Kontenübernahmen, Großbritannien

Kontenübernahmen in Großbritannien: Schäden steigen auf 6,3 Millionen Pfund

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 06:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Report Fraud meldet für 2025/26 deutlich höhere Schäden und empfiehlt Passkeys als Schutz vor unbefugtem Kontozugriff.

Großbritannien: Verluste durch gehackte Konten steigen auf 6,3 Millionen Pfund
Ein schmaler Lichtstrahl fällt in einen dunklen, menschenleeren Flur einer modernen Wohnung. Illustration mit AI erstellt.

Die durch die feindliche Übernahme von E-Mail- und Social-Media-Konten gemeldeten finanziellen Schäden sind in Großbritannien im Finanzjahr 2025/26 drastisch gestiegen.

Wie die zentrale britische Meldestelle Report Fraud der City of London Police mitteilte, beliefen sich die registrierten Gesamtverluste im genannten Zeitraum auf 6,3 Millionen Pfund. Im vorangegangenen Finanzjahr 2024/25 hatten die gemeldeten Verluste noch bei 1,2 Millionen Pfund gelegen. Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als 400 Prozent.

Die Ermittler weisen darauf hin, dass die tatsächliche Schadenssumme noch deutlich höher liegen dürfte. Da viele Opfer aus Scham oder mangelnder Erfolgserwartung auf eine formelle Anzeige verzichten, geht die Polizei von einer beträchtlichen Dunkelziffer bei nicht erfassten Vorfällen aus.

Maschen zielen auf das Vertrauen von Kontakten

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Nach Erkenntnissen der City of London Police nutzen Kriminelle die gekaperten Kommunikationskanäle vor allem aus, um das gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen dem ursprünglichen Kontoinhaber und dessen persönlichem Umfeld auszunutzen. Sobald der unberechtigte Zugriff gelungen ist, geben sich die Betrüger gegenüber Freunden, Bekannten oder der allgemeinen Öffentlichkeit als die legitimen Nutzer aus.

Zu den am häufigsten beobachteten Betrugsmustern zählt das Anbieten gefälschter Konzertkarten. Die Täter offerieren die angeblichen Eintrittskarten über die gehackten Profile, um rasche Zahlungen von Interessenten zu erwirken, die auf die Authentizität des ihnen vertrauten Kontakts vertrauen.

Darüber hinaus greifen Kriminelle vermehrt auf gezielte Täuschungsnachrichten an Verwandte zurück. Dabei geben sie sich typischerweise als Kind in einer akuten finanziellen Notlage aus, das sich mit einer Nachricht an die eigene Mutter wendet, um kurzfristig Geldüberweisungen auf fremde Konten zu erbitten.

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Ermittler werben für Einsatz von Passkeys

Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen und finanziellen Einbußen rät Report Fraud den Nutzern dringend zur Aufrüstung ihrer Sicherheitsvorkehrungen.

Die Ermittlungsbehörde empfiehlt insbesondere den Umstieg auf Passkeys. Diese kryptografischen Anmeldeverfahren gelten im Vergleich zu herkömmlichen Passwörtern als deutlich widerstandsfähiger gegen typische Phishing-Angriffe und automatisierte Abfangversuche, da sie den Login über biometrische Merkmale oder lokale Geräteschlüssel absichern und so eine unbefugte Fernübernahme digitaler Profile erschweren.

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