Kreislaufwirtschaft, Regierung

Kreislaufwirtschaft: Regierung plant 30 Prozent weniger Abfall bis 2030

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 14:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Bundesregierung plant verbindliche Reduktionsziele fĂŒr LebensmittelabfĂ€lle in Industrie, Handel und Gastronomie.

Neue Gesetze gegen Lebensmittelverschwendung: Ziele bis 2030
Eine Hand sortiert frisches GemĂŒse in BehĂ€lter in einer modernen KĂŒche, symbolisiert Abfallreduzierung und nachhaltigen Konsum. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Löwenanteil von 58 Prozent entsteht in Privathaushalten. Jetzt verschĂ€rft die Politik die Regeln fĂŒr Industrie, Handel und Gastronomie.

Neue gesetzliche Vorgaben

Das Bundesumweltministerium legte im Juni einen Referentenentwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vor. Erstmals sind verbindliche Vermeidungsziele vorgesehen: Bis 2030 soll die Lebensmittelverschwendung in der Verarbeitung um zehn Prozent sinken. FĂŒr Handel, Gastronomie und Privathaushalte sind 30 Prozent weniger Abfall geplant – Basis ist das Jahr 2020.

Langfristig peilt die Regierung eine Reduzierung der AbfallintensitĂ€t um 40 Prozent bis 2045 an. Ab 2033 könnten kommunale Entsorger verpflichtet werden, Annahmestellen fĂŒr gebrauchstaugliche GegenstĂ€nde einzurichten. Die EU-Abfallrahmenrichtlinie muss bis Juni 2027 umgesetzt sein. Stellungnahmen zum Entwurf sind bis Anfang August möglich.

Hilfe von der Kompetenzstelle KLAV

Seit 2025 unterstĂŒtzt die Kompetenzstelle zur Vermeidung von LebensmittelabfĂ€llen und -verlusten (KLAV) die Branche. Ein RĂŒckblick im MĂ€rz zeigte die zentralen Probleme: Hohe QualitĂ€tsanforderungen, Retouren und logistische Schwierigkeiten treiben die Abfallmengen in Verarbeitung und Handel.

Die KLAV baut eine Wissensdatenbank auf und sammelt bewĂ€hrte Verfahren zur Abfallvermeidung. PraxisleitfĂ€den und eine Seminarreihe sollen helfen, wirtschaftliche und gesetzliche HĂŒrden zu ĂŒberwinden.

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EU-Projekt vernetzt AlpenlÀnder

Anfang Juli startete das Projekt Food4Alps. Zwölf Partner aus sechs AlpenlÀndern arbeiten bis Mitte 2029 zusammen. Unter der Leitung der Stadt Wien entwickeln sie Strategien zur Abfallreduzierung in Kantinen und Mensen.

Auch lokale Initiativen machen Druck: Ende Juni und Anfang Juli organisierten VerbĂ€nde in LĂŒbeck eine „Schnibbelparty“. Dabei retteten Teilnehmer Lebensmittel vor der Entsorgung und verarbeiteten sie gemeinsam. Solche Aktionen zielen besonders auf jĂŒngere Generationen.

Bildung als SchlĂŒssel

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In Bayern lernen ĂŒber 300 Schulkinder den Anbau von bis zu 30 GemĂŒsearten – im Programm „GemĂŒse-Ackerdemie“. Krankenkassen und staatliche Stellen fördern das Projekt. Die Idee: Wer versteht, wie Lebensmittel entstehen, schĂ€tzt sie mehr.

Parallel dazu finden im Juli an der UniversitĂ€t Paderborn internationale Veranstaltungen zur grĂŒnen Transformation statt. Die COLOURS Hochschulallianz bearbeitet Themen wie ökologische Produktion und nachhaltigen Konsum in Hackathons und Exkursionen. Ältere SchĂ€tzungen des Dialogforums gehen sogar von bis zu 12 Millionen Tonnen LebensmittelabfĂ€llen jĂ€hrlich aus.

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