Kunsttherapie: 45 Prozent der Demenzrisiken sind vermeidbar
07.07.2026 - 00:01:39 | boerse-global.de
Statt nur zu behandeln, setzen immer mehr Einrichtungen auf Kunst, Achtsamkeit und Technologie.
Museale Interventionen fĂŒrs Gehirn
Kunst wirkt â das belegt eine Studie der UniversitĂ€t fĂŒr Weiterbildung Krems. Seit Dezember 2023 untersuchten Forscher die Effekte von âSlow Viewingâ im Kunsthistorischen Museum. 68 Personen ĂŒber 60 nahmen an vierwöchigen Kursen teil.
Das Ergebnis: Bis zu 45 Prozent der Demenzrisiken lassen sich durch geistige und soziale AktivitĂ€ten beeinflussen. Die Teilnehmer berichteten von gesteigertem Wohlbefinden. Gefördert wurde das Projekt vom Fonds Gesundes Ăsterreich und der Wiener Gesundheitsförderung.
Volkshochschulen boomen
Die Nachfrage nach PrĂ€ventionskursen explodiert. Die VHS Burscheid verdreifachte ihr Kursangebot im Vergleich zum Vorjahr. Das Unterrichtsvolumen stieg um 51 Prozent, die Teilnehmerzahlen um 40 Prozent auf ĂŒber 10.000.
Auch andere Bildungseinrichtungen zogen Anfang Juli nach:
- Die VHS LĂŒbeck bietet ĂŒber 500 Kurse an â Schwerpunkte: Urban Sketching, Ălmalerei, Yoga und Pilates.
- In der Wesermarsch umfasst das Programm rund 400 Kurse, inklusive Wattwanderungen zur bewussten Wahrnehmung von Stille.
- Die VHS Volmetal startet ab September Kooperationen zu KĂŒnstlicher Intelligenz und Naturerfahrung.
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ErgĂ€nzt wird das Angebot durch spezialisierte Workshops: Im Juni aktivierte das Achatius Haus Bewohner mit kreativen Blumenworkshops. In Hamburg liefen im Juli Formate wie âSound Healingâ und Yin Yoga zur Stressreduktion.
Klinische Spezialisierung und digitale Helfer
Auch die klinische Versorgung entwickelt sich weiter. In Berlin-Hellersdorf wurde heute eine Tagesklinik fĂŒr ihre Behandlung der Borderline-Störung mittels Dialektisch-Behavioraler Therapie (DBT) zertifiziert. Es ist die erste Zertifizierung dieser Art fĂŒr eine teilstationĂ€re Einheit im Osten der Stadt.
Parallel verĂ€ndert Technologie den Gesundheitsmarkt. Laut dem Stada Health Report 2026 sank die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem seit 2020 von 80 auf 63 Prozent. 45 Prozent der Deutschen nutzen bereits KI fĂŒr medizinische Anliegen â etwa um Diagnosen zu verstehen oder Arztbesuche vorzubereiten. 81 Prozent stehen dem offen gegenĂŒber, doch 45 Prozent haben Datenschutzbedenken.
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Ein wachsendes Problem: die Mediensucht. Eine aktuelle Reportage des Y-Kollektivs zeigt steigende Fallzahlen bei Smartphone-AbhÀngigkeit seit der Pandemie. Fachkliniken warnen vor den Folgen und verweisen auf die Notwendigkeit stationÀrer Entzugsbehandlungen.
Achtsamkeit in FĂŒhrung und Pflege
Selbst in Klöstern hĂ€lt der Trend Einzug. Im Europakloster Gut Aich integriert man seit Ende 2024 kĂŒnstlerische Praxis in die FĂŒhrung. Der Prior betont die Bedeutung von BestĂ€ndigkeit und FlexibilitĂ€t bei rund 150 Mitarbeitern. FĂŒr 2026 bis 2028 sind Bauprojekte geplant â mit ökologischen Aspekten und betreuten Wohnformen.
Auch PflegekrĂ€fte profitieren. Heute fand die Schulung âZitruszauberâ statt. Sie thematisierte den Einsatz von DĂŒften zur Sinnesaktivierung â ein einfacher Weg, die LebensqualitĂ€t durch sensorische Impulse zu verbessern.
