Krebstherapie, LĂ€ngere

Krebstherapie: LÀngere AbstÀnde bei Denosumab senken Nebenwirkungen

09.06.2026 - 19:19:14 | boerse-global.de

Studien belegen: LĂ€ngere Medikamentenintervalle senken Kosten und Nebenwirkungen in der Krebstherapie deutlich.

Krebstherapie: Neue Studien zeigen Einsparpotenzial und sicherere Behandlung
Krebstherapie - Nahaufnahme eines MedikamentenflĂ€schchens, möglicherweise Denosumab, in einer sterilen medizinischen Umgebung, mit Fokus auf prĂ€zise Dosierung und Forschung. 09.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Knochenmetastasen: Wirkstoff alle zwölf Wochen reicht

Die REDUSE-Studie des Swiss Cancer Institute liefert klare Ergebnisse. 1380 Patienten mit Brust- oder Prostatakrebs und Knochenmetastasen erhielten den Wirkstoff Denosumab. Bisherige Praxis: eine Spritze alle vier Wochen. Die Studie belegt: Ein Intervall von zwölf Wochen wirkt genauso gut.

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Die VertrĂ€glichkeit verbessert sich sogar. Das Risiko fĂŒr gefĂ€hrlich niedrige Kalziumwerte sank um 30 Prozent. Kiefernekrosen traten 25 Prozent seltener auf. Studienleiter R. von Moos spricht von einer „systembedingten Überdosierung" in der bisherigen Praxis.

Der Hersteller Amgen brachte Denosumab 2011 auf den Markt. An der unabhÀngigen Studie beteiligte sich der Konzern nicht. Er verweist auf die bestehenden Zulassungsrichtlinien.

15 Millionen Franken Einsparpotenzial

Die Umstellung hat handfeste finanzielle Folgen. Eine Behandlung im Vier-Wochen-Rhythmus kostet rund 14.000 Franken pro Patient. Bei zwölf Wochen sind es nur noch 6.500 Franken.

In der Schweiz kommen jĂ€hrlich 4.000 bis 5.000 Patienten fĂŒr diese Therapie infrage. Das Einsparpotenzial: rund 15 Millionen Franken pro Jahr. Die Studienleitung fordert deshalb mehr staatlich finanzierte Dosisoptimierungsstudien. Die Pharmaindustrie habe keine finanziellen Anreize, solche Forschung selbst zu betreiben.

SchilddrĂŒse: Zwei Drittel der Ultraschalls unnötig

Auch in der Diagnostik gibt es Überversorgung. Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat eine vergrĂ¶ĂŸerte SchilddrĂŒse. Mehr als ein Drittel hat Knoten – die meisten harmlos.

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Eine Analyse im Fachjournal JAMA Network Open kommt zu einem klaren Urteil: Zwei Drittel der SchilddrĂŒsen-Ultraschalluntersuchungen wĂ€ren vermeidbar. Eine Reduktion wĂŒrde die Sterblichkeitsrate um weniger als 0,1 Prozent beeinflussen.

Experten fĂŒhren die vielen SchilddrĂŒsenverĂ€nderungen auf Jodmangel zurĂŒck. Laut Robert Koch-Institut haben 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder in Deutschland ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine unzureichende Jodversorgung.

Abnehmspritzen als KrebsprÀvention?

Parallel zur Reduktion von Übertherapie forscht die Wissenschaft an neuen PrĂ€ventionsansĂ€tzen. Eine Untersuchung in den „Annals of Oncology" wertete Daten von 113 Millionen Patienten aus. Ergebnis: Moderne Abnehmmedikamente (GLP-1-Agonisten) könnten das Risiko fĂŒr adipositasbedingte Krebserkrankungen um bis zu 41 Prozent senken.

Besonders deutlich war der Effekt beim Multiplen Myelom und BauchspeicheldrĂŒsenkrebs. Ein direkter Kausalzusammenhang ist allerdings noch nicht abschließend bewiesen.

KI und Zelltherapie: Neue Waffen gegen Krebs

Technologische Innovationen sollen Therapien effizienter machen. Das EuropĂ€ische Institut fĂŒr Onkologie (IEO) arbeitet an spezialisierten KI-Sprachmodellen fĂŒr die Onkologie. Ziel: bessere PrĂ€vention und Diagnostik.

Das Max-DelbrĂŒck-Center forscht an modifizierten CAR-T-Zellen. Diese sollen durch eine Überexpression des CCR7-Rezeptors Lymphknoten gezielter erreichen und Tumorzellen effektiver bekĂ€mpfen. Erste Ergebnisse wurden im Mai 2026 veröffentlicht.

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