Küchenirrtümer, Steak

Küchenirrtümer: Öl, Steak, Pilze – was Wissenschaft widerlegt

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Faktencheck räumt mit populären Küchenirrtümern auf und zeigt, wie Öl im Nudelwasser oder scharfes Anbraten tatsächlich wirken.

Küchenmythen entlarvt: Öl, Pilze und Steak richtig zubereiten
Nahaufnahme einer modernen Küche mit frischen Lebensmitteln und Küchenutensilien für eine wissenschaftliche Analyse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Öl ins Nudelwasser? Pilze waschen? Das scharfe Anbraten von Fleisch? Viele vermeintliche Küchenweisheiten halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Wir räumen mit den größten Irrtümern auf.

Öl im Nudelwasser: Ein Klassiker, der schadet

Der Trick soll Nudeln vor dem Verkleben schützen – doch er bewirkt das Gegenteil. Das Öl legt sich als Film um die Teigwaren und verhindert, dass die Soße später haftet. Besser: Die Nudeln nach dem Kochen kurz abschrecken oder direkt in die warme Soße geben.

Steak anbraten: Der Poren-Mythos

„Scharf anbraten, damit die Poren schließen und der Saft drin bleibt" – diesen Satz kennt jeder Hobbykoch. Nur stimmt er nicht. Muskelfleisch hat keine Poren. Die braune Kruste entsteht durch die Maillard-Reaktion, bei der Zucker und Eiweiß karamellisieren. Wer ein gleichmäßiges Garergebnis will, wendet das Steak häufiger – nicht seltener.

Pilze waschen: Erlaubt, aber mit Maß

Lange hieß es: Pilze niemals mit Wasser reinigen, sie saugen sich voll. Experten relativieren: Ein kurzes Abwaschen ist okay. Nur ein langes Einweichen sollten Sie vermeiden, denn dann nehmen die Schwämme tatsächlich Wasser auf.

Bulletproof Coffee: Der Trend im Check

Kaffee mit Butter und Kokosöl – klingt ungewöhnlich, ist aber ein echter Hype. Ernährungsberaterin Silke Restemeyer von der DGE dämpft die Hoffnungen: Die MCT-Fette können den Energieverbrauch kurzfristig leicht steigern, aber für nachhaltigen Gewichtsverlust fehlen Belege. Nach etwa zwei Wochen Anpassung liegt die mögliche Einsparung bei gerade mal 80 bis 120 Kilokalorien pro Tag. Und: Zu viel davon kann Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Wasser beim Essen: Besser nicht

Viele trinken während des Essens – und nehmen dabei mehr Kalorien zu sich. Das zeigt eine Studie der Cornell University und der Pennsylvania State University mit 86 Erwachsenen. Das ständige Wechseln zwischen Bissen und Schlucken verzögert die sensorische Sättigung. Da Wasser den Magen schnell wieder verlässt, stellt sich kein nachhaltiges Sättigungsgefühl ein.

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Pestizide auf Obst: Backpulver hilft

Äpfel einfach nur abwaschen reicht oft nicht. Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Legt man sie 12 bis 15 Minuten in eine Natron-Wasser-Lösung (pH-Wert 8 bis 8,5), lassen sich Pestizidrückstände wie Thiabendazol und Phosmet deutlich effektiver entfernen. Allerdings: Systemische Pestizide, die bereits ins Fruchtfleisch eingedrungen sind, bekommt auch diese Methode nicht raus.

Hygiene-Falle: Tiefkühl-Beeren

Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt vor Infektionen durch verunreinigtes Gemüse. Ein Ausbruch mit over 1.600 Infizierten durch geschnittenen Eisbergsalat zeigt die Gefahr. In Europa rücken Noroviren in den Fokus, die auch in Tiefkühlkost überleben. Ein aktueller Rückruf von Bio-Beerenmischungen bei Lidl unterstreicht das Risiko: Die Erreger werden erst durch Erhitzen zuverlässig abgetötet.

Müsli unter der Lupe: Bis zu 14 Pestizide

ÖKO-TEST hat Frühstücksmüsli geprüft und bis zu 14 verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen. Politisch wird das Thema hitzig diskutiert: In Frankreich beriet man Mitte Juli über Ausnahmegenehmigungen für den eigentlich verbotenen Wirkstoff Acetamiprid. In Deutschland stoppte die Deutsche Umwelthilfe eine Hubschrauberspritzung im Weinbau – zum Schutz seltener Arten.

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Lebensmittel retten: So geht's

Pro Person landen in Deutschland jährlich 74,5 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Dabei lässt sich vieles retten: Schrumpelige Karotten werden über Nacht in kaltem Wasser wieder knackig. Salatblätter gewinnen durch feuchtes Schleudern und anschließende Kühlung an Frische zurück.

Kampf gegen Ernährungs-Mythen

Die Universität Bayreuth untersucht im EU-Projekt FOOD-FRAMES die Verbreitung von Ernährungs-Desinformation in sozialen Medien. Das bis Juli 2029 geförderte Projekt soll vor allem junge Menschen vor irreführendem Marketing und falschen Gesundheitsversprechen schützen.

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