Krypto-Verluste: Anleger verlieren 4,7 Milliarden bei Trump-Projekten
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein aktueller Bericht der Organisation Public Citizen zeichnet ein kritisches Bild der finanziellen Auswirkungen von Krypto-Projekten, die mit Donald Trump in Verbindung stehen.
Laut der am 27. August veröffentlichten Analyse haben Anleger in diesem Sektor seit dem Jahr 2022 Verluste in Höhe von mindestens 4,7 Milliarden US-Dollar erlitten. Die Untersuchung verdeutlicht eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Performance der digitalen Vermögenswerte für Privatanleger und den persönlichen Einnahmen des ehemaligen Präsidenten.
Massive Kursverluste bei Memecoins und Token
Den größten Anteil an den berechneten Verlusten trägt der sogenannte TRUMP-Memecoin. Laut Public Citizen belaufen sich die Einbußen hierbei auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Der Token notiere aktuell bei einem Preis von 2,70 US-Dollar, was einem Rückgang von 96,5 Prozent gegenüber seinem historischen Höchststand von 73,43 US-Dollar am 19. Januar 2025 entspricht.
Von den rund 1,6 Millionen Wallets, die den Token halten, befänden sich etwa eine Million – mithin 65 Prozent der analysierten Einzelhandelsadressen – in der Verlustzone.
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Auch der WLFI-Token verzeichnet erhebliche Wertminderungen. Der Bericht beziffert die Verluste in diesem Bereich auf rund eine Milliarde US-Dollar. Der Kurs sei gegenüber dem Höchststand um 87 Prozent eingebrochen; andere Berechnungen sehen den Fall bei 83 Prozent ausgehend von einem Spitzenwert von 0,3313 US-Dollar.
Aktuell werde der WLFI-Token bei 0,05975 US-Dollar gehandelt. Weitere Verluste werden der Bitcoin-Treasury von Trump Media mit 450 Millionen US-Dollar sowie verschiedenen NFT-Kollektionen mit 9,3 Millionen US-Dollar zugeschrieben.
Diskrepanz zwischen Anlegerverlusten und persönlichen Einkünften
Im Gegensatz zur Entwicklung für viele Kleinanleger weisen die offiziellen Offenlegungen für das Jahr 2025 hohe Einkünfte für Trump aus dem Krypto-Sektor aus. Diese summierten sich auf über 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen gliedern sich unter anderem in 635 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren aus Memecoins, 527 Millionen US-Dollar aus Verkäufen von WLFI-Token sowie 7,2 Millionen US-Dollar aus NFT-Lizenzgebühren.
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Parallel zu diesen Marktdaten wurden Details über die institutionelle Verflechtung der Projekte bekannt. Sheikh Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, der nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Arabischen Emirate, führt laut Berichten eine Investorengruppe an, die 49 Prozent an der WLTC Holdings hält. Dabei handelt es sich um die Holdinggesellschaft der geplanten National Trust Bank von World Liberty.
Eine mit der Trump-Familie verbundene Firma halte demnach 38 Prozent der Anteile. Das Vorhaben hat am 14. August eine vorläufige bedingte Genehmigung der US-Bankenaufsicht OCC erhalten.
Die Bank soll künftig die Ausgabe und Verwahrung der Stablecoin USD1 übernehmen, deren Marktwert auf 4,08 Milliarden US-Dollar geschätzt wird und die jährliche Zinserträge von etwa 150 Millionen US-Dollar generiere.
Politische Forderungen nach regulatorischen Konsequenzen
Angesichts der hohen Verluste und der engen Verflechtung zwischen Politik und Krypto-Wirtschaft fordern Verbraucherschützer und Politiker Konsequenzen. Public Citizen appellierte an den Kongress, den sogenannten CLARITY Act um strikte Divestment-Klauseln zu erweitern. Damit solle verhindert werden, dass Amtsträger von privat beworbenen digitalen Vermögenswerten profitieren, während Anleger hohe Risiken tragen.
Auf politischer Ebene brachten die Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff bereits Gesetzesentwürfe ein, die es Amtsträgern untersagen würden, Banken zu besitzen oder digitale Vermögenswerte aktiv zu bewerben.
Zudem richteten die Senatoren Warren und Richard Blumenthal eine Aufforderung an die US-Börsenaufsicht SEC, die Vorgänge rund um den TRUMP-Memecoin einer formellen Untersuchung zu unterziehen. Die Behörden fordern in diesem Zusammenhang Transparenz über die Lizenz- und Beteiligungsstrukturen hinter den Projekten.
