Research Peptiden wie Cagrilintid, Retatrutid oder BPC-157. Diese Stoffe seien nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen und bergen Risiken wie Immunreaktionen oder Verunreinigungen.

Auch wissenschaftliche Prüfverfahren stehen unter Beobachtung: Das Format „Science Cops“ kritisierte Anbieter wie Medicross, deren Bioresonanz-Verfahren als wissenschaftlich nicht belegt gelten und im Test gängige Unverträglichkeiten nicht zuverlässig identifizieren konnten.

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