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Künstliche Süßstoffe: Metaanalyse warnt vor Blutzucker-Problemen

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 06:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forscher der Tufts University belegen: Süßstoffe wie Saccharin und Sucralose können Insulinwerte und HbA1c negativ beeinflussen.

Metaanalyse: Künstliche Süßstoffe stören Blutzuckerkontrolle
Eine Hand hält eine Süßstoffpackung über eine Kaffeetasse, mit unscharfem Hintergrund von Laborgeräten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher der Tufts University haben 21 klinische Studien ausgewertet. Das Ergebnis: Regelmäßiger Konsum von Süßungsmitteln wie Saccharin oder Sucralose könnte die Blutzuckerkontrolle beeinträchtigen.

Die Analyse, veröffentlicht im Juli 2026 im Fachjournal Current Atherosclerosis Reports, zeigt einen Zusammenhang mit höheren Nüchterninsulin-Werten und einem erhöhten Langzeitblutzuckerwert (HbA1c). Zudem fanden die Wissenschaftler um Professor Meng Wang Hinweise auf eine verringerte Insulinsensitivität.

Wie die Stoffe wirken

Als möglichen Mechanismus diskutieren die Forscher eine Veränderung des Darmmikrobioms. In einer Studie mit 120 Erwachsenen beeinträchtigten Saccharin und Sucralose nachweislich die Glukoseverarbeitung. Die Autoren betonen jedoch: Es handelt sich teils um Beobachtungsdaten, die keine direkte Kausalität belegen. Großangelegte Langzeitstudien seien nötig.

Unterschiedliche Risiken pro Substanz

Nicht jeder Süßstoff wirkt gleich. Aspartam und Sucralose stehen primär im Verdacht, den Insulinspiegel zu beeinflussen. Erythritol wiederum geriet bereits 2023 ins Visier der Forschung: Eine Studie brachte den Stoff mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen in Verbindung.

Aktuelle Analysen von Marktforschern und Medizinern zeigen zudem: Die gesundheitlichen Auswirkungen werden oft unterschätzt. Obwohl Süßstoffe häufig zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, deuten Beobachtungsstudien auf ein langfristig höheres Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.

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Bewegung als wirksamer Gegenspieler

Parallel zu den neuen Erkenntnissen über Süßstoffe unterstreichen andere Studien die Bedeutung nicht-medikamentöser Maßnahmen. Eine 20-jährige Langzeitstudie in JAMA Network Open zeigt: Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko für Typ-2-Diabetes um 42 Prozent. In Kombination mit Ausdauertraining steigt der Schutz auf bis zu 62 Prozent.

Auch die Ernährungstherapie macht Fortschritte. Eine medizinisch begleitete Umstellung auf pflanzenbasierte oder mediterrane Kost mit hohem Ballaststoffanteil kann den HbA1c-Wert um 0,3 bis 2 Prozentpunkte senken. Das verdeutlicht: Die Wahl der Lebensmittel spielt für die metabolische Stabilität eine entscheidende Rolle – über die reine Kalorienbilanz hinaus.

Forschung zu Langzeitschäden

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An der Universität Leipzig untersucht das Cluster „LeiCeM“ unter der Leitung von Professor Ulrich Laufs und Professor Holger Thiele, welche langfristigen Schäden das metabolische Syndrom und Diabetes am Herzen verursachen. Ein Schwerpunkt liegt auf Proteinen wie ApoC3 und nicht-kodierender RNA.

Eine weitere Studie in Nature Metabolism analysierte 16 Millionen Zellen aus 88 Spender-Bauchspeicheldrüsen. Die Ergebnisse liefern neue Einblicke in zelluläre Veränderungen bei Typ-1-Diabetes. Solche Datenmodelle sollen künftig personalisierte Therapieansätze ermöglichen – und helfen, die Auswirkungen von Umweltfaktoren und Ernährungsbestandteilen auf die Organfunktion besser zu verstehen.

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