Krankenversicherung: Zuzahlungen steigen auf 15 Euro ab Januar
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 05:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Juli das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz verabschiedet. Die Reform soll ein prognostiziertes Defizit von rund 19 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das kommende Jahr abfedern. Ab dem 1. Januar 2027 greifen die neuen Regelungen – und die treffen Versicherte, Ärzte und Krankenhäuser gleichermaßen.
Höhere Zuzahlungen, weniger Leistungen
Patienten müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente steigen auf 7,50 bis 15,00 Euro. Homöopathische Behandlungen fallen komplett aus dem Leistungskatalog der Kassen.
Auch beim Zahnersatz wird gespart: Der Festzuschuss sinkt von 60 auf 50 Prozent. Einzige Entlastung: Der Bund erhöht den Zuschuss für Grundsicherungsempfänger um eine Milliarde Euro.
Familienversicherung wird teurer
Die beitragsfreie Mitversicherung von Angehörigen bleibt nur noch für Kinder unter zwölf Jahren sowie Menschen mit Behinderungen, Erwerbsminderungen oder Pflegebedarf erhalten. Für alle anderen Angehörigen fällt ab 2028 ein Beitragszuschlag von 2,5 Prozent an.
Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2027 um 300 Euro. Gutverdiener zahlen damit auf einen höheren Teil ihres Einkommens Beiträge. Der Bundeszuschuss wird auf 13,15 Milliarden Euro festgesetzt – weniger als in früheren Entwürfen vorgesehen.
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Krankenhäuser und Ärzte unter Druck
Das Gesetz bremst die Ausgaben für Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken und Pharmaindustrie. Die Vergütungen werden enger an die Grundlohnrate gekoppelt, die 2026 bei 5,17 Prozent lag. Von 2027 bis 2029 müssen die Steigerungen jeweils einen Prozentpunkt darunter bleiben.
Der Hebammenverband mit rund 29.000 Mitgliedern warnt vor Versorgungsengpässen und Einkommensverlusten. Krankenhäuser fürchten wachsende Deckungslücken. Kurzfristige Nachbesserungen bringen zusätzliche 450 Millionen Euro für Kliniken und 100 Millionen Euro für Universitätskliniken. Die Opposition spricht dennoch von einer drohenden Insolvenzwelle und warnt vor dem Abbau von bis zu 140.000 Arbeitsplätzen.
Politische Bewertung und neue Strukturen
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Gesundheitsministerin Nina Warken verteidigte die Reform als notwendigen Paradigmenwechsel zur Stabilisierung der Beitragssätze. Die Opposition kritisierte die einseitige Belastung der Versicherten und die kurzen Beratungszeiten. Eilanträge gegen das Gesetz scheiterte vor dem Bundesverfassungsgericht.
Die Reform bringt auch strukturelle Neuerungen: eine Teilkrankschreibung und die geplante Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke als Präventionsmaßnahme. Ob das reicht, um die Finanzlücke dauerhaft zu schließen? Das wird sich ab 2027 zeigen.
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