Krebs-Prävention, Lebensmittel

Krebs-Prävention: 110 Lebensmittel mit krebshemmenden Molekülen

Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 06:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher nutzen KI, um 110 Lebensmittel mit krebshemmenden Eigenschaften zu identifizieren. Studien belegen präventives Potenzial pflanzlicher Kost.

KI identifiziert 110 Lebensmittel mit potenziell krebshemmender Wirkung
Eine futuristische Darstellung von KI-Algorithmen, die Lebensmittelmoleküle und DNA-Stränge in einem Labor analysieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher des Imperial College London haben mithilfe künstlicher Intelligenz 110 Lebensmittel identifiziert, die potenziell krebshemmend wirken. Die Analyse von rund 7.900 bioaktiven Molekülen zeigt verblüffende Ähnlichkeiten mit etablierten Krebswirkstoffen.

„Hyperfoods“: Diese Lebensmittel haben Potenzial

Dr. Kirill Veselkov und sein Team nutzten KI-Algorithmen, um die Moleküle aus Lebensmitteln mit den Profilen von 200 Krebswirkstoffen abzugleichen. Das Ergebnis: 110 Moleküle weisen strukturelle oder funktionale Gemeinsamkeiten mit den Medikamenten auf.

Die Liste der sogenannten „Hyperfoods“ liest sich wie ein Einkaufszettel für den Wochenmarkt. Tee, Weintrauben, Karotten, Orangen, Sellerie und verschiedene Kohlarten sind dabei. Auch Kräuter wie Koriander und Dill zählen dazu.

Besonders Flavonoide und Terpenoide in diesen Pflanzen zeigen entzündungshemmende Eigenschaften und können die Zellvermehrung regulieren. Ein wichtiger Hinweis der Forscher: Der Verzehr dieser Lebensmittel ersetzt keine medizinische Krebstherapie. Zur Prävention könnten sie aber einen echten Beitrag leisten.

Klinische Studien untermauern die KI-Analyse

Die theoretischen Erkenntnisse bekommen Rückenwind durch echte Patientendaten. Eine im Februar 2026 in Nature veröffentlichte Studie untersuchte den Einfluss vegetarischer Ernährung auf verschiedene Krebsarten. Ergebnis: Eine pflanzlich orientierte Ernährung senkt das Risiko für Brust-, Prostata-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

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Noch konkreter werden die Daten der UK Biobank. Rund 93.000 Frauen nahmen an der Studie teil. Eine flavonoidreiche Ernährung reduzierte ihr Brustkrebsrisiko um 15 Prozent – und das selbst bei genetischer Vorbelastung. Besonders wirksam: Flavanone aus Zitrusfrüchten und Proanthocyanidine aus Äpfeln und Beeren.

Eine groß angelegte Lancet-Studie mit 400.000 Probanden kommt zu einem ähnlichen Schluss. Eine rein pflanzliche Ernährung senkt das Risiko für Multimorbidität um 32 Prozent.

KI revolutioniert die Wirkstoffforschung

Doch die Technologie kann noch mehr. Novartis-Chef prognostiziert, dass KI die Entwicklungszeit neuer Medikamente von durchschnittlich 12 auf 7 bis 8 Jahre verkürzt. Gleichzeitig könnte sich die Erfolgsquote bei Zulassungen von 8 auf 16 Prozent verdoppeln.

Das Unternehmen Anthropic setzt KI-Modelle bereits gezielt ein. In einem Testlauf analysierte ein System innerhalb einer Stunde 100 seltene Krankheiten – und filterte 32 potenzielle Wirkstoffkandidaten heraus. Für klassische Pharmakonzerne sind solche Krankheiten oft wirtschaftlich unattraktiv.

Die Initiative Ginkgo Datapoints arbeitet parallel daran, die Datenqualität in der KI-gestützten Zellpharmakologie zu verbessern. Das Ziel: computergenerierte Wirkstoffvorhersagen sollen noch zuverlässiger werden.

Die Schattenseiten der westlichen Ernährung

Neben den präventiven „Hyperfoods“ rücken auch die Risikofaktoren in den Fokus. Verarbeitetes Fleisch, frittierte Speisen und stark zuckerhaltige Snacks fördern nachweislich das Tumorwachstum.

Die Zahlen sind alarmierend: Bereits 50 Gramm verarbeitetes Fleisch täglich erhöhen das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent. Bei zuckerhaltigen Getränken steigt pro Glas am Tag das Risiko für Leberkrebs um 10 Prozent.

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Doch es sind nicht nur die Lebensmittel. Die University of Glasgow untersuchte Daten von über 91.000 Personen. Jede Stunde ununterbrochenen Sitzens steigert das Krebssterberisiko um 10 Prozent. Die gute Nachricht: Bereits fünf Minuten intensive Aktivität senken dieses Risiko um 22 Prozent. Bewegung ist und bleibt also ein entscheidender Faktor in der Krebsprävention.

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