Kroatien-Boom: Nachfrage der Gen Z steigt um ĂĽber 160 Prozent
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Generation Z und Millennials kehren dem Massenkonsum den Rücken. Statt immer mehr Dinge zu kaufen, investieren sie gezielt in persönliche Erlebnisse und ihr Wohlbefinden. Das zeigen aktuelle Daten aus dem Sommer 2026.
Selbstbeschenkung im Trend
Ein zentraler Treiber: sogenannte Selbstbeschenkungen. Laut einer Untersuchung der FOM-Hochschule vom Juni 2026 geben Deutsche durchschnittlich 2000 Euro pro Jahr für Geschenke an sich selbst aus. Die Generation Y – zwischen 29 und 44 Jahren – liegt mit rund 2400 Euro deutlich darüber.
Das Geld flieĂźt vor allem in Kleidung, Reisen und hochwertige Gastronomie. 43 Prozent der Befragten kaufen bewusst, um Erinnerungen an besondere Momente zu schaffen. Materielle GĂĽter verlieren an Bedeutung, emotionale Erlebnisse gewinnen.
Wellnesstourismus boomed
Der Reisesektor profitiert massiv von dieser Entwicklung. Der weltweite Wellnesstourismus wird mittlerweile auf über eine Billion US-Dollar geschätzt. Die Nachfrage nach mentaler Erholung hat sich in den letzten Jahren verdoppelt.
Neue Formate wie „Blue Mind Breaks“ oder Coaching-Angebote im Urlaub sind gefragt. Anbieter reagieren mit Waldspaziergängen oder geführten Gesprächen in der Natur – etwa in der Lüneburger Heide oder bei Dresden.
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Auffällig: Die Generation Z entdeckt Kroatien. Die Nachfrage nach Reisen dorthin stieg im Jahresvergleich um über 160 Prozent. Segeltörns und Nationalparkbesuche ersetzen klassische Kreuzfahrten. Die Altersgruppe reist im Schnitt 2,6 Mal pro Monat international, bei einer Dauer von 6,5 Tagen. Für 23 Prozent der Unter-25-Jährigen ist Nachhaltigkeit das entscheidende Buchungskriterium.
Minimalismus und Retro-Möbel
Parallel zum Erlebnishunger etabliert sich ein neuer Minimalismus. Junge Konsumenten praktizieren den „No Buy Day“ und reduzieren ihren Besitz. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach technikfreien Zonen – „Analogue Escapism“ nennen Beobachter das. Wanderungen ohne GPS oder Aufenthalte in abgeschiedenen Bergdörfern ohne Internet gelten als maximale Entspannung.
Doch Minimalismus bedeutet nicht Verzicht auf Qualität. Vintage-Möbel, besonders IKEA-Stücke aus den 1970er bis 1990er Jahren, sind begehrte Sammlerobjekte. Der Sessel „Impala“, einst für einen Bruchteil verkauft, erzielt auf Handelsplattformen bis zu 12.000 US-Dollar. Die Käufer suchen Einzigartigkeit und Designqualität als Gegenpol zur Massenware.
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„Dritte Räume“ als Verkaufsstrategie
Für Unternehmen wird die Ansprache dieser Zielgruppe zur Herausforderung. Die 73. Welle der Marktstudie „pilot radar“ vom Juli 2026 zeigt: Markeninszenierungen in sogenannten Dritten Räumen – Einkaufszentren oder Live-Events – steigern die Kaufbereitschaft deutlich.
Besonders die 18- bis 39-Jährigen reagieren empfänglich. Sie besuchten im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 3,1 solcher Erlebnisformate, die Über-40-Jährigen nur 1,5. Live-Erlebnisse und emotionale Bindungen durch physische Präsenz gewinnen gegenüber rein digitaler Werbung wieder an Bedeutung.
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