Krebsrisiko, Gewohnheiten

Krebsrisiko: Fünf gesunde Gewohnheiten senken es um 29 Prozent

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fünf gesundheitsbezogene Gewohnheiten gingen mit einem um 29 Prozent niedrigeren allgemeinen Krebsrisiko einher; neue Studien zeigen Therapieerfolge.

Krebsrisiko: Gesunder Lebensstil senkt Risiko laut DKFZ-Analyse
Ein sonniger, ruhiger Parkweg umgeben von Bäumen und frischem Grün, der zu Bewegung an der frischen Luft einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Das individuelle Verhalten hat einen messbaren Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. Eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auf Basis des British Journal of Cancer verdeutlicht das präventive Potenzial alltäglicher Gewohnheiten.

Anhand der Daten von 287.745 Teilnehmenden der UK Biobank über eine mediane Beobachtungszeit von 11,5 Jahren und bei insgesamt 12.947 erfassten Krebsdiagnosen zeigt sich: Ein gesunder Lebensstil, der die fünf Faktoren Nichtrauchen, geringen Alkoholkonsum, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein gesundes Körpergewicht umfasst, senkt das allgemeine Krebsrisiko um 29 Prozent bei einem erreichten Score von 4 bis 5 gegenüber einem niedrigen Wert von 0 bis 1.

Signifikante Risikoreduktion bei dreizehn Krebsarten

Die Auswertung belegt einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem kombinierten Lebensstil-Score und dem Auftreten von 13 der 27 untersuchten Krebsarten. Dazu zählen unter anderem bösartige Neubildungen der Lunge, des Darms, des Magens, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Nieren und der Blase sowie Brustkrebs nach den Wechseljahren.

Einzelne Risikofaktoren fallen dabei unterschiedlich ins Gewicht: Tabakkonsum begünstigt 12 der untersuchten Tumorarten, während Übergewicht bei 10 Krebsarten eine fördernde Rolle spielt. Da es sich bei der Analyse um eine Beobachtungsstudie handelt, liefert sie jedoch keinen direkten kausalen Nachweis für die Wirkmechanismen.

Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und tatsächlichem Verhalten

Trotz der belegten Präventionschancen klaffen Wahrnehmung und Realität in der Bevölkerung auseinander. Eine Befragung des DKFZ unter 1.581 Personen ab 16 Jahren ergab, dass lediglich 12 Prozent ihr persönliches Risiko für eine Tumorerkrankung als eher oder sehr hoch einschätzen. Demgegenüber steht die statistische Realität, wonach fast jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose erhält.

Zwar fühlen sich 61 Prozent der Befragten gut über Vorbeugung und 62 Prozent über Früherkennung informiert, doch die Selbsteinschätzung bleibt widersprüchlich: Zwei Drittel bewerten den eigenen Lebensstil als gesund, berichten jedoch gleichzeitig von Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol- oder Tabakkonsum.

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Ähnliche Tendenzen dokumentiert die CLARO-Studie, für die 1.232 Bürger in Stuttgart befragt wurden. Zwar sind klassische Auslöser wie Rauchen, Passivrauchen, Bewegungsmangel und Sonnenbrände einer Mehrheit bekannt, doch die Gefahren von Übergewicht werden weiterhin unterschätzt.

Zugleich halten sich Fehlannahmen über Risiken durch Deodorants, Plastikflaschen oder gentechnisch veränderte Lebensmittel. Als häufigste Informationsquelle dienen Suchmaschinen, wenngleich Ärzte die bevorzugten Ansprechpartner bleiben. Jede zweite befragte Person gibt zudem an, durch widersprüchliche Angaben im Alltag verunsichert zu sein.

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Fortschritte in der zielgerichteten Therapie

Neben der Prävention zeigen aktuelle klinische Auswertungen Weiterentwicklungen in der Krebstherapie. Die KEYNOTE-826-Studie mit 617 Patientinnen wies in einer Fünf-Jahres-Nachbeobachtung für die Kombination von Pembrolizumab und Chemotherapie bei Zervixkarzinomen mit PD-L1-CPS von mindestens 1 ein Fünf-Jahres-Überleben von 33,9 Prozent gegenüber 19,7 Prozent unter Placebo nach. Das mediane Gesamtüberleben stieg von 16,5 auf 28,6 Monate (Hazard Ratio 0,62).

In der ROADS-Studie an 230 Patienten mit Hirnmetastasen erreichte eine Brachytherapie mit Caesium-131 ein medianes Gesamtüberleben von 42,5 Monaten gegenüber 17,6 Monaten in der Vergleichsgruppe (Hazard Ratio 0,59; p=0,032). Die Daten unterstreichen, dass die Bekämpfung von Krebserkrankungen sowohl auf verhaltensbasierter Vorsorge als auch auf verbesserten Behandlungsmethoden beruht.

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