Krebstherapie, Tai-Chi

Krebstherapie: Tai-Chi und Achtsamkeit lindern Müdigkeit und Schmerzen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die MATCH-Studie zeigt, dass Tai-Chi, Qigong und Achtsamkeit Schmerzen, Erschöpfung sowie Schlafprobleme nach Krebs mindern können.

MATCH-Studie: Tai-Chi und Achtsamkeit lindern Krebsfolgen
Ein minimalistischer Zen-Garten mit geharktem Kies und glatten Flusssteinen im sanften Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Krebspatienten leiden auch nach Abschluss der medizinischen Haupttherapie häufig unter physischen und emotionalen Spätfolgen. Eine im Fachjournal Journal of Clinical Oncology vorgestellte Untersuchung, die sogenannte MATCH-Studie, analysiert die Wirksamkeit bewegungs- und achtsamkeitsbasierter Interventionen.

Die Ergebnisse belegen, dass strukturierte Programme wie Tai-Chi, Qigong sowie eine achtsamkeitsbasierte Krebstherapie dazu beitragen können, chronische Müdigkeit, Schmerzbelastung und Schlafstörungen bei Krebsüberlebenden spürbar zu lindern.

Bewegung und Achtsamkeit im direkten Vergleich

In der MATCH-Studie untersuchten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwei unterschiedliche Ansätze. Das Programm Mindfulness-Based Cancer Recovery (MBCR) erstreckte sich über einen Zeitraum von neun Wochen und kombinierte Elemente aus Yoga und Meditation. Demgegenüber stand ein elf Wochen dauerndes Programm für Tai-Chi und Qigong, das gezielt sanfte, fließende Bewegungsabläufe und Atemtechniken vermittelte.

An der Erhebung nahmen mehr als 500, insgesamt rund 600 Krebspatienten teil, die ihre primäre Behandlung bereits abgeschlossen hatten. Voraussetzung für die Teilnahme war eine mindestens mittelstarke psychische Belastung.

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Das Kollektiv umfasste verschiedene Krebsarten, darunter Brust-, Prostata-, Magen-Darm- und Lungenkrebs, wobei sich etwa die Hälfte der Teilnehmenden im Frühstadium der Erkrankung befand.

Nach beiden Interventionen verzeichneten die Probanden spürbare Reduktionen bei Schmerzen, Erschöpfung und Schlafproblemen, wobei das Tai-Chi- und Qigong-Programm zusätzlich deutliche Verbesserungen der Schlafqualität aufwies.

Schmerzbeeinträchtigung und Symptomkomplexe

Bei der Erfassung der Schmerzsymptome differenzierte das Forschungsteam zwischen der Schmerzintensität und der Beeinträchtigung durch Schmerzen im täglichen Leben. Die Daten zeigten minimale Effekte auf die reine Intensität des Schmerzes, jedoch eine messbare Verbesserung hinsichtlich der Schmerzbeeinträchtigung. Der psychische Aspekt des Schmerzerlebens ging somit stärker zurück als das rein körperliche Schmerzmaß.

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Zugleich verdeutlicht die MATCH-Studie das gemeinsame Auftreten bestimmter Folgeerscheinungen: Schmerzbeeinträchtigung, Schlafstörungen und krebsbedingte Fatigue bilden ein zusammenhängendes Symptomcluster. Setzen achtsamkeitsbasierte Verfahren an einer dieser Komponenten an, kann sich das positiv auf das gesamte Belastungsmuster auswirken.

Breiter Forschungsverbund belegt Nutzen

Die MATCH-Studie entstand aus einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit mehrerer renommierter Einrichtungen: Beteiligt waren die University of Calgary, die University of Toronto sowie das Kliniknetzwerk Mass General Brigham. Als Hauptautorin und Studienleiterin fungierte Dr. Linda E. Carlson von der University of Calgary.

Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial supportiver Methoden in der onkologischen Nachsorge. Strukturierte Bewegungstherapien und meditative Verfahren stellen demnach wirksame, nichtmedikamentöse Ergänzungen dar, um die Lebensqualität nach einer Krebserkrankung nachhaltig zu stabilisieren.

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