Krebs, Fettleibigkeit

Krebs und Fettleibigkeit: 19 Krebsarten direkt mit Übergewicht verknüpft

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt: Adipositas begünstigt 19 Krebsarten. Zudem altert die Generation Z biologisch schneller, was das Krebsrisiko erhöht.

Übergewicht und Krebs: Neue Studien zu Risiken und Prävention
Eine stilisierte menschliche Figur mit leuchtenden Markierungen, die innere Organe und Stoffwechselwege hervorheben, um das Krebsrisiko durch Fettleibigkeit darzustellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das belegt eine aktuelle Studie im Fachjournal Nature Metabolism.

Forscher analysierten über 1,5 Millionen Krebsfälle. Die Ergebnisse zeigen direkte Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Erkrankungen wie Darmkrebs, Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphom und Blasenkrebs. Auch Gliome sind betroffen.

Die Mechanismen unterscheiden sich je nach Geschlecht. Bei Männern steigt das Darmkrebsrisiko besonders stark. Bei Frauen nach der Menopause wird Fettgewebe zur Hauptquelle für Östrogene – das erhöht das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs. Neben dem BMI gilt der Taillenumfang zunehmend als entscheidender Indikator.

Jüngere Generationen altern schneller

Eine zweite Studie der Washington University in Nature Medicine zeigt eine alarmierende Entwicklung. Die Analyse von 154.000 Teilnehmern der UK Biobank belegt: Die Generation Z altert biologisch schneller als frühere Geburtskohorten.

Die Folgen sind messbar. Krebsdiagnosen bei unter 50-Jährigen stiegen zwischen 1990 und 2019 um 24 Prozent. Ein beschleunigtes biologisches Alter erhöht das Lungenkrebsrisiko um 57 Prozent, das Darmkrebsrisiko um 14 Prozent. Experten machen veränderte Lebensstile und mehr Stoffwechselstörungen dafür verantwortlich.

Neue Therapieansätze in Sicht

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Übergewicht erhöht das Risiko für 19 Krebsarten – das belegt eine aktuelle Nature-Metabolism-Studie. Doch Sie können aktiv gegensteuern: Mit dem 10-Punkte-Fahrplan aus Ernährung und Bewegung, den ein internationales Forscherkonsortium als Mindeststandard empfiehlt. Jetzt kostenlosen Präventions-Report anfordern

Forscher der Indiana University entschlüsselten im Journal of Clinical Investigation die genauen Wege, wie Adipositas Leukämie begünstigt. Chronische Entzündungen über den Botenstoff IL-17A und eine verminderte Signalgebung des Hormons GLP-1 treiben die Erkrankung voran.

In Mausmodellen zeigte eine Kombinationstherapie Erfolg: Ein GLP-1-Medikament (bekannt aus der Adipositas-Behandlung) plus Anti-IL-17A-Antikörper senkte die Leukämielast und verbesserte die Immunfunktion. Klinische Studien am Menschen sind geplant.

Parallel untersucht die CHALLENGE-Studie, ob gezielte Bewegung das Rückfallrisiko bei Darmkrebs senkt. Erste Beobachtungen aus den USA deuten zudem darauf hin, dass regelmäßiger Joghurt-Konsum sowie Prä- und Probiotika mit weniger Darmkrebs zusammenhängen – ein Kausalnachweis steht noch aus.

Prävention wird zur gesellschaftlichen Aufgabe

Die globale Krebslast wächst rasant. 2024 zählte die WHO rund 21 Millionen Neuerkrankungen. Bis 2050 prognostizieren Experten 34 Millionen Fälle. In Österreich dürften die jährlichen Diagnosen von 45.000 auf 60.000 steigen.

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In Deutschland leidet schätzungsweise jeder Dritte am metabolischen Syndrom – einer Mischung aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie gestörtem Zucker- und Fettstoffwechsel. Die Bundesregierung reagiert: Ab 2028 soll ein verpflichtendes Typ-2-Diabetes-Screening bei allen stationären Klinikaufnahmen eingeführt werden.

Der Onkologe Paul Sevelda betont: Neben genetischen Faktoren treiben vor allem veränderbare Risiken wie Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung die Zahlen nach oben. Ein internationales Konsortium aus 64 Wissenschaftlern veröffentlichte einen 10-Punkte-Fahrplan für Ernährung und Bewegung – als Mindeststandard für die Prävention chronischer Krankheiten.

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