Krebsbedingte Fatigue: FOREST-Studie vergleicht drei Naturerlebnisse
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die anhaltende Erschöpfung nach einer Krebstherapie, in der Medizin als Cancer-related Fatigue bekannt, belastet viele Betroffene auch lange nach Abschluss der eigentlichen Behandlung.
Das UniversitĂ€tsklinikum WĂŒrzburg beteiligt sich an der multizentrischen FOREST-Studie, die erforscht, ob strukturierte Naturerfahrungen und Waldbaden diese chronische Fatigue lindern können. FĂŒr das Vorhaben sucht das beteiligte Forschungsteam weitere Teilnehmende.
Wissenschaftliche Einordnung und Leitung in WĂŒrzburg
Die wissenschaftliche Leitung des Bereichs KomplementĂ€re Onkologie Integrativ am UniversitĂ€tsklinikum WĂŒrzburg liegt bei Prof. Dr. Claudia Löffler. Gefördert wird das multizentrische Vorhaben durch die Carstens-Stiftung. Neben dem WĂŒrzburger UniversitĂ€tsklinikum sind Einrichtungen in Stuttgart und TĂŒbingen als Kooperationspartner an der DurchfĂŒhrung der Studie beteiligt. Ziel ist es, den Nutzen integrativer NaturansĂ€tze systematisch zu prĂŒfen.
Drei Formen des Naturerlebens im direkten Vergleich
Im Rahmen der FOREST-Studie werden drei unterschiedliche Formen des Walderlebens miteinander verglichen. Zum einen wird klassisches Waldbaden im Gramschatzer Wald nördlich von WĂŒrzburg angeboten. Diese Einheiten umfassen gezielte AchtsamkeitsĂŒbungen und stehen unter der Leitung von Lisa Schiffmann aus dem Bereich KomplementĂ€re Onkologie Integrativ. FĂŒr die Teilnahme an diesen Einheiten im Freien sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
Anhaltende Erschöpfung nach einer Krebstherapie lĂ€sst sich nicht einfach wegschlafen â aber es gibt neue Wege, die erforscht werden. Ein Forschungsteam vergleicht drei Formen des Naturerlebens: klassisches Waldbaden im Wald, 360-Grad-Waldaufnahmen per Virtual-Reality-Brille und eine angeleitete Fantasiereise. FĂŒr das Waldbaden sind keine Vorkenntnisse nötig. Jetzt kostenlosen Leitfaden zu Waldbaden bei Fatigue anfordern
Zum anderen werden zwei technisch und methodisch gestĂŒtzte Alternativen in der Umweltstation der Stadt WĂŒrzburg erprobt: 360-Grad-Waldaufnahmen per Virtual-Reality-Brille, kombiniert mit NaturgerĂ€uschen, sowie eine angeleitete Fantasiereise. Beide AnsĂ€tze in InnenrĂ€umen werden zusĂ€tzlich durch Waldduft ergĂ€nzt, um das Naturerlebnis möglichst intensiv nachzubilden.
Studiendesign, Ablauf und Kriterien fĂŒr Teilnehmende
Die Zuteilung der Probanden erfolgt nach einem randomisierten Verfahren in eine von drei aktiven Anwendungsgruppen oder in eine Wartegruppe. Das Programm erstreckt sich ĂŒber einen Zeitraum von 8 Wochen, wobei die Interventionen einmal wöchentlich stattfinden und jeweils etwa eine Stunde beanspruchen, zuzĂŒglich der Anfahrtszeit.
Wenn die Kraft nach der Krebstherapie nicht zurĂŒckkommt, fehlt oft ein niedrigschwelliges Angebot, das sich in den Alltag einfĂŒgt. Ein Studienprogramm erprobt Naturerlebnisse, die auch ohne Wald in der NĂ€he zugĂ€nglich sind â per Virtual-Reality-Brille oder als angeleitete Fantasiereise in InnenrĂ€umen, ergĂ€nzt durch Waldduft. So lĂ€sst sich Naturerfahrung auch dann nutzen, wenn ein Ausflug zu viel wĂ€re. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Begleitet wird die Intervention durch Fragebögen und Untersuchungen. Der finale Studienabschluss erfolgt nach 16 Wochen ĂŒber eine Befragung per E-Mail. Mitglieder der Wartegruppe erhalten nach Ablauf dieser Phase die Gelegenheit, das Waldbaden ebenfalls auszuprobieren.
Die Studie richtet sich an Personen ab einem Alter von 18 Jahren, die nach einer Krebsbehandlung an anhaltender Erschöpfung leiden. Eine fortgesetzte antihormonelle Therapie stellt dabei keinen grundsĂ€tzlichen Ausschlussgrund dar. Interessierte können sich ĂŒber die Telefonnummer 0931 201 35350 oder per E-Mail an KOI-studien_CCC@ukw.de mit dem Betreff âFOREST-Studieâ an das UniversitĂ€tsklinikum WĂŒrzburg wenden.
