Kuba-Krise, Visa

Kuba-Krise: Visa und Mastercard seit heute gesperrt

06.06.2026 - 10:03:46 | boerse-global.de

Neue US-Sanktionen legen Kreditkartenzahlungen auf Kuba lahm. Tourismus und Wirtschaft der Insel erleben einen dramatischen Einbruch.

Kuba-Krise: Visa und Mastercard gestoppt – Tourismus bricht ein
Kuba-Krise - A cracked Visa or Mastercard credit card, symbolizing financial disruption, set against a blurred background of a Cuban street. 06.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Die USA verschärfen den Wirtschaftskrieg gegen Kuba – mit drastischen Folgen für den Alltag.

Seit dem heutigen Samstag sind Zahlungen mit Visa und Mastercard auf der Insel nicht mehr möglich. Die kubanische Zentralbank bestätigte die Einstellung der Transaktionen, nachdem ein ausländisches Finanzinstitut seine Geschäftsbeziehung zu Fincimex beendet hatte – der Finanztochter des Staatskonzerns GAESA.

Der Auslöser: US-Exekutivorder 14404

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Hintergrund ist die Verschärfung der US-Sanktionen. Am 1. Mai 2026 erließ Präsident Biden die Executive Order 14404, die den Druck auf kubanische Staatsunternehmen massiv erhöht. Die ausländische Bank, die bislang die Kreditkartenabwicklung für Fincimex übernahm, zog die Notbremse – um den neuen US-Regeln zu entsprechen.

Die kubanische Zentralbank erhielt am 2. Juni die Kündigung. Um finanzielle Verluste durch den üblichen 72-Stunden-Abrechnungszyklus zu vermeiden, stellte Fincimex die Kartenverarbeitung bereits am 3. Juni um 14:00 Uhr Ortszeit ein – früher als erwartet. In Geschäften wie dem Einkaufszentrum Carlos III Plaza und dem Supermarkt Vima blieben zahlreiche Kunden ratlos vor den Kassen zurück.

Welche Zahlungsmittel noch funktionieren

FĂĽr Reisende und Einheimische bleibt die Lage angespannt. Die kubanische Regierung verweist auf Alternativen:

  • Bargeld: Zahlungen in Euro und US-Dollar sind weiterhin möglich
  • Inländische Prepaid-Karten: Die Karten Clásica und Tropical können an den Wechselstuben CADECA erworben werden
  • Internationale Systeme: Das russische Mir-System und Chinas UnionPay laufen weiter

Vizepräsident Pérez-Oliva Fraga betonte auf einem internationalen Wirtschaftsforum, dass Mir derzeit als kritische Alternative diene, um den Zahlungsverkehr aufrechtzuerhalten.

Tourismus im freien Fall

Die Kreditkartensperre trifft eine ohnehin schwer angeschlagene Branche. Die Besucherzahlen brachen drastisch ein: Zwischen Januar und April 2026 kamen nur noch 328.608 Touristen – ein Minus von 55,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits 2025 waren die Ankünfte aus Kanada, dem wichtigsten Quellmarkt, um 12,4 Prozent gesunken.

Die Folge: Internationale Hotelketten ziehen sich zurück. Meliá, Iberostar, Blue Diamond Resorts und Archipelago haben begonnen, ihre kubanischen Standorte aufzugeben oder den Betrieb einzustellen. Der kanadische Bergbaukonzern Sherritt International pausierte seine Joint Ventures auf der Insel.

Auch die Luftfahrt leidet. Mindestens elf Fluggesellschaften strichen bereits frĂĽher im Jahr ihre Verbindungen nach Kuba. Nun zogen Sunwing und WestJet nach: Zwischen dem 20. Juni und dem 9. Oktober 2026 setzen sie ihre FlĂĽge komplett aus.

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Die Sanktionsuhr lief ab

Das US-Finanzministerium (OFAC) hatte den Unternehmen eine Frist bis zum 5. Juni 2026 gesetzt, um ihre Geschäfte mit GAESA zu beenden. Der Staatskonzern war am 7. Mai offiziell auf die Sanktionsliste gesetzt worden. Das Maßnahmenpaket richtete sich zudem gegen mehrere hochrangige Regierungsbeamte und Militäreinheiten.

Für Kuba bedeutet dies: Einnahmen aus Waren und Dienstleistungen, die über Visa- oder Mastercard-Karten aus aller Welt abgerechnet wurden, fließen nicht mehr. Ein herber Schlag für eine Wirtschaft, die ohnehin am Tropf hängt.

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