Kühlwand, Strom

Kühlwand ohne Strom: TU Graz senkt Hitze um fast 7 Grad

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschende der TU Graz präsentieren eine energieeffiziente Kühlwand, die mittels Verdunstung und Keramikstrukturen die Raumtemperatur deutlich reduziert.

TU Graz Kühlwand: Verdunstungskühlung senkt Temperatur um 7 Grad
Nahaufnahme einer innovativen, 3D-gedruckten Keramik-Kühlwand mit komplexer, poröser Struktur in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forschende der TU Graz haben eine Kühlwand entwickelt, die ohne Klimaanlage auskommt. Das System nutzt 3D-gedruckte Keramikelemente und das Prinzip der Verdunstungskühlung – und senkt die Lufttemperatur um bis zu 6,95 Grad Celsius.

Kühlung durch Verdunstung statt Strom

Die Grundlage bilden Keramikwürfel mit 23 Zentimetern Kantenlänge. Ihre komplexe, poröse Struktur – sogenannte TPMS-Geometrie – maximiert die Oberfläche bei hoher Stabilität. Wird die Keramik befeuchtet und strömt warme Luft vorbei, verdunstet das Wasser und entzieht der Umgebung Wärme.

Ein Prototyp der Kühlwand (zwei mal zwei Meter) steht am Campus Neue Technik in der Grazer Stremayrgasse. Die Kühleffizienz beziffern die Forschenden auf 66,5 Prozent – gemessen in Labor- und Praxistests, unter anderem in einem Dachgeschoss.

Winziger Strombedarf, spürbare Wirkung

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Der entscheidende Vorteil: Für Pumpen und Steuerung reichen weniger als 9 Watt elektrische Leistung. Klassische Klimaanlagen brauchen ein Vielfaches davon. Die relative Luftfeuchtigkeit stieg im Testumfeld um 39 Prozentpunkte – ein Gewinn für trockene Hitzephasen.

Das Forschungsteam experimentierte zudem mit alternativen Materialien: Neben klassischem Ton kamen Schlamm aus dem Neusiedler See, Pilzmyzel und Holzspäne zum Einsatz, um die Verdunstungseigenschaften weiter zu optimieren.

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Vom Labor an die Fassade?

Das Projekt läuft noch bis September 2026 und wird von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) gefördert. Koordiniert wird die Forschung von Milena Stavric. Das Ziel: Die Technologie für den öffentlichen Raum und Fassaden von Büro- und Wohngebäuden tauglich zu machen. Ob sich die Kühlwand im großen Maßstab bewährt, dürfte spannend werden – gerade in Zeiten zunehmender urbaner Hitzeinseln.

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