Kreuzfahrt-Ranking, Reedereien

Kreuzfahrt-Ranking August: Nur 4 von 12 Reedereien ohne Schweröl

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kreuzfahrtbranche verfehlt Klimaziele: Nabu-Ranking zeigt nur vier Reedereien ohne Schweröl, kein Schiff mit Rußpartikelfilter.

Nabu-Kreuzfahrtranking 2026: Nur vier Reedereien verzichten auf Schweröl
Ein modernes Kreuzfahrtschiff auf dem offenen Meer bei Sonnenuntergang als Symbol für nachhaltigen Tourismus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das im August 2026 veröffentlichte Kreuzfahrtranking des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Dekarbonisierung der Branche. Aus dem Bericht geht hervor, dass ein Großteil der Anbieter die gesteckten Klimaziele weiterhin verfehlt. Während insgesamt 15 Reedereien für die Untersuchung befragt wurden, schließen lediglich 4 von 12 in die engere Wertung einbezogene Unternehmen den Einsatz von Schweröl als Treibstoff vollständig aus.

Ergebnisse des aktuellen Branchenrankings

In der detaillierten Bewertung der Umweltbemühungen belegt Havila Voyages den ersten Platz, dicht gefolgt von Hurtigruten auf Rang zwei. Beide Unternehmen erreichten mit 7,5 von 17 möglichen Punkten die höchsten Wertungen im Feld. Den dritten Platz teilen sich punktgleich der Anbieter Ponant sowie TUI Cruises mit der Marke Mein Schiff. Am unteren Ende der Skala positioniert sich die Reederei Marella als Schlusslicht des Rankings.

Ein zentraler Kritikpunkt des Berichts ist der mangelnde Einsatz von Filtertechnologien. Laut den Untersuchungen verfügt zum Zeitpunkt der Erhebung kein einziges der bewerteten Schiffe über einen Rußpartikelfilter. Dies unterstreicht die Diskrepanz zwischen den ökologischen Zielsetzungen und der technischen Umsetzung in der Bestandsflotte.

Technologische Konzepte und betriebliche Emissionsminderungen

Parallel zur Kritik an der bestehenden Flotte zeigen aktuelle Industrieprojekte potenzielle Wege zur Emissionsreduktion auf. Die Meyer Werft präsentierte im August 2026 das Konzept für ein vollelektrisches Kreuzfahrtschiff namens „Vision“. Der Entwurf ist auf eine Kapazität von 1.860 Passagieren ausgelegt. Eine Auslieferung dieses Schiffstyps wäre laut Werftangaben im Jahr 2031 realisierbar.

Im operativen Bereich berichtet TUI Cruises über Fortschritte durch den Einsatz von Bio-LNG. Für das gesamte Jahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einer Einsparung von 50.000 Tonnen CO2-Äquivalenten (CO2e). Bis zum Juli des laufenden Jahres wurden bereits 26.000 Tonnen eingespart. Die Schiffe der sogenannten InTUItion-Klasse, namentlich die Mein Schiff Relax und die Mein Schiff Flow, werden mit diesem Treibstoff betrieben. Zudem gibt das Unternehmen an, dass der genutzte Landstrom zu über 90 % aus erneuerbaren Quellen stammt und verbaute Katalysatoren die Stickoxid-Emissionen auf ein Niveau senken, das der Euro-6-Norm entspricht.

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Das Nabu-Ranking zeigt: Nur 4 von 12 Reedereien verzichten vollständig auf Schweröl – und kein einziges Schiff hat einen Rußpartikelfilter. Wer umweltbewusst verreisen will, braucht klare Kriterien. Unser kostenloser Leitfaden liefert eine Checkliste der nachhaltigen Anbieter und zeigt, wie Sie Greenwashing erkennen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Ganzheitliche Nachhaltigkeit und Zertifizierungen im Tourismus

Über die Kreuzfahrtbranche hinaus gewinnen Zertifizierungen und regionale Konzepte an Bedeutung für den ökologischen Fußabdruck im Tourismus. In der Hotellerie erhielt The Venues Collection im August 2026 die ECOsmart Gold-Zertifizierung für alle fünf Standorte, darunter Kents Hill Park und Milton Hill House. Zu den geprüften Kriterien zählten Energie, Wasser, Abfallmanagement und Beschaffung. Konkrete Maßnahmen umfassen den Verzicht auf Palmöl und Einwegplastik sowie die Installation von Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Auch im Bereich von Geschäftsveranstaltungen werden Nachhaltigkeitsstandards zunehmend unabhängig geprüft. Die im Mai 2026 durchgeführte Veranstaltung „Elevate“ des Unternehmens Maritz erhielt eine Bronze-Zertifizierung nach den EIC Sustainable Event Standards. Maritz gab zudem bekannt, den eigenen CO2-Fußabdruck seit dem Jahr 2021 um 28 % reduziert zu haben, mit dem langfristigen Ziel einer Netto-Null-Bilanz bis 2050.

In Regionalbeispielen wie dem Goms wird die Bedeutung lokaler Wertschöpfung betont. Laut dem Geschäftsführer von Goms Tourismus, Samuel Hofmann, entfallen 70 % der regionalen Wertschöpfung auf den Tourismussektor. Nachhaltigkeit werde hier durch kurze Anreisewege und die verstärkte Nutzung des öffentlichen Verkehrs gefördert.

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Reisetrends und ökologische Herausforderungen

Aktuelle Befragungen unterstreichen jedoch die bestehende Abhängigkeit von emissionsintensiven Verkehrsmitteln. Eine im August 2026 veröffentlichte Umfrage von Time Out Travel unter 21.000 Teilnehmern ergab, dass 41 % der Befragten eine Städtereise und 42 % einen Natururlaub planen. Trotz des wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit gaben 67 % der Umfrageteilnehmer an, für ihre Reisen das Flugzeug zu nutzen. Dies verdeutlicht den anhaltenden Handlungsbedarf bei der Transformation der gesamten Reiseinfrastruktur.

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