Krypto-Reform: US-Senat ebnet Weg für klare Steuerregeln
30.05.2026 - 06:51:40 | boerse-global.de
Der Digital Asset PARITY Act soll Klarheit für die Krypto-Industrie schaffen – und könnte weitreichende Folgen für den globalen Markt haben.
Neue Regeln für Stablecoins und Mining
Der von den Abgeordneten Max Miller, Steven Horsford, Suzan DelBene und Mike Carey eingebrachte Gesetzesentwurf zielt auf mehrere Kernbereiche ab. Besonders brisant: Die Einführung einer „Deemed-Basis-Regel" für regulierte Stablecoins. Sie soll als Alternative zu einer pauschalen Steuerbefreiung für Kleinsttransaktionen dienen. Das Finanzministerium wird zudem beauftragt, innerhalb eines Jahres die Machbarkeit einer solchen Freigrenze zu prüfen.
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Die Verschärfung der Steuerregeln trifft vor allem Spekulanten. Künftig sollen auch bei digitalen Assets die Wash-Sale-Regeln gelten, die Verluste aus Scheinverkäufen unterbinden. Gleiches gilt für die Besteuerung konstruktiver Verkäufe. Ein Novum: Auch Krypto-Darlehen werden den Prinzipien der Wertpapierleihe unterworfen.
Für die Branche besonders relevant: Staking und Mining erhalten eine Atempause. Anleger können die Besteuerung ihrer Erträge um bis zu fünf Jahre aufschieben. Auch für Spenden in Kryptowährungen ist ein zweigleisiges System vorgesehen, das sowohl Spender als auch Empfänger entlasten soll. Ein Steuer-Safe-Harbor soll zudem ausländische Investoren anlocken.
Das große Ganze: Der CLARITY Act
Der PARITY Act ist kein Solitär. Er ergänzt den Digital Asset Market Clarity Act, der bereits eine Hürde genommen hat: Nach der Verabschiedung durch das Repräsentantenhaus im Juli 2025 passierte das Gesetz am 14. Mai 2026 den Senatsbankenausschuss mit 15 zu 9 Stimmen.
Dieses Gesetz würde die Zuständigkeiten klar verteilen: Die CFTC bekäme die alleinige Aufsicht über Krypto-Spotmärkte, während die SEC weitgehend außen vor bliebe. Analysten von JPMorgan sehen darin einen positiven Katalysator für den gesamten Sektor.
Doch der Zeitplan ist ambitioniert. Das Weiße Haus möchte das Gesetz bis zum 4. Juli 2026 unterzeichnet sehen. Dafür müsste der Senat im Juni abstimmen – und 60 Stimmen zusammenbekommen. Zudem muss der Entwurf mit einer Version des Landwirtschaftsausschusses abgestimmt werden.
„Regulatorisches Dunkelzeitalter" droht
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Finanzminister Scott Bessent machte bei einer Pressekonferenz am 28. Mai deutlich, worum es geht: „Wir müssen die Krypto-Industrie an Land holen." Offshore-Märkte seien unreguliert und gefährdeten die US-Wirtschaft. Gleichzeitig bekräftigte Bessent die Ablehnung einer digitalen Zentralbankwährung. Diese sei ein potenzielles Überwachungsinstrument. Die USA setzten stattdessen auf privat emittierte Stablecoins.
Senatorin Cynthia Lummis warnte eindringlich vor einem „regulatorischen Dunkelzeitalter", sollte der CLARITY Act scheitern. Ohne klare Gesetze drohten Softwareentwicklern Strafverfolgung allein für das Veröffentlichen von Code. Die SEC würde weiterhin jeden Einzelfall prüfen – ein Prozess, der Kapital in Scharen nach Hongkong und in die Vereinigten Arabischen Emirate treibe.
Jason Smith, Vorsitzender des Steuerausschusses im Repräsentantenhaus, appellierte an beide Parteien: „Moderne Steuergesetze sind die Grundlage dafür, dass normale Anleger sicher Vermögen aufbauen können." Ob der Vorstoß rechtzeitig vor der Sommerpause gelingt, bleibt offen.
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