Kunstsammler-Erbstreit, Millionen

Kunstsammler-Erbstreit: 600 Millionen Franken Merzbacher-Nachlass umstritten

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 21:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nach dem Tod von Angela Rosengart und Werner Merzbacher entbrennen juristische Konflikte um Kunstwerke und Immobilien im Wert von mehreren Hundert Millionen Franken.

Erbstreit um Millionen: Kunstsammler-Nachlässe vor Gericht
Ein juristisches Dokument, möglicherweise ein Testament, mit einem Füllfederhalter und angedeuteten Kunstwerken im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum steht ein Wohnhaus im Wert von mehreren Millionen Franken. Ein langjähriger Vertrauter soll das Objekt geerbt haben – doch eine frühere Testamentsvollstreckerin zweifelt die Gültigkeit der Verfügung an.

Janet Briner äußerte Bedenken, dass das Vermögen geschmälert werde, das eigentlich für die Förderstiftung der Sammlerin vorgesehen war. Die Stiftung selbst weist die Vorwürfe zurück. Der Fall zeigt: Wenn private Zuwendungen und institutionelle Stiftungsziele kollidieren, sind juristische Auseinandersetzungen vorprogrammiert.

Merzbacher-Sammlung: Streit um Millionen

Auch der Nachlass des Kunstsammlers Werner Merzbacher sorgt für Aufsehen. Der Wert seiner Sammlung wird auf mindestens 600 Millionen Franken geschätzt. Hinzu kommt eine Beteiligungsgesellschaft mit einem Vermögen im dreistelligen Millionenbereich.

Merzbacher hatte kurz vor seinem Tod das Testament geändert und eine enge Mitarbeiterin als Erbin eingesetzt. Die Nachkommen waren darüber nicht informiert. Da die Sammlung derzeit im Kunsthaus Zürich ausgestellt ist, hat der private Erbstreit eine öffentliche Dimension erreicht. Ähnliche Fälle gibt es auch in Deutschland: Ein Unternehmer aus Gera vermachte seine bedeutende Sammlung des 19. Jahrhunderts vor seinem Tod einer Angestellten.

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Mango-Erbe: Gericht entlastet Sohn

In Spanien konnte ein Konflikt um das Erbe des Mango-Gründers Isak Andic vor Gericht teilweise entschärft werden. Dessen Töchter sagten aus und entlasteten ihren Bruder Jonathan. Ihm war Totschlag vorgeworfen worden – die Schwestern wiesen das zurück.

Sie bestätigten, dass ihr Vater sein Testament jährlich angepasst habe. Die letzte Lebensgefährtin des Gründers, Estefanía Knuth, erhielt nach einem Vergleich 27 Millionen Euro. Ursprünglich hatte sie 70 Millionen gefordert. Solche Einigungen sind oft der einzige Weg, um die Stabilität großer Familienunternehmen zu sichern.

Provenienzforschung: Restitution als Herausforderung

Neben der Vermögensverteilung wird die Klärung der Herkunft von Kunstwerken immer wichtiger. In Köln beschloss der Stadtrat Anfang Juli die Rückgabe der Federzeichnung „Venus und Amor“ von Johann Rottenhammer d. Ä. an die Erben von Michael Berolzheimer. Das Werk war 1939 unter nationalsozialistischem Druck versteigert worden.

Auch private Stiftungen engagieren sich. Die Kulturstiftung des Hauses Hessen gab den Abschluss einer dreijährigen Provenienzforschung bekannt. 30 Kunstobjekte aus Schloss Fasanerie mit einem geschätzten Wert von rund 500.000 Euro gehen an die Erben der ursprünglichen jüdischen Eigentümer zurück.

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Ausstellung zu NS-belasteter Sammlung

Das Linzer Schlossmuseum zeigt von Juli bis Oktober eine Ausstellung zur grafischen Sammlung von Walther Kastner. Der frühere Industriemanager hatte die Sammlung 1975 dem Land Oberösterreich geschenkt. Wegen seiner Rolle während der NS-Zeit und Beteiligungen an Arisierungen bleibt die Sammlung Gegenstand kritischer Untersuchungen.

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