Kreislaufwirtschaft, Lernorte

Kreislaufwirtschaft: Neue Lernorte in Münster, Berlin und Wien

31.05.2026 - 00:39:11 | boerse-global.de

In mehreren deutschen Städten entstehen Projekte zur Müllvermeidung, die Second-Hand-Käufe und Reparaturen fördern.

Kreislaufwirtschaft: Neue Lernorte in Münster, Berlin und Wien - Foto: über boerse-global.de
Kreislaufwirtschaft: Neue Lernorte in Münster, Berlin und Wien - Foto: über boerse-global.de

In Münster, Berlin und Wien entstehen neue Bildungsorte und Tauschbörsen, die Abfall vermeiden und bewussten Konsum fördern sollen. Ob Pavillon aus Recycling-Material oder Kleidertausch an der Volkshochschule – lokale Initiativen treiben die Kreislaufwirtschaft in Deutschland und Österreich voran.

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Bildungs-Pavillon und Second-Hand-Läden als Lernorte

Am 29. Mai öffnete in Münster auf dem Domplatz der Pavillon „kreisl Kiste" seine Türen. Das aus recycelten Materialien gebaute Lernzentrum der FH Münster bietet ein dichtes Veranstaltungsprogramm: Den Auftakt machte ein Ideen-Workshop am 30. Mai, gefolgt von einem Vortrag zur Kreislaufwirtschaft am 8. Juni. Eine Aktionswoche der städtischen Abfallwirtschaft (awm) schließt sich vom 29. Juni bis 3. Juli an – mit den Schwerpunkten Müllvermeidung, richtige Mülltrennung und nachhaltige Mobilität.

In St. Michaelisdonn (Schleswig-Holstein) eröffnete am 30. Mai das Modellprojekt „SH Kaufhaus". Aus einer ehemaligen Sozialkaufhaus-Filiale wurde ein Second-Hand-Shop für alle Bürger. Das Projekt wird von Land und EU gefördert und versteht sich als außerschulischer Lernort für Nachhaltigkeit. Ziel ist es, „Fast Fashion" zu bekämpfen und Textilmüll zu reduzieren.

Tauschbörsen und Reparatur-Treffs boomen

Im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf fanden von 28. bis 30. Mai die „ECO-Days" im Boulevard Berlin statt – mit Workshops zu Reparatur und Wiederverwendung. Eine zweite Runde folgt vom 4. bis 6. Juni. Partner wie die BSR und der RepairCafé Mittelhof e.V. zeigen den Besuchern, wie sich die Lebensdauer von Alltagsgegenständen verlängern lässt.

Weitere Termine stehen diesen Sommer an:

  • Wien: Der „Tauschtreff Meidling" im Mila Mitmach-Supermarkt bietet am 12. Juni einen geldlosen Tausch von Haushaltsgegenständen.
  • Höxter: Ein Kleidertausch findet am 18. Juni am Berufskolleg statt, begleitet von der Fotoausstellung „Schule statt Fabrik".
  • Hildesheim: Die Volkshochschule lädt am 8. August zum Kleidertausch und Upcycling-Workshop ein – unter anderem für Bienenwachstücher und „Tawaschi"-Schwämme.

Nationale Kampagnen und regionales Engagement

In Darmstadt beteiligt sich der städtische Abfallbetrieb EAD an der bundesweiten Aktion „Deutschland trennt". Ein Aktionstag auf dem Friedensplatz ist für den 6. Juni geplant, gefolgt von Bildungsveranstaltungen in Schulen und einem Infotag im Zoo Vivarium am 10. Juni. Zudem bietet der EAD am 15. und 16. Juni Führungen durch die MEILO-Sortieranlage in Gernsheim an.

Beeindruckend war das bürgerschaftliche Engagement in Spelle (Niedersachsen): Über 250 Freiwillige und mehr als 300 Schüler beteiligten sich am 29. Mai an einer gemeinsamen Reinigungsaktion. In Sachsen fand vom 29. bis 31. Mai die „48-Stunden-Aktion" statt – 15 Jugendgruppen reinigten Naturbäder, bauten Nistkästen und packten mit an. Bereits Mitte Mai hatte die Gemeinde Rockenberg am neu eingeführten „Ehrentag" teilgenommen, einem bundesweiten Tag des bürgerschaftlichen Engagements unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dort stand eine Müllsammelaktion auf dem Programm.

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Jugendbildung und Kultur für die Umwelt

In Frankfurt startet im September das kostenlose Bildungs-Camp „FAIRkickt 2026" für Jugendliche von 12 bis 16 Jahren. Vom 7. bis 25. September verbindet das Programm Sport mit Workshops zu Nachhaltigkeit und Kreativität. Die Anmeldung ist bereits geöffnet.

Auch die Kulturbranche zieht mit: Das Filmfestival „Green Visions Potsdam" startete am 29. Mai in seine dritte Ausgabe. Unter der Leitung von Dieter Kosslick stehen Klima- und Naturfilme im Mittelpunkt – wissenschaftlich begleitet vom Alfred-Wegener-Institut und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. In Eisenach wiederum hat sich ein Wildniscamp im Stadtpark zum „grünen Klassenzimmer" entwickelt. Noch in diesem Jahr sind die ersten Sommerferien-Camps geplant, um bei Kindern das Bewusstsein für Umwelt und Natur zu schärfen.

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