Krebs vermeidbar: 38% aller Fälle durch Lebensstil beeinflussbar
28.05.2026 - 07:30:27 | boerse-global.deDas zeigen neue Zahlen von WHO und IARC aus dem Frühjahr 2026. Weltweit sind das jährlich etwa sieben Millionen der rund 19 Millionen Fälle – verursacht durch rund 30 Faktoren, die sich beeinflussen lassen.
Tabak bleibt größter Risikofaktor
Rauchen verursacht weltweit rund 15 Prozent aller Krebserkrankungen. In Deutschland ist die Raucherquote laut Mikrozensus 2025 leicht gestiegen: 19,1 Prozent der Bürger ab 15 Jahren greifen zur Zigarette – 2021 waren es noch 18,9 Prozent.
Besonders alarmierend: In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen rauchen 15,6 Prozent. Bei den 12- bis 17-Jährigen kletterte die Quote nach Jahren des Rückgangs wieder auf fast zehn Prozent. Parallel dazu boomen E-Zigaretten: Rund 9,2 Prozent der Raucher nutzen sie, bei Jugendlichen sind es 90 Prozent, die nikotinhaltige Liquids dampfen.
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Kurz vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai fordert Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck schärfere Regeln für Aromen in E-Zigaretten und Werbebeschränkungen. Jährlich sterben in Deutschland 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens – ein Fünftel aller Krebserkrankungen geht darauf zurück.
Abnehmen senkt Krebsrisiko – vor allem bei Frauen
Starkes Übergewicht ist ein weiterer Treiber für Krebs. Daten der schwedischen „Swedish Obese Subjects Study“ über 30 Jahre zeigen: Nach einer Magenverkleinerung sank das allgemeine Krebsrisiko bei Frauen um 22 Prozent. Bei Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren waren es sogar 40 Prozent.
Männer profitierten in der Studie nicht im gleichen Maß. Besonders stark war der Schutzeffekt bei Frauen mit hohen Insulinwerten vor dem Eingriff. Zusätzlich zeigen Studien in „Scientific Reports“: Trägerinnen einer Risikovariante des FTO-Gens hatten nach einer Operation ein um 47 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko – bei gleichzeitig hohen Insulinwerten sogar 64 Prozent.
Neue Früherkennung für Raucher – Bewegung bleibt Mangelware
Seit dem 1. April 2026 haben starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren Anspruch auf eine kostenlose Lungenkrebs-Früherkennung per Niedrigdosis-CT – jährlich. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach mahnt jedoch: Nur 46 Prozent der berechtigten Frauen nutzen etwa das Brustkrebs-Screening.
Neben der medizinischen Vorsorge ist Bewegung entscheidend. Die WHO empfiehlt 1,5 Stunden moderate Bewegung pro Woche – das senkt das Herz-Kreislauf-Risiko um neun Prozent. Chinesische Studien deuten sogar auf eine Risikoreduktion von bis zu 30 Prozent bei zehn Stunden pro Woche hin. In Deutschland erreichen aber nur zwölf Prozent der Erwachsenen ein ausreichendes Bewegungsniveau.
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Soziale Kontakte und kleine Alltagshelfer
Forscher der Universität für Weiterbildung Krems zeigen anhand der SHARE-Daten: Menschen über 50 mit stabilen sozialen Netzwerken haben ein geringeres Risiko für kognitiven Abbau. Soziale Teilhabe wird als unterschätzter Baustein der Krankheitsprävention gesehen.
Im Alltag empfehlen Dermatologen konsequenten Sonnenschutz nach der „Drei-Finger-Regel“ für Gesicht und Hals. Und grüner Tee? Er kurbelt den Stoffwechsel an – aber nur um drei bis vier Prozent. Experten betonen: Die Summe aller Lebensstilentscheidungen macht den Unterschied. Jeder vermiedene Risikofaktor zählt.
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