Krankenhauslogistik: Roboter erledigen über 1.000 Lieferungen pro Monat
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Technologieunternehmen Relay Robotics hat im HCA Florida JFK Hospital in Atlantis, Florida, zwei autonome Lieferroboter in den regulären Betrieb überführt. Die Systeme mit den Namen Dash und Daisy übernehmen den Transport von Laborproben, Apothekenaufträgen sowie Medikamenten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Klinikbereichen, die nicht durch bestehende Pneumatikröhrensysteme abgedeckt werden.
Integration in die bestehende Klinikinfrastruktur
Die eingesetzten Roboter sind darauf ausgelegt, auch Telemetrie- und Überwachungsgeräte eigenständig zu befördern. Laut Unternehmensangaben erfolgte die Integration in die Klinik-IT sowie die Anbindung an Aufzüge, gesicherte Türen und Brandmeldesysteme ohne bauliche Veränderungen an der Bausubstanz.
Technisch basieren Dash und Daisy auf einer Kombination aus LiDAR-Sensoren und Computer Vision, um sich in komplexen Umgebungen sicher zu bewegen. Für den Schutz sensibler Fracht verfügen die Einheiten über gesicherte, abschließbare Fächer.
Sultan Mehrabi, CEO von Relay Robotics, wies darauf hin, dass die Installation die Machbarkeit solcher Systeme in anspruchsvollen medizinischen Umgebungen belege. Das Unternehmen, das bereits 2013 unter dem Namen Savioke gegründet wurde, verweist auf eine Zuverlässigkeit von über 99 Prozent und eine Erfolgsquote von 99,8 Prozent in mehr als 30 US-Kliniken.
Pro Standort seien monatlich über 1.000 Lieferungen möglich. Eine typische Implementierung nimmt demnach acht bis zwölf Wochen in Anspruch, während die reine Installation vor Ort etwa ein bis zwei Wochen dauert. Weltweit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits über 1,5 Millionen Lieferungen durchgeführt.
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Wachsender Markt für logistische Assistenzsysteme
Parallel zur Entwicklung in den USA verstärken auch internationale Akteure ihre Aktivitäten im Bereich der Krankenhauslogistik. Kawasaki Heavy Industries hat die Massenproduktion des Roboters Forro aufgenommen. Das System soll in japanischen Krankenhäusern medizinische Proben und Medikamente transportieren sowie Reinigungsaufgaben übernehmen, um dem dortigen Arbeitskräftemangel zu begegnen.
In Deutschland hat Neura Robotics die neue Geschäftseinheit Neura HealthTech unter der Leitung von Sven Lange ins Leben gerufen. Das Unternehmen stellte Ende September auf dem VDMA HealthTech Smart Health Automation Summit in Düsseldorf einen autonomen Mobilroboter vor, der speziell für den Transport leerer Betten und steriler Güter konzipiert ist.
Durch die Automatisierung von etwa 20 Fahrten pro Tag ließen sich laut Kalkulationen des Herstellers jährlich über 1.300 Personalstunden einsparen. Das Angebot erfolgt über Partner in einem „Robotics-as-a-Service“-Modell gegen eine monatliche Pauschale.
Automatisierung als Antwort auf den Fachkräftemangel
Der Trend zur Automatisierung wird maßgeblich durch den globalen Mangel an Pflegekräften getrieben. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge könnte bis 2030 weltweit eine Lücke von 4,5 Millionen Pflegekräften entstehen; für die EU wird im gleichen Zeitraum ein Defizit von 4,1 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen prognostiziert.
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Vor diesem Hintergrund hat Healthcare Triangle (HCTI) eine unverbindliche Absichtserklärung mit dem malaysischen Partner AI World Sdn. Bhd. zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Ziel ist die Einführung KI-gestützter humanoider Pflegeroboter in nordamerikanischen Kliniken, die Patienten bei der Hygiene unterstützen sollen.
Marktanalysen von Grand View Research beziffern das Marktvolumen für robotergestützte Pflegeassistenten im Jahr 2025 auf etwa 585 Millionen US-Dollar, was rund 39 Prozent des gesamten Marktes für Gesundheitsrobotik von 1,5 Milliarden US-Dollar entspricht. Bis 2033 wird ein Anstieg des globalen Marktes auf etwa 4,4 Milliarden US-Dollar erwartet.
Auch in China werden solche Technologien bereits großflächig erprobt. Im Ersten Volkskrankenhaus Kunshan übernehmen derzeit fünf Roboter den Transport kontaminierter Instrumente aus Operationssälen zur Aufbereitung.
Die Systeme der Partner Xinghaitu und Luming benötigen für diese Aufgaben weniger als eine Stunde und sollen künftig auch die Entsorgung von medizinischem Abfall sowie die Reinigung von OP-Sälen unterstützen. Allein im Zeitraum von Ende August bis Ende September 2026 schlossen diese Einheiten insgesamt 79 Aufgaben ab.
