Krebsmedizin, Erlangen

Krebsmedizin: 56-Millionen-KI-Zentrum in Erlangen eröffnet

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 07:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue KI-Zentren, Roboter-Chirurgie und erweitertes Lungenkrebsscreening prägen die moderne Onkologie in Deutschland.

KI und Robotik: Der Wandel der Krebsmedizin in Deutschland
Medizinisches Fachpersonal bei der Analyse hochauflösender diagnostischer Bilder in einem modernen Onkologiezentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Krebsmedizin in Deutschland erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz und Robotik erhöhen die Präzision bei Diagnose und Operation. Gleichzeitig entstehen neue regionale Zentren, um die wohnortnahe Versorgung zu sichern.

Lungenkrebsscreening wird Kassenleistung

Seit Juli 2024 können gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren mit entsprechender Rauchvorgeschichte ein strukturiertes Lungenkrebsscreening nutzen. Die Niedrigdosis-Computertomographie (CT) soll die Sterblichkeit senken – angesichts von jährlich über 57.000 Neuerkrankungen in Deutschland ein dringend nötiger Schritt. Die Asklepios Lungenklinik Gauting bietet dafür spezialisierte radiologische Zweitbefundungen an.

KI-Zentrum in Erlangen: 56 Millionen für Präzisionsmedizin

Das Universitätsklinikum Erlangen treibt die Digitalisierung der Krebsdiagnostik voran. Im Juli 2026 erfolgte der Spatenstich für das CARE-MED (Center for AI-based Real-time Medical Diagnostics and Therapy). Rund 56 Millionen Euro investieren Bund und Land in das Forschungsgebäude, das bis Ende 2028 fertig sein soll. Ziel: KI-gestützte Präzisionsmedizin für onkologische und chronisch-degenerative Erkrankungen.

Seltene Erkrankung: Peniskarzinomzentrum in Rostock zertifiziert

Die Universitätsmedizin Rostock hat ein neues Peniskarzinomzentrum eröffnet – zertifiziert durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Deutschlandweit gibt es nur 13 solcher Spezialeinrichtungen für diese seltene Krebserkrankung, von der jährlich rund 950 Männer betroffen sind.

Roboter assistiert bei Brustrekonstruktion

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Chirurgen des Uniklinikums Erlangen setzten im Juli 2026 erstmals das Da-Vinci-Xi-System für eine mikrochirurgische Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ein. Eine Pilotstudie in einem Fachmagazin für plastische Chirurgie bestätigt die technische Machbarkeit. Die roboterassistierte Methode verspricht höhere Präzision bei komplexen Eingriffen.

Neues Zentrum in Bad Fallingbostel geplant

Auch im ländlichen Raum entstehen neue Kapazitäten. Im Heidekreis treibt der 91-jährige Mediziner Dr. Sirus Adari den Bau eines onkologischen Zentrums in Bad Fallingbostel voran. Das Gebäude mit rund 500 Quadratmetern Nutzfläche soll rund zwei Millionen Euro kosten – finanziert durch Spenden und die Klosterkammer. Der Baubeginn ist frühestens für Mitte 2027 geplant.

Onkologe für Klinikum Waidhofen gewonnen

In Österreich stärkt das Landesklinikum Waidhofen seine Facharztversorgung. Ein fest angestellter Onkologe soll im Oktober 2026 seinen Dienst antreten und die Nachfolge eines in den Ruhestand gehenden Oberarztes übernehmen.

GenE³-App: Digitale Hilfe für Frauen mit Krebsrisiko

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Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) entwickelt die GenE³-App speziell für Frauen mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs. Eine mit 290.000 Euro von der Deutschen Krebshilfe geförderte Studie startet im September 2026 – mit 240 Patientinnen.

Neben digitalen Angeboten bleibt der persönliche Austausch zentral. Ende Juni 2026 fand in Rostock der 5. Krebs-Selbsthilfe-Tag statt, der sich schwerpunktmäßig mit Ernährungsfragen befasste. Und im Klinikum Osnabrück sichert die jüngste Prostata-Tumorkonferenz die interdisziplinäre Abstimmung über individuelle Behandlungsstrategien.

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